Im Vermisstenfall Rebecca Reusch hoffen Staatsanwaltschaft und Polizei auf einen Durchbruch. Ein neuer Ort ist ins Visier der Ermittler geraten.
Berlin – Mit Drohnen, Baggern und Bodenradar durchkämmte die Polizei Berlin Objekte in der Gemeinde Tauche in Brandenburg. Seit sechs Jahren ist Rebecca Reusch aus Berlin verschwunden. Es liegen laut Staatsanwaltschaft Anhaltspunkte vor, dass die Leiche und Gegenstände zumindest vorübergehend dorthin verbracht worden sein könnten. Warum haben die Ermittler den Ort Tauche plötzlich auf dem Radar? Eine Karte zeigt auch die Nähe zu anderen wichtigen Orten im Fall Rebecca Reusch.
Am 20. und 21. Oktober durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei, unterstützt vom BKA, Drohnen, Erdradar, Leichenspürhunden und Baggern, ein Grundstück in Lindenberg (Gemeinde Tauche), das der Großmutter des Schwagers von Rebecca Reusch gehört. Es ist das erste Mal, dass in Tauche überhaupt von der Polizei nach Beweisen gesucht wird.
Neue Spur? Das sind die wichtigsten Orte im Vermisstenfall Rebecca Reusch
Andere Orte standen zuvor im Fokus: Der Berliner Stadtteil Neukölln, die Autobahn A12 bei Storkow – Kummersdorf und ein Waldgebiet in Brandenburg. Die wichtigsten Orte auf einer Karte liegen im Südosten von Berlin. Manche sind keine 30 Kilometer vom Haus von Rebeccas Schwester und Schwager entfernt, wo die damals 15-Jährige übernachtet hatte.
- Im Haus in Berlin-Britz übernachtet Rebecca in der Nacht vor ihrem Verschwinden am 18. Februar 2019. Der Schwager der ältesten Schwester gilt für die Ermittler schon länger als Hauptverdächtiger im Fall Rebecca Reusch. Mehrfach waren Einsatzkräfte der Spurensicherung vor Ort. Die Polizei geht davon aus, dass die Schülerin das Haus nicht lebend verlassen hat. In der Walter-Gropius-Schule tauchte Rebecca an diesem Morgen nicht auf, wie eine Chronologie am Tag des Verschwindens zeigt.
- Auf der Autobahn A12 Richtung Brandenburg war der himbeerfarbene Renault Twingo des Schwagers mindestens zweimal unterwegs. Am 18. Februar 2019 wurde das Auto auf der A12 bei Storkow um 10:47 Uhr durch ein Kennzeichenerfassungssystem (KYS) registriert – auch am folgenden Dienstag (19. Februar 2019) um 22:39 Uhr.
- Die Gegend und ein Waldgebiet nahe Kummersdorf – Storkow, südlich der Autobahn A12 wurden wiederholt durchkämmt. Hintergrund waren Zeugenaussagen von einem himbeerfarbenen Twingo sowie Beobachtungen von Reiterinnen am 18. Februar 2019. Allerdings lieferten die Suchaktionen keinen relevanten Fund.
- In Tauche im Ortsteil Lindenberg (Brandenburg) – keine 30 Kilometer von Kummersdorf entfernt – befindet sich das Grundstück der Großmutter des Schwagers. Erstmals wird das Grundstück am 20. Oktober 2025 im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Rebecca im Jahr 2019 durchsucht. Die Polizei Berlin kündigte in den nächsten Tagen Folgemaßnahmen auch in der Umgebung an. Staatsanwaltschaft und Polizei erhoffen sich einen „Durchbruch bei den Ermittlungen“. Von Berlin-Britz ist Tauche laut Google Maps etwa 77 Kilometer entfernt – eine Stunde Autofahrt.
Wohnhaus, Autobahn und Waldgebiet: Karte zeigt wichtigsten Orte im Fall Rebecca
Vermisste Rebecca Reusch: Liegt die Leiche auf einem Grundstück in Brandenburg?
Am 21. Oktober 2025 weiten die Ermittler die Suche auf ein Grundstück in Herzberg (Brandenburg) aus, um Beweismittel zu finden. In dem Haus sollen die Großeltern des Beschuldigten bis 2005 gelebt haben. Einsatzkräfte durchkämmten zudem ein Waldstück in Herzberg. Die Polizei wendet sich auch mit Fotos, auf dem der himbeerfarbene Twingo zu sehen ist, an die Öffentlichkeit und fragt: „Wer hat am 18. Februar 2019 bzw. kurz danach das abgebildete Fahrzeug gesehen?“ Und: „Wer hat Beobachtungen gemacht, die auf ein Verstecken bzw. Vergraben eines Leichnams hindeuten könnten?“
Hinweise nimmt die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030) 4664-911333 oder per E-Mail sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen. (Quelle: Staatsanwaltschaft und Polizei Berlin, eigene Recherche) (ml)