Man könnte von einer „Quadratur des Kirchplatzes“ sprechen, wenn man sich all die Aufgaben anschaut, welche die Fläche vor der Kreissparkasse künftig erfüllen soll: Zum einen soll der Platz in Anbetracht immer heißerer Sommer mehr schattenspendende Elemente und Durchgrünung erhalten, um seinen Besuchern ein Plus an Aufenthaltsqualität zu bieten. Zum andern wünschen sich die Stadträtinnen und Stadträte bei der geplanten Neugestaltung der Fläche ein möglichst flexibles Nutzungskonzept und ausreichende Anfahrtswege für die Feuerwehr und Rettungsdienste. Der Ferienausschuss war in seiner August-Sitzung um eine Lösung bemüht, doch konnte vor dem Ende der Frist des Städtebauförderungsprogrammes „Klima schafft Wandel“ Ende September noch immer keine feste Planung auf den Weg gebracht werden.
Starnberg – Zum Unmut vieler Stadtratsmitglieder aus Starnberg werden die aus dem Planungsstand abgeleiteten Kosten bereits auf 472.000 Euro geschätzt statt der bisher im Haushalt eingeplanten in Höhe von 260.000 Euro. Auch bei einer Förderung blieben davon noch immer 115.000 Euro an der Stadt Starnberg hängen, hinzu käme ein Grünpflegeaufwand von 10.000 Euro im Jahr. Die gewünschte Begrünung eines Teils der bisherigen Asphaltflächen mit Beeten, Bäumen oder Pflanzkübeln stößt auf allerlei praktische Probleme: Unter dem Platz befindet sich neben diversen Versorgungsleitungen auch die Tiefgarage der Kreissparkasse, deren Decke wiederum nicht unbegrenzt tragfähig ist – damit wären Pflanzkübel mit einem Gewicht von bis zu zwei Tonnen wegen der einhergehenden punktuellen Belastung nicht ohne Weiteres möglich.
Im Ferienausschuss favorisiert man derzeit ein abgestuftes Hochbeet mit Sitzgelegenheiten sowie mehreren Bäumen und Stauden rund um den bestehenden Brunnen an der Nordostseite der Kirche Stadtpfarrkirche St. Maria. Wegen der Tiefgarage lässt sich nämlich nicht viel Erdreich auftragen. Weitere Beete und Einzelbäume, etwa vor der Eiswerkstatt, sind fraglich bzw. schon wieder aus der Planung gestrichen worden, auch eine Pergola mit Kletterpflanzen im Bereich der Kirchenmauer hielt der Ferienausschuss für verzichtbar (Kostenpunkt zirka 45.000 Euro).
Vorgesehenes auf dem Kirchplatz für Entscheider und Bürger visualisieren
Sämtliche Entwürfe müssten auch noch mit dem Architekten abgestimmt werden, der das Urheberrecht für das Erscheinungsbild des heutigen Kirchplatzes innehat und auch diesmal mit der Neugestaltung beauftragt wurde. Franz Heidinger (Bürgerliste Starnberg) fand auch deshalb die Unterstützung des Gremiums, als er anregte, die vorgesehenen Elemente des Kirchplatzes mit Flatterband zu visualisieren, damit sich Vereine und Marktbetreiber ein Bild von den Absichten der Stadt machen können: Sie sind schließlich übers Jahr die Hauptnutzer des Platzes. Dessen Neuplanung dauert inzwischen seit zwei Jahren an. Im Oktober will man sich abermals mit der Thematik befassen.
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