Ukraine macht Gegenangebot zu Putins Waffenruhe
16.33 Uhr: Die Ukraine hat die von Kremlchef Wladimir Putin ausgerufene dreitägige Waffenruhe zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs mit dem Angebot einer sofortigen und längerfristigen Feuerpause gekontert. "Wenn Russland wirklich Frieden will, muss es das Feuer sofort einstellen", schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X.
Die Ukraine sei bereit, eine dauerhafte, stabile und vollständige Waffenruhe zu unterstützen. Diese solle mindestens 30 Tage dauern und nicht nur während der Moskauer Militärparade halten, schrieb Sybiha.
Putin verkündet Waffenruhe in der Ukraine für den 9. Mai
13.24 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat für die Gedenktage an den Sieg im Zweiten Weltkrieg 1945 eine mehrtägige Waffenruhe im Ukraine-Krieg ausgerufen. Sie solle von Tagesanbruch des 8. Mai bis Tagesanbruch des 11. Mai dauern, teilte der Kreml auf seiner Website mit.
"In dieser Zeit sollen alle Kampfhandlungen ruhen". Die Verkündung war zunächst einseitig. "Russland geht davon aus, dass die ukrainische Seite diesem Beispiel folgen sollte", hieß es. Putin nannte "humanitäre Überlegungen" als Grund.
Zuletzt hatte der Kremlchef an Karsamstag eine 30-stündige Waffenruhe über Ostern verfügt, der sich die angegriffene Ukraine auch anschloss. Es gab in der Zeit weniger Gefechte; sie kamen aber nicht vollständig zum Erliegen. Einer Forderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die Feuerpause nach Ostern um 30 Tage zu verlängern, kam Moskau nicht nach.
Lawrow beharrt auf Maximalforderungen für Kriegsende
13.20 Uhr: Russland besteht nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow darauf, dass die ukrainischen Gebiete Krim, Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson international als russisch anerkannt werden. Das sagte Lawrow der brasilianischen Zeitung "O Globo" in einem Interview.
Ungeachtet anderer Moskauer Beteuerungen von Gesprächsbereitschaft bekräftigte er die Liste russischer Maximalforderungen für ein Ende des Angriffskrieges gegen die Ukraine. Das Nachbarland müsse blockfrei bleiben und dürfe nicht der Nato beitreten, sagte Lawrow in dem Interview, das auch vom Außenministerium in Moskau veröffentlicht wurde.
Die Ukraine müsse entmilitarisiert und "denazifiziert" werden, worunter Moskau das Einsetzen einer russlandfreundlichen Regierung in Kiew versteht. Gesetze müssten aufgehoben werden, durch die Moskau die Rechte von russischer Sprache, Kultur und Kirche in der Ukraine diskriminiert sieht.
Außerdem verlangte Lawrow, dass westliche Sanktionen gegen sein Land aufgehoben werden und eingefrorenes Vermögen freigegeben wird. Russland verlange auch Sicherheitsgarantien gegen das, was er "feindselige Handlungen" der Nato, der EU und einzelner Staaten gegen sein Land nannte.
Trump spricht über Selenskyj-Treffen im Vatikan
Montag, 28. April, 06.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj könnte nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump bei einem Friedensabkommen mit Russland auf die Schwarzmeer-Halbinsel Krim verzichten und damit ein Tabu aufgeben. Auf die Frage, ob Selenskyj bereit sei, die 2014 von Russland annektierte Krim an Moskau abzutreten, sagte Trump nach Angaben der mitreisenden Presse auf dem Flughafen von New Jersey: "Ich denke schon". Das Thema sei bei dem Treffen mit Selenskyj in Rom am Samstag kurz aufgekommen.
Einen Verzicht auf die Krim oder andere von Moskau einverleibte Gebiete im Osten der Ukraine lehnt Selenskyj bisher kategorisch ab. Für Trump dagegen scheint klar zu sein, dass die Krim bei Russland bleiben wird. Zuletzt hatte er eine Rückgabe der Krim an die Ukraine als eine "lächerliche Forderung" bezeichnet.
Ukrainische Gebietsabtretungen an Russland sind Berichten zufolge Gegenstand von Gesprächen zwischen Moskau und Washington. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.
Trump war am Samstag am Rande der Trauerfeier für Papst Franziskus in Rom mit Selenskyj zu einem 15-minütigen Gespräch zusammengekommen. Auf seiner Rückreise in die USA warf er Kremlchef Wladimir Putin vor, möglicherweise nicht ernsthaft interessiert zu sein, den Krieg zu beenden - und drohte Russland mit neuen Sanktionen.
Trump bezeichnete sein Gespräch im Petersdom mit Selenskyj als "gutes Treffen". Man werde nun sehen, was passiert, sagte er. Selenskyj habe bei dem Treffen nach mehr Waffen gefragt. An Putin gerichtet sagte Trump, dass dieser aufhören solle zu schießen und einen Friedensdeal eingehen solle. Der Kremlchef müsse sein Engagement für die Beendigung des Krieges unter Beweis stellen.
