Gleich zwei besondere Feste haben die Vilgertshofener und ihre Gäste aus Nah und Fern am Wochenende gefeiert: die „Stumme Prozession“ und den Abschluss der Bauarbeiten im Rahmen der Ortsumgestaltung. Sie ist nicht nur mehr Verkehrssicherheit verbunden, auch der Platz vor der kunsthistorisch bedeutsamen Wallfahrtskirche erstrahlt in neuem Glanz. Ein besonderer Blickfang ist die Skulptur einer Augsburger Künstlerin.
Vilgertshofen - Sowohl bautechnisch als auch optisch war der Dorfplatz vor der Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Mutter Gottes“ in die Jahre gekommen. Zudem gab es keinen durchgehenden Gehweg, es mangelte an Parkplätzen für viele auswärtige Kirchenbesucher, Sitzgelegenheiten waren nicht vorhanden und auch die Grünfläche an der Kirche ließ zu wünschen übrig. Mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern ging die Gemeinde Vilgertshofen unter Bürgermeister Dr. Albert Thurner im Mai 2021 deshalb die Maßnahmen zur Dorferneuerung an. Zum Jahresende 2022 konnten diese weitgehend abgeschlossen werden. Die Vermessung der neuen Grenzen beziehungsweise die Wiederherstellung der durch die Baumaßnahme verloren gegangenen Grenzzeichen werden diesen Monat beendet sein.
„Als eine wichtige Hauptaufgabe bei der Dorferneuerung in Vilgertshofen kristallisierte sich die Umgestaltung der Ortsmitte und des Platzes vor der Kirche heraus“, erklärte ALE-Projektleiter Johannes Mühlbauer die Ausgangssituation. Es wurde ein gepflasterter, symmetrischer Platz vor dem Kircheneingang angelegt. Durch die Verlagerung der Ulrichstraße nach Süden war erstmals ein durchgehender Gehweg möglich. Hinzu kamen 38 Parkplätze am Nordrand der Grünfläche. Diese wurde wiederum als Obst-Anger umgestaltet, mit Nutzungsinseln und einer Blumenwiese. Die baufällige Stützmauer an der Kirche wurde durch eine Natursteinmauer ersetzt und nach Westen verlängert.
Ein optischer Blickfang im neuen Ortskern ist eine Bronzefigur der Augsburger Künstlerin Sara Opic. Die Skulptur „Jesus Salvator“ soll durch ihre Aufstellung die Achse zur Kirche, den symmetrischen Bezug zum Haupteingang, betonen. Damit sollte auch für den Platz vor der Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Mutter Gottes“, eine der bedeutsamsten Kirchenbauten im Lechrain, ein angemessener Rahmen geschaffen werden.
Die Neugestaltung der Ortsmitte war die letzte Baumaßnahme der Dorferneuerung Vilgertshofen. In den weiteren Ortsteilen – Stadl, Pflugdorf, Mundraching und Issing – wurden bereits in den vergangenen Jahren entsprechende Baumaßnahmen fertiggestellt. „Dieser gemeindeweite und umfassende Entwicklungsprozess ist sicherlich eine Blaupause für viele nachfolgende Gemeinden in Oberbayern geworden. Umso beeindruckender ist das Ganze, wenn man bedenkt mit wieviel ehrenamtlichem Engagement hier in Vilgertshofen gearbeitet wurde“, so Mühlbauer.
Die Ausführungskosten für das Kirchenumfeld wurden mit rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernimmt die Gemeinde 35 Prozent, die Teilnehmergemeinschaft 65 Prozent der Kosten. Das ALE Oberbayern förderte die Dorferneuerung Vilgertshofen bisher mit insgesamt rund zwei Millionen Euro.