Attacken, Diskussionen, Ärger: Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs haben immer wieder mit einigen Hundehaltern, Hunden und deren Hinterlassenschaften zu tun. Kürzlich wurde ein Mitarbeiter von einem Tier an der Seepromenade gebissen – zum Glück ohne körperliche Folgen.
Starnberg - Der Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs wollte gerade aufräumen. Er hatte ein Beet an der Starnberger Seepromenade gesäubert, hatte Unkraut gejätet und einen Haufen gebildet. Nun bückte er sich, um alles aufzuheben, als auf einmal ein Hund auf ihn zu schoss und den Arbeiter ins Handgelenk biss.
So schildert Martina Sont㈠heim, die Leiterin des Starnberger Betriebshofs, den Vorfall, der sich am Montag voriger Woche, 15. September, gegen 10.30 Uhr vormittags ereignet hat. Zum Glück habe der Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen eine Manschette sowie Handschuhe getragen, weswegen es durch die Hundeattacke zu keiner Verletzung gekommen sei, sagt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Die Stadtverwaltung nahm diesen Vorfall zum Anlass, um in einer Pressemitteilung auf die bestehende Leinenpflicht für Hunde auf der Seepromenade hinzuweisen (wir berichteten). Der Hund im aktuellen Fall habe sich zwar an einer Leine befunden, erklärt Sontheim. Diese sei aber so lang gewesen, dass das Herrchen nicht schnell genug hätte reagieren können.
Martina Sontheim und ihre Leute haben regelmäßig mit Hundehaltern, Hunden und deren Hinterlassenschaften zu tun – auf der Seepromenade, aber auch andernorts im Stadtgebiet. So sei ein Spielplatzkontrolleur kürzlich auf einer Anlage gewesen, als er urplötzlich von einem frei laufenden Hund angeknurrt worden sei. „Zunächst war weit und breit kein Frauchen oder Herrchen zu sehen“, sagt Sontheim. Als es wenig später auch auf dem Spielplatz gewesen sei, habe der Mitarbeiter ein „Der tut nichts“ zu hören bekommen. „Das ist der Klassiker.“
Längst ein „Klassiker“ sind auch Hundehaufen in Blumenbeeten und auf Wiesen. Wenn dann Betriebshof-Mitarbeiter mit dem Freischneider arbeiten und die Hinterlassenschaften aufwirbeln, wird es sehr schnell sehr eklig. Gegebenenfalls müssten die Mitarbeiter dann ihre Arbeit unterbrechen, zum Betriebshof fahren und sich umziehen, weil die Arbeitsklamotten so verschmutzt seien. „Das ist nicht schön, aber leider unser tägliches Geschäft“, erklärt die Chefin.
Auf Verständnis einiger Hundehalter hoffen die Mitarbeiter vergebens, wenn sie sie darauf ansprechen, dass ihre Hunde auf die Freiflächen gemacht haben. „Wir haben als Antwort auch schon ,Ich zahle ja Steuern‘ gehört“, sagt Sontheim. Kürzlich hätten in einem Beet sieben Hundehaufen gelegen, obwohl die Spender mit den roten Hundebeuteln oft nicht weit entfernt stünden.
„Vom Empfinden her nehmen solche Vorfälle zu“, sagt Martina Sontheim. Im konkreten Fall an der Seepromenade habe sich der Mitarbeiter sehr erschrocken, weil die Attacke des Hundes völlig unerwartet gekommen sei. „Er war furchtbar sauer“, sagt die Betriebshofleiterin und kann ihren Mitarbeiter verstehen. „Wenn man ständig mit Hundekot zu tun hat, dann so etwas erlebt und als Antwort ,Der macht schon nichts‘ hört, dann ist das einfach nicht schön.“ Sie würde sich wünschen, dass alle Hundehalter ihre Tiere im Zaum halten und die Hundehaufen selbstständig in den entsprechenden roten Beuteln entfernen. Eine Anzeige sei übrigens nicht erstattet worden. „Das machen wir nicht. Wir sind ja für die Leute in Starnberg da.“