Rubio erhöht Druck auf Moskau und Kiew
20.08 Uhr: Die Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine stehen nach den Worten von US-Außenminister Marco Rubio vor einer möglicherweise "sehr entscheidenden Woche". "Wir sind nahe dran, aber nicht nahe genug", sagte Rubio am Sonntag dem Sender NBC. Die US-Regierung stehe vor einer Entscheidung darüber, "ob dies eine Bemühung ist, in die wir weiter involviert sein wollen, oder ob es an der Zeit ist, uns auf andere Themen zu konzentrieren, die genau so wichtig oder sogar noch wichtiger sind", ergänzte der Minister.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Rom Zweifel an der russischen Bereitschaft zu einem Friedensschluss in der Ukraine geäußert. Die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine weckten bei ihm den Verdacht, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Krieg nicht beenden, sondern ihn lediglich hinhalten wolle, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Rubio sagte der NBC, es gebe weiterhin "Gründe, optimistisch zu sein". Gleichzeitig gebe es auch "Gründe, realistisch zu sein" mit Blick auf die Chancen für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Eine "militärische Lösung" in dem Konflikt könne es nicht geben.
Die einzig mögliche Lösung sei ein Abkommen, "in dem beide Seiten etwas aufgeben, das sie nach eigenen Angaben wollen, und der anderen Seite etwas geben, was sie lieber nicht geben wollen", sagte der US-Außenminister.
Macron: "Ukraine bereit zu bedingungsloser Waffenruhe"
18.01 Uhr: Am Rande der Trauerfeier für Papst Franziskus in Rom tauschte sich auch der französische Präsident Emmanuel Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg aus. «Die Ukraine ist zu einer bedingungslosen Waffenruhe bereit», teilte Macron auf X mit. Nun müsse Russlands Präsident Wladimir Putin beweisen, ob er tatsächlich bereit sei, Frieden zu schließen.
Die Ukraine wolle gemeinsam an der Seite der USA und Europas an der Umsetzung einer Waffenpause und eines vollständigen und dauerhaften Friedens in der Ukraine arbeiten, schrieb Macron weiter. Insbesondere soll dies im Rahmen der «Koalition der Willigen» geschehen, die im März in Paris ins Leben gerufen wurde.
Trump droht Putin: "Vielleicht muss man mit ihm anders umgehen"
15.46 Uhr: Nach einem Treffen mit Selenskyj während der Papst-Beerdigung hat Donald Trump Wladimir Putin gedroht.
In einem Post auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social wütete der US-Präsident zunächst gegen die angebliche unfaire Berichterstattung der Medien. Dann schickte er eine Drohung Richtung Kreml.
"Es gab für Putin keinen Grund, in den letzten Tagen Raketen auf zivile Gebiete, Städte und Ortschaften zu schießen. Das gibt mir zu denken, dass er den Krieg vielleicht gar nicht beenden will, sondern mich nur an der Nase herumführt, und dass man mit ihm anders umgehen muss, durch 'Banking' oder 'Sekundärsanktionen'? Zu viele Menschen sterben!!!", so Trump.
Ukrainische Armee bestreitet russische Angaben zur Rückeroberung von Kursk
14.25 Uhr: Die ukrainische Armee hat russische Angaben zu einer vollständigen Rückeroberung der russischen Grenzregion Kursk zurückgewiesen. Die operative Lage sei zwar "schwierig", die ukrainischen Einheiten würden ihre Positionen jedoch weiterhin halten, erklärte der ukrainische Generalstab am Samstag und bezeichnete die russischen Äußerungen als "Propagandatricks". Kurz zuvor hatte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow gesagt, dass die letzte Siedlung in Kursk "befreit" worden sei.
Kreml behauptet: Russische Region Kursk frei von ukrainischen Truppen
Samstag, 26. April, 12.55 Uhr: Moskaus Truppen haben die russische Region Kursk nach Kremlangaben komplett von den ukrainischen Streitkräften zurückerobert. Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über eine Beendigung der Operation informiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Die ukrainischen Truppen waren dort Anfang August einmarschiert und hatten Dutzende Ortschaft eingenommen.
Trump erhöht Druck auf Selenskyj: "Mindestens drei Wochen im Verzug"
20.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich während seines Fluges nach Rom erneut an Wolodymyr Selenskyj gewandt und den Druck auf den ukrainischen Präsidenten erhöht. Selenskyj habe die "endgültigen Papiere für das sehr wichtige Abkommen über Seltene Erden mit den USA nicht unterzeichnet", schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.
Der US-Präsident meinte weiter: "Sie sind mindestens drei Wochen im Verzug. Es bleibt zu hoffen, dass es SOFORT unterzeichnet wird. Die Arbeit an dem allgemeinen Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine verläuft reibungslos. ERFOLG scheint in der Zukunft zu liegen!"
