Jugendliche und Erwachsene können sich zur Not auch einen Automaten in Breitbrunn vorstellen.
Breitbrunn – Frühstück, Kaffee, Kuchen, dazu dies und das – das „Unfrieds“ in Breitbrunn war klein, hatte aber alles, was die Anwohner brauchten. Nachdem sich Angelika und Alfons Unfried im Jahr 2019 mit einem Wiesn-Anstich verabschiedeten, gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten, in Breitbrunn Getränke oder Lebensmittel einzukaufen – ausgenommen in der „Schokosphäre“ gleich eben der Kirche, die den Ort auch mit frischen Semmeln und Croissants versorgt, und im Perger-Hofladen am südllichen Ortsrand. Bei einer Befragung von Breitbrunner Jugendlichen stand gleich an zweiter Stelle nach besseren Busverbindungen deshalb der Wunsch nach einem zentralen Dorfladen.
„Es wäre auch cool, so etwas zu haben wie zum Beispiel in Rausch“, sagte Annika Steif am Donnerstagabend in der Ortsteilversammlung in Breitbrunn. Sie ist im Hauptberuf Kreisjugendpflegerin in einem Nachbarlandkreis und wohnt mit ihrer Familie in Breitbrunn. Sie hatte die Umfrage unter Jugendlichen und Kindern im Oktober angestoßen. Bürgermeister Christian Schiller unterstützte die Initiative und ließ Annika Steif in der Versammlung gleich einen Antrag formulieren.
Dabei stellte sich heraus, dass mehr als die Hälfte der anwesenden Erwachsenen ebenso dankbar für einen Dorfladen wären – zur Not auch über Automaten. Gunther Strobl, Direktor des Hauses der bayerischen Landwirtschaft, warf allerdings ein, darauf zu achten, dass das Angebot dann auch regional sein sollte. Bürgermeister Christian Schiller versprach, sich umzuhören. „Wenn es einen Anbieter für Automaten gibt, dann finden wir auch einen Standort.“
Der Dießener Gemeinderat hatte ein ähnliches Ansinnen im Januar abgelehnt. Dort hatte der Automaten-Anbieter „Onkel Tom“ aus Starnberg einen 24-Stunden-Betrieb in der Fischerei einrichten wollen, allerdings gab es in der Gemeinde Bedenken unter anderem wegen Lärms, möglichen Vandalismus’ und zusätzlichen Verkehrs.