Im Unterallgäu einigten sich Politik und Gemeinden auf den Abbau von Unterkünften. Bis Ende 2025 schließen fünf Standorte.
Unterallgäu – Die Zahl der Asylsuchenden in Bayern ist bis Ende August 2025 deutlich zurückgegangen (minus 61 Prozent), wie aus einer Pressemitteilung der Regierung von Schwaben hervorgeht. Dennoch bleibt auch im Unterallgäu der Bedarf an Unterkünften hoch, nicht zuletzt wegen ukrainischer Kriegsflüchtlinge. Besonders drängend war die Frage, wie die wegfallenden Notunterkünfte in Bad Wörishofen und Mindelheim kompensiert werden können.
Flüchtlingsunterbringung: Unterallgäu kann Unterkünfte schließen
Bei zwei Runden Tischen unter Leitung von Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, mit Regierungspräsidentin Barbara Schretter, Landrat Alex Eder und betroffenen Bürgermeistern wurden konkrete Lösungen vereinbart: Der Landkreis erfüllt künftig seine Asylquote, sodass bis Ende 2025 weitere fünf Unterkünfte in Babenhausen, Bad Wörishofen, Pfaffenhausen und Mindelheim geschlossen werden können; sechs Standorte in Babenhausen, Bad Grönenbach, Ettringen, Tussenhausen und Ungerhausen wurden bereits heuer aufgelöst. Geplante Neubauten in Fellheim und Babenhausen werden nicht weiterverfolgt.
Reduzierte Belegung von 15 Plätzen
Für Egg an der Günz einigte man sich auf eine stark reduzierte Belegung von 15 Plätzen, ausschließlich für Familien. Vertreter von Regierung, Landkreis und Gemeinden hoben die enge Abstimmung und den gemeinsamen Willen hervor, verträgliche Lösungen für die betroffenen Orte zu finden. „Wir haben viel hin und her überlegt und intensiv geprüft. In diesem Fall ließ sich aber keine andere Lösung finden, als die Unterkunft in Egg an der Günz zu belegen. Selbstverständlich bleibt es bei meiner Aussage von der Bürgerversammlung Anfang Juni: Wir werden hier ein verträgliches Maß finden“, so Eder.
Holetschek betont: „Bei einem so sensiblen Thema wie der Flüchtlingsunterbringung braucht es Sachlichkeit statt Populismus sowie eine klare und abgestimmte Kommunikation. Deshalb habe ich die beiden Runden Tische initiiert. Mit Bürgermeister Wolfgang Walter und Vertretern des Gemeinderats habe ich auch vor Ort in Egg an der Günz das persönliche Gespräch gesucht. Wichtig ist, dass die Belegung zumindest deutlich auf 15 Plätze reduziert wurde und schrittweise mit Familien belegt werden soll. Entscheidend ist auch, dass wir die Entwicklung vor Ort und im ganzen Landkreis weiter genau im Blick behalten.“
Bürgermeister Wolfgang Walter erklärte: „Für uns in Egg an der Günz ist entscheidend, dass die Unterkunft auch künftig ausschließlich mit Familien belegt wird. Das erleichtert die Akzeptanz vor Ort. Zugleich wünsche ich mir, dass die Gemeinde künftig noch enger in die Entscheidungsprozesse einbezogen wird. Mein Dank gilt Klaus Holetschek, der alle Beteiligten an einen Tisch gebracht und damit diesen konstruktiven Austausch möglich gemacht hat.“
„Einmal mehr zeigt sich, wie wichtig ein Austausch aller staatlichen Ebenen ist. Gerade herausfordernde und schwierige Aufgaben können am besten in einem guten und engen Austausch gelöst werden. Daher ist es mir ein Anliegen, dass wir uns auch weiterhin eng mit den betroffenen Bürgermeistern abstimmen“, sagte Regierungspräsidentin Barbara Schretter.
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