Amy Lopez besuchte gemeinsam mit einer Gruppe Deutschland. Bei einem Besuch in Koblenz wurde die junge Frau umgebracht. Nun erhoffen sich Ermittler den entscheidenden Hinweis.
Koblenz – Seit mehr als 30 Jahren gilt das Verbrechen an einer jungen Urlauberin als ungeklärt. Die damals 24-jährige Amy Lopez aus den USA wurde Opfer eines Sexualverbrechens und brutalen Mordes auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz in Rheinland-Pfalz. Ermittler hoffen nun auf den Durchbruch in dem Fall, denn mittlerweile konnte eine konkrete DNA-Spur festgestellt werden. Mithilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ wird der Kriminalfall nun noch einmal an die Öffentlichkeit getragen.
Wie die Polizei bereits im September 2024 in einer Pressemitteilung erklärt hatte, ist es Ermittlern „im Rahmen der Überarbeitung des Falls“ gelungen, an Asservaten eine männliche DNA-Spur festzustellen. Hierbei könnte es sich mutmaßlich um eine „vom Täter gelegte DNA handeln“. Doch wer der unbekannte Mann ist, ist auch ein Jahr später noch unklar. Am Mittwoch, 17. September 2025, wird der ungelöste Kriminalfall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt. In der aktuellen Ausgabe der TV-Sendung erhoffen sich Ermittler zudem Hinweise im Fall eines Wohnungsbrandes von 2018.
Junge Deutschland-Urlauberin tot gefunden: Ermittler suchen Unbekannten
Ereignet hat sich die Tat bereits am 26. September 1994. Die damals 24 Jahre alte Amy Lopez ging am Morgen den Felsenweg in Richtung der Festung Ehrenbreitstein entlang. Sie habe zur Jugendherberge in der Festung gewollt. Ein Zeuge will eine, ebenfalls bis heute unbekannte, männliche Person in der Nähe der jungen Urlauberin wahrgenommen haben. Diese habe zur gleichen Zeit im Bereich der Festungszufahrt gestanden. Wie die Polizei berichtet, werde diese Person noch immer dringend als Zeuge gesucht. Ermittler erhoffen sich Hinweise auf den weiteren Weg, den Amy Lopez genommen haben könnte.
Der Unbekannte wird von der Polizei als etwa 18 bis 22 Jahre alt beschrieben. Er sei sehr schlank, etwa 180 cm groß und mit auffallend kurzen, am Kopf anliegenden hellblonden Haaren beschrieben. Er habe eine blaue Jeans und ein hellblaues Shirt getragen. Amy selbst sei gegen 8.50 Uhr zuletzt lebend gesehen worden. Amy Lopez habe einen schwarzen Rucksack bei sich gehabt. Nur kurze Zeit später, gegen 10 Uhr, wurde die junge Frau von zwei spielenden Kindern im General-von-Aster-Zimmer tot aufgefunden.
Wie die ZDF-Sendung im Vorfeld berichtet, fehlen auch zahlreiche persönliche Gegenstände des Opfers bis heute. Darunter soll sich die Brille von Amy Lopez befinden. Auch ein silbernes Armkettchen, eine Uhr, weiße Nike-Schuhe und eine Bauchtasche mit Bargeld seien verschwunden.
Deutschland-Urlauberin Amy Lopez war gemeinsam mit einer Gruppe unterwegs
Simone Roeder, Polizeihauptkommissarin von der Kriminalpolizei Koblenz, erklärte bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem SWR, dass die damals 24-Jährige vermutlich ein Zufallsopfer gewesen sei. Zum Schulabschluss habe die junge Frau von ihrem Vater eine Europareise geschenkt bekommen. Gemeinsam mit einer Gruppe habe Amy Lopez auf ihrer Reise auch Koblenz besichtigt. Am Morgen des Verbrechens sei die junge Frau laut SWR jedoch allein unterwegs gewesen. Die damals 24-Jährige sei demnach in einem Bereich der Festung gefunden worden, der damals vor allem von einheimischen Jugendlichen oder auch Obdachlosen genutzt wurde.
Die Ermittler erhoffen sich Hinweise auf gleich mehrere Fragen:
Wer hat Personen oder Geschehnisse am Tattag in der Zeit von 8 Uhr bis 10.15 Uhr im Bereich des Tatortes, auf der Festung Ehrenbreitstein oder in Koblenz-Ehrenbreitstein wahrgenommen?
Wer kann Angaben zur Identität des gesuchten Zeugens machen?
Wer kann Angaben zu dem gesuchten Fahrrad und dem möglichen Eigentümer machen?
Gab es Personen aus Ihrem Umfeld, die sich nach der Tat auffällig verhalten haben?
Haben Sie im Laufe der Jahre neue, möglicherweise tatrelevante Informationen erlangt?
Auch ein Fahrrad wirft laut Polizei Rätsel auf. Dieses sei durch Zeugen im Bereich des Treppenabgangs zum Tatort gefunden worden. Doch wem es gehört, ist nicht klar. Ebenfalls unklar ist, ob das Fahrrad überhaupt mit der Tat zusammenhängen könnte. Bis heute konnte das Rad keinem Besitzer zugeordnet werden. Wie die Polizei nämlich erklärt, gilt das Fahrrad seit der Entdeckung der Tat als verschwunden.
Sachdienliche Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Koblenz unter der Telefonnummer 0261-92156 390 entgegen. (Genutzte Quellen: SWR, Polizei, Pressemitteilung Aktenzeichen XY). (jl)
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