Selenskyj drängt erneut auf Sicherheitsgarantien der USA
20.10 Uhr: Wolodymyr Selenskyj erwartet trotz mehrerer gegenteiliger Äußerungen aus Washington weiter US-amerikanische Sicherheitsgarantien für sein Land. "Wir wollen unbedingt, dass sie stark sind, mindestens so stark wie die israelischen", erklärte der ukrainische Präsident Journalisten in Kiew, wie die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine meldete. Zudem drängte er auf die Lieferung weiterer Flugabwehrsysteme des Typs "Patriot" aus US-Produktion.
Darüber hinaus erwartet Selenskyj eine militärische Präsenz der europäischen Verbündeten. An der "Infrastruktur" der Sicherheitsgarantien werde gearbeitet. "Selbst dort, wo es europäische Truppen gibt, sprechen wir über eine Rückendeckung durch die Vereinigten Staaten von Amerika", hob Selenskyj hervor. Mit US-Präsident Donald Trump habe er besprochen, dass diese Rückendeckung nicht unbedingt US-Truppen in der Ukraine erfordere. Dabei sei eine Zusammenarbeit der Geheimdienste, Abwehr von Cyberangriffen und Flugabwehr diskutiert worden.
Selenskyj deutet Absage von Reise zu Papst-Trauerfeier an
20.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angedeutet, der Trauerfeier für den verstorbenen Papst Franziskus in Rom am Samstag fernzubleiben. "Sollte ich es nicht schaffen, dann wird die Ukraine würdig vertreten werden. Der Außenminister (Andrij Sybiha) und die First Lady (Olena Selenska) werden anwesend sein", sagte Selenskyj vor Journalisten in Kiew.
In der Nacht zu Donnerstag hatte das russische Militär einen massiven Angriff aus der Luft gegen die Ukraine geführt. In der Hauptstadt Kiew starben bei dem kombinierten russischen Raketen- und Drohnenangriff mindestens zwölf Menschen. Selenskyj sagte mit Blick auf eine mögliche Absage der Rom-Reise: "Was mich anbelangt, so war es für mich wichtig, hier zu sein."
Klitschko zu Gebietsabtretungen: "Leider ist dieses Szenario durchaus möglich"
18.40 Uhr: Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hält erzwungene Gebietsabtretungen an Russland anders als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für möglich. In einem Facebook-Post schrieb er: "Leider, wie wir sehen, ist dieses Szenario durchaus möglich." Viele Politiker und Medien weltweit würden heute darüber sprechen. Indem er das verbalisiere, habe er nichts Neues gesagt.
Ähnlich hatte er sich zuvor in einem BBC-Interview geäußert. Es sei nicht fair, aber für den Frieden könne es eine Lösung sein – vorübergehend, sagte er dort. Nun betonte er, er habe gesagt, die Ukraine könnte gezwungen werden, im Tausch für eine Beendigung des Krieges territoriale Zugeständnisse zu machen. Das Szenario laufe aber den nationalen Interessen zuwider, bis zum Schluss müsse dagegen gekämpft werden.
Die Aussagen des Hauptstadt-Bürgermeisters stehen denen von Präsident Selenskyj entgegen. Der hatte Gebietsabtretungen zuletzt mit Verweis auf die Verfassung mehrfach kategorisch ausgeschlossen - und sich dafür einmal mehr scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump eingehandelt. Selenskyjs Weigerung, die Besetzung der Krim durch die Russen zu akzeptieren, nannte Trump "sehr schädlich für die Friedensverhandlungen".
Kreml: Putin und Witkoff haben mögliche "direkte" Gespräche zwischen Russland und Ukraine erörtert
17.26 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin und der US-Sondergesandte Steve Witkoff haben nach Kreml-Angaben bei ihrem Treffen am Freitag in Moskau über die Möglichkeit "direkter" Gespräche zwischen Russland und der Ukraine gesprochen. "Es gab ein dreistündiges Gespräch, das konstruktiv und sehr nützlich war", sagte der Kreml-Berater Juri Uschakow vor Reportern. Es sei "die Möglichkeit einer Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen Vertretern der Russischen Föderation und der Ukraine" besprochen worden.
Putin und Witkoff waren am Freitag zu ihrem vierten Treffen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump zusammengekommen. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund von Gesprächen über eine Waffenruhe in der Ukraine statt.
Selenskyj: Teile aus US-Produktion in nordkoreanischer Rakete in Kiew gefunden
16.13 Uhr: In einer am Donnerstag von Russland auf Kiew abgefeuerten Rakete aus nordkoreanischer Produktion sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Dutzende Bauteile von US-Firmen gefunden worden. "Die Rakete, die in Kiew Zivilisten getötet hat, enthielt mindestens 116 Komponenten, die aus anderen Ländern stammten - und die meisten von ihnen wurden, leider, von US-Firmen produziert", erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst X. Er forderte mehr "Druck" und Sanktionen gegen Moskau und Pjöngjang.