Taktische Machtdemonstration im Pazifik: Russland und China verstärken gemeinsame Luftpatrouillen

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Russische und chinesische Bomber fliegen weiter als je zuvor. Die Manöver sind Teil einer jährlichen Zusammenarbeit. Sie sollen Stärke demonstrieren.

Washington, D. C. – Die russischen und chinesischen Streitkräfte haben ihre gemeinsamen Luftpatrouillen seit 2019 ausgeweitet: Bomber – darunter Maschinen, die Kernwaffen tragen können – fliegen laut einer Karte von Newsweek nicht mehr nur über Ostasien, sondern auch weiter in den Pazifikraum und in die Umgebung von Alaska.

Ein chinesischer J-16-Kampfflugzeug (links) und ein russischer Tu-95-Bomber während eines gemeinsamen Fluges über dem Meer in der Nähe von Japan.
Militärmanöver von China und Russland: Kampfflugzeuge im Luftraum nahe Japan. © AFP PHOTO / JAPAN‘S MINISTRY OF DEFENSE - HANDOUT

Liu Pengyu, Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington, D.C., sagte gegenüber Newsweek, die Militärmanöver seien Teil einer jährlichen Zusammenarbeit, um die Entschlossenheit und Fähigkeit beider Länder zu demonstrieren, gemeinsam regionalen Sicherheitsherausforderungen zu begegnen.

Zum jüngsten, zehnten gemeinsamen Luftpatrouillenflug, der am 9. Dezember in der Nähe Japans durchgeführt wurde, erklärte das russische Verteidigungsministerium im Vorfeld, er sei Teil des russisch-chinesischen Militärkooperationsplans für dieses Jahr gewesen und bestritt, dass die Patrouille gegen Drittländer gerichtet gewesen sei.

Warum es darauf ankommt: Symbolische Machtdemonstration von China und Russland

Russland und China – gemessen an der Zahl der Sprengköpfe die größte bzw. die drittgrößte Atomwaffenmacht der Welt – haben eine sogenannte „Partnerschaft ohne Grenzen“ geschmiedet, in deren Rahmen Moskau und Peking im Militärbereich eng zusammenarbeiten, unter anderem durch gemeinsame Patrouillen und Kriegsübungen. All dies ist Teil ihrer Bemühungen, den Vereinigten Staaten und deren europäischen und asiatischen Verbündeten ein Gegengewicht entgegenzusetzen.

Ein chinesischer Militäranalyst, der aufgrund der Sensibilität des Themas anonym mit Newsweek sprach, sagte, die gemeinsamen Bomberpatrouillen Russlands und Chinas seien eher politische Demonstrationen als Übungen mit konkreten Szenarien, da ihnen „taktische Klarheit“ fehle und sie vor allem symbolisch seien.

Russlands Teilnahme ziele dem Analysten zufolge darauf ab, seine militärische Präsenz in der Region zu zeigen, während es im Krieg in der Ukraine verwickelt ist. Für China seien die Patrouillen derweil wichtiger, da sie „fast ein strategisches Zentrum der Verteidigungspolitik bilden“.

Beginn einer neuen Ära: Zum Teil nuklear-fähige Bomber nahe Südkorea und Japan

Die erste gemeinsame Luftpatrouille Russlands und Chinas fand am 23. Juli 2019 statt und bestand aus zwei russischen Tu-95MS- und zwei chinesischen H-6K-Bombern, die über das Japanische Meer – in der Region auch als Ostmeer bezeichnet – und das Ostchinesische Meer flogen. Beide Meere grenzen an den russischen Fernen Osten.

Die Formation überflog zwei wichtige Wasserstraßen in der Nähe Japans: die Tsushima-Straße, die den japanischen Archipel von der koreanischen Halbinsel trennt, und die Miyako-Straße zwischen den südwestlichen japanischen Inseln Okinawa und Miyako.

Eine Karte von Newsweek zeigt, dass russische und chinesische Bomber sowohl innerhalb der Luftverteidigungs-Identifikationszonen Südkoreas als auch Japans operierten, jedoch außerhalb ihres souveränen Luftraums, der sich 13,8 Meilen (ca. 22 km) vor der Küste erstreckt. Solche Zonen dienen der Frühwarnung.

Nach Angaben des Nuclear Information Project der Federation of American Scientists kann der Tu-95MS-Bomber Atomraketen abfeuern, während der H-6K-Bomber nicht nuklear einsetzbar ist. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/bomber-kooperation-zwischen-russland-und-china-ausgeweitet-zr-94095369.html