„Eine riesige Erleichterung“: Sonderflug bringt behindertes Mädchen von Königsdorf an die Nordsee

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Darf für zehn Tage an die Nordsee: Die schwerstbehinderte Königsdorferin Katharina Walser. © Archiv

Ein Sonderflug bringt die schwerstbehinderte Katharina Walser von Königsdorf aus in ein Hospiz an die Nordsee. Auf dem Rückweg ist eine besondere Begleitung dabei.

Königsdorf – Am Pfingstmontag um 10 Uhr ist eine besondere Maschine vom Königsdorfer Segelflugzentrum aus gestartet. Ein kleines Flugzeug – genauer eine Pilatus PC-12 – brachte die Königsdorferin Katharina Walser in ein Kinderhospiz an der Nordsee. Wie mehrfach berichtet, ist das Mädchen von Geburt an schwerstbehindert. Möglich gemacht hat das Ganze der gemeinnützige Verein Flying Hope. Dieser verfügt über ein ehrenamtliches Pilotennetzwerk, um kranken Kindern kostenfreie Flüge innerhalb Deutschlands zu ermöglichen.

„Für uns ist das eine riesige Erleichterung, wir sind schon total gespannt“, berichtet Mutter Sonja Walser im Vorfeld unserer Zeitung. Eine Oberärztin hatte der Familie den Kontakt zum Verein vermittelt. Für die Walsers ist es die einzige Möglichkeit, einmal von zu Hause wegzukommen. Denn Katharinas Pflegeaufwand ist enorm. Rund um die Uhr muss das Kind betreut werden. „Normalerweise kämen wir mit unserer Tochter nie bis hoch nach Wilhelmshaven“, sagt Walser. „Der Aufwand wäre zu groß und die Belastung für Katharina zu hoch.“

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Sondergenehmigung war für die Aktion nötig

Etwa zwei Stunden dauert der Flug. Auch wenn die Königsdorfer Segelflieger „nur“ den Platz für den Start zur Verfügung stellen, ist die Aktion für sie kein alltägliches Ereignis, betont Hauptflugleiter Sascha Odermann. „In Königsdorf ist es etwas Besonderes, wenn bei uns ein solcher Flug startet.“ Normalweise dürfen vom Flugplatz aus nur Schleppmaschinen und Segelflugzeuge starten. Gemeinsamen mit Flying Hope beantragten die Königsdorfer Piloten daher eine Sondergenehmigung. Sowohl Bürgermeister Rainer Kopnicky, die Gemeinde als auch das Luftfahrt-Bundesamt waren laut Sascha Odermann involviert.

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Gemeinsam mit ihrer Familie genießt Katharina im Hospiz zehn Tage lang die gute Seeluft. Auf dem Rückflug wird die Familie übrigens von einem NDR-Filmteam begleitet. Der Norddeutsche Rundfunk plant ein Porträt über den Münchner Piloten, weiß Walser. Ein genauer Sendetermin steht laut ihr aber noch nicht fest.

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