Minus von 839 Millionen Euro: Das steckt hinter Aldi Nords Zahlen-Schock

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Aldi Nord ein gigantisches Minus. Doch neue Bilanzregeln und hohe Investitionen verzerren das Ergebnis – der Umsatz in Deutschland sagt etwas anderes.

München – Die Aldi Nord-Holding Stiftung & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem Fehlbetrag von 839 Millionen Euro abgeschlossen. Darüber berichtet die „Lebensmittel Zeitung“. Die Zahlen sollten jedoch im Kontext neuer Rechnungslegungsvorgaben und umfangreicher Investitionen betrachtet werden. Denn trotz des ausgewiesenen Minus legte der Umsatz von Aldi Nord in Deutschland um etwa 2,7 Prozent zu.

Im vergangenen Jahr investierte Aldi Nord vor allem im Ausland kräftig.
Im vergangenen Jahr investierte Aldi Nord vor allem im Ausland kräftig. © Rolf Vennenbernd/dpa

Aldi Nord mit 839 Millionen Euro Verlust – doch der Umsatz steigt trotzdem

Nach Angaben des Unternehmens resultiert der ausgewiesene Jahresverlust nahezu vollständig aus nicht zahlungswirksamen, gesetzlich vorgeschriebenen Wertberichtigungen einzelner Standorte. Diese hätten keinen Einfluss auf das operative Geschäft. Ursache sei vor allem eine geänderte Bilanzierung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), die eine bessere internationale Vergleichbarkeit von Unternehmenskennzahlen ermöglichen sollen.

Im vergangenen Jahr investierte Aldi Nord vor allem im Ausland kräftig. In Deutschland lag der Fokus auf dem Bau und der Modernisierung von Filialen, darunter auch Standorte in Innenstadtlagen mit zusätzlichen Wohnungen über den Verkaufsflächen. Die Folge: deutlich gestiegene Abschreibungen.

Allein hierzulande wurden laut „Lebensmittel Zeitung“ jährlich rund 100 Immobilien modernisiert, erweitert oder neu errichtet. Auf Konzernebene summierten sich die Abschreibungen 2024 auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 1,4 Milliarden Euro auf Sachanlagen wie Gebäude und Grundstücke.

Trotz Umsatzplus: Aldi Nord schreibt rote Zahlen – Süd baut massiv Stellen ab

Neben dem Heimatmarkt ist Aldi Nord in acht weiteren europäischen Ländern vertreten: Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Portugal und Spanien. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen insgesamt rund 88.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Unterdessen sorgt der Wettbewerber Aldi Süd für Schlagzeilen: Das Unternehmen kündigte einen umfassenden Stellenabbau an, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Medienberichten zufolge könnten bis zu 500 Arbeitsplätze betroffen sein, insbesondere in den Bereichen Buchhaltung, Personalwesen und Einkauf.

Die Umstrukturierung läuft bereits seit dem vergangenen Jahr. Konkrete Gründe nannte der Konzern nicht, betonte jedoch, man arbeite kontinuierlich an effizienten und schlanken Strukturen. In der Deutschlandzentrale von Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr sind rund 2.000 Menschen beschäftigt, bundesweit etwa 50.000. Mit rund 2.000 Filialen zählt der Discounter zu den größten Lebensmittelhändlern in Deutschland. (Verwendete Quellen: Lebensmittelzeitung, dpa)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/aldi-nord-meldet-hohen-verlust-doch-die-zahlen-taeuschen-94168454.html