Die Absage war schon raus. Das beliebte Maschgara-Treiben mit Kinderolympiade am Josefsplatz sollte nicht stattfinden. Der Grund: gestiegene Auflagen und massiver Ärger mit einem Anwohner. Auf den letzten Drücker fand sich doch noch eine Lösung für die Traditionsveranstaltung am Faschingsdienstag.
Garmisch-Partenkirchen – „Jetzt erst recht!“ Elisabeth Grünauer spricht diese drei Worte sehr energisch, mit großem Nachdruck aus. „Mia lass‘n uns de Tradition ned nemma.“ Damit spielt die Vorsitzende des Maschgara-Stammtischs Garmisch auf das ungute Vorspiel an, das das traditionelle Faschingstreiben mit Kinder-Olympiade am Josefsplatz am Dienstag, 4. März, massiv gefährdet hat. „Wir hatten schon alles abgesagt.“ Die Wende kam dann am Donnerstag gegen 23 Uhr. Da war klar, dass die beliebte Veranstaltung, die seit 37 Jahren rund 500 Mädchen und Buben samt Eltern anlockt, doch stattfinden kann. „Dabei hat uns Frau Koch viel geholfen.“
Sobald die Bürgermeisterin von den Problemen erfahren hatte, setzte sie alle Hebel in Bewegung. „Das kann doch nicht sein, da mussten wir etwas machen“, betont Elisabeth Koch (CSU). Was Grünauer und ihren ehrenamtlichen Helfern vor allem zu schaffen machte, war der massive Ärger mit einem Anwohner. Dieser, ein Auswärtiger, warf den Organisatoren vor, dass er wegen des Maschgara-Treibens seinen Laden schließen muss. „Aber nur am Nachmittag“, sagt Grünauer. Zwar beginnt der Aufbau der verschiedenen olympischen Stationen und der Verpflegungsbereiche schon früher am Faschingsdienstag, die Musikkapelle Garmisch, die das Ganze mit Stimmungshits untermalt, rückt aber erst um 13 Uhr an. Die Spiele starten dann etwas später. Außerdem hielt der Anwohner den Veranstaltern vor, dass im vergangenen Jahr viel kaputtgegangen sei. Diesen Vorwurf weist Grünauer jedoch weit von sich.
Viel Unterstützung von Seiten der Gemeinde
Dieser Vorhaltungen brachten allerdings das Fass zum Überlaufen und führten dazu, dass sie das Faschingstreiben erst einmal abgesagt haben. „Der Ärger mit der Nachbarschaft hat uns die letzte Kraft geraubt“, sagt Grünauer. Schon die gestiegenen Auflagen, die sie und ihre Mitstreiter erfüllen müssen, kosteten viel Energie. Insbesondere die enormen Sicherheitsmaßnahmen, die nach den jüngsten Anschlägen noch einmal verstärkt wurden, bereiteten ihnen enorme Kopfzerbrechen. „Aber wir werden von allen Seiten unterstützt.“ Um zu verhindern, dass ein Attentäter mit einem Auto in die Menge rast, wie vor gut zwei Wochen in München, werden die Zufahrtsstraßen mit Lastwagen gesperrt. „Da helfen uns die Feuerwehr und die Gemeinde“, erklärt die Vorsitzende erleichtert. Für die Vorgaben von Seiten des Marktes, der als Sicherheitsbehörde zuständig ist, hat sie Verständnis. Allein aus ihren Reihen ließen sich diese allerdings nicht erfüllen.
25 ehrenamtliche Maschgara stemmen die Kinder-Olympiade
„Die Gemeinden müssen überlegen, wie man etwas sichern kann“, sagt Josef Grassegger, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen. Die Umsetzung sei dann Sache des Veranstalters. Denen und auch den Kommunen steht die Polizei beratend zur Seite. Der internen Lageeinschätzung zufolge besteht „weiterhin abstrakt hohe Gefahr“. Deshalb werde empfohlen, Lkw und andere schwere Fahrzeuge an den Straßen rund um den Veranstaltungsort zu positionieren.
Grünauer ist froh und auch dankbar, dass alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden und das beliebte Maschgara-Treiben stattfinden kann. Ihr und ihren 24 ehrenamtlichen Helfern stehen arbeitsreiche Tage bevor. Nachdem sie alles abgesagt hatten, müssen sie jetzt alle reaktivieren. Aber auch da stößt das Team vom Maschgara-Stammtisch auf viel Verständnis und tatkräftige Unterstützung. Die Spiele können also wie gewohnt am Faschingsdienstag beginnen.