Notstrom-Aggregate: Gemeinde Grasbrunn will Geräte nur im Einzelfall verleihen

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Kein Saft mehr: Wenn der Strom großflächig ausfällt, stehen in Grasbrunn Notstrom-Aggregate bereit. Für Vereinsfeste ausleihen will die Gemeinde sie vorerst nicht. © Swen Pförtner/dpa

Einer generellen Vermietung der kommunalen Notstrom-Aggregate erteilte der Grasbrunner Gemeinderat eine Absage. Im Einzelfall soll man sich die Geräte aber borgen können.

Auf Wunsch der beiden Feuerwehren in Grasbrunn und Harthausen hat die Gemeinde drei Notstrom-Aggregate für den Fall eines Blackouts angeschafft. Nun stellte die FWG-Fraktion den Antrag, eine Satzung zur Vermietung der Geräte zu erlassen. Der Gemeinderat lehnte eine generelle Vermietung im Moment ab, daher wird es jetzt auch keine Kostensatzung dafür geben.

Hannes Bußjäger, Kommandant und FWG-Gemeinderat, hatte 2023 drei Notstrom-Aggregate bei einem Maschinenhandel ausgesucht, die die Verwaltung letztlich kaufte. Damals verständigte man sich zwischen der Gemeinde und den Kommandanten beider Feuerwehren darauf, dass die Geräte ausschließlich für den Blackout-Fall vorgehalten werden und eine Vermietung dem Einsatzfall widerspricht. Da es in der Vergangenheit aber mehrfach Veranstaltungen gab, bei denen Notstrom-Aggregate, etwa aus Unterhaching oder vom THW, gegen eine Leihgebühr angemietet wurden, stellte sich laut FWG-Fraktion nun die Frage, ob man die drei in der Gemeinde verfügbaren Geräte doch verleihen oder gar ein viertes nur für diesen Zweck anschaffen sollte.

Kommandant widerspricht Verwaltung

Die Kämmerei der Gemeinde stellte dazu fest, dass es sich um fest verbaute Geräte handle. Der Verkäufer der Aggregate habe mitgeteilt, dass es infolge der „schlechten“ Abgaswerte nicht möglich sei, die Geräte auf einen Hänger zu bauen, da diese dann als Fahrzeug gelten und eine Zulassung nicht möglich sei. Daher seien die Geräte ausschließlich für den ortsfesten Einsatz vorgesehen. Zudem sei die Vermietung von Strom-Aggregaten keine gemeindliche Aufgabe, auch spreche der Grund der Anschaffung für den Blackout-Fall dafür, die Geräte nicht anderweitig zu nutzen oder zu verleihen. Daher lehne die Kämmerei den Antrag ab. Ebenso das Bauamt der Gemeinde, da es einer ausführlichen Schulung zur Nutzung der Aggregate bedarf. Für eine durchgängige Betreuung der Aggregate durch geschulte Beschäftigte der Gemeinde geb es kein Personal.

Kommandant Bußjäger widersprach den Stellungnahmen. Zum einen seien alle Geräte mobil und daher ausleihbar. „Diese Aggregate müssen sogar mehrfach, am besten viermal im Jahr, unter Volllast laufen, zudem schulen wir bei der Feuerwehr genügend Personal. Ein Ausleihen, etwa beim Neukeferloher Dorffest oder beim Harthauser Burschen-Pfingsttanz, wäre, wenn an die Geräte auf fahrbare Hänger montiert, sinnvoll.“ Aktuell zahle man der Feuerwehr Unterhaching 800 Euro Leihgebühr. Er wolle, so Bußjäger, keinen gewerblichen Verleih, sondern nur für Feste und Veranstaltungen von Vereinen im Ort. Feuerwehrmann Markus Mende (SPD) lehnte die Anschaffung eines weiteren Aggregats ab: „Das wäre totaler Quatsch. Wir haben drei, die müssen regelmäßig laufen, also kann man sie im Ort auch verleihen.“

Dem schloss sich der Gemeinderat an. Die vorhandenen Geräte können für kommunale Großveranstaltungen genutzt werden. Einen allgemeinen Verleih wird es nicht geben. Bis auf Weiteres entscheidet Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) bei Veranstaltungen im Einzelfall, ob eines der vorhandenen Geräte zur Verfügung gestellt wird. „Wir schauen mal, wie das läuft. Mit den gemachten Erfahrungen werden wir bestimmt nochmals darüber diskutieren“, sagte Korneder.

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