Die Eisdielen profitieren wider Erwarten nicht von der aktuellen Hitzewelle. Stattdessen beobachtet der Eisdielen-Verband eine Kundenflaute.
Hamm – Deutschland ächzt unter der aktuellen Hitze. Die Temperaturen liegen regelmäßig über 30 Grad, was eine große Belastung für den Körper darstellt. Abkühlung ist da gern gesehen. Sei es der Sprung in den nahegelegenen Baggersee, ein Besuch im Freibad oder schlicht ein eiskaltes Getränk. Auch Eis sollte aktuell weggehen wie warme Semmeln, könnte man meinen. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall, wie die Union der italienischen Speiseeishersteller (Uniteis) beklagt.
Temperaturen über 30 Grad sind vielen zu heiß für einen Eisdielen-Besuch
„Ab 30 Grad wollen die Leute nur noch trinken“, erläutert die Sprecherin des Verbands, Annalisa Carnio, gegenüber der Rheinischen Post das auf den ersten Blick widersprüchliche Phänomen. Ideales Wetter für Eisdielen herrsche bei Temperaturen zwischen 25 und 26 Grad. In der aktuellen Hitzewelle seien laut Carnio „Wasser und Softdrinks gefragter als Eis.“
Auch der Beginn der Saison verlief für die über 2000 Eisdielen in Deutschland, die der Verband nach eigenen Angaben vertritt, alles andere als optimal. Wegen des wechselhaften Frühlings ist „die Saison (…) auch erst später gestartet, Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni“, so Carnio.
Nicht nur die Hitze: Auch andere Faktoren beeinflussen das Verhalten der Eisdielen-Kunden
Ein weiterer Einflussfaktor auf das Kaufverhalten der Kunden ist der Preis. Eine Umfrage des Portals coupons.de unter 176 Eisdielen in 60 Städten ergab, dass der durchschnittliche Preis für eine Kugel im Frühling 2025 bei 1,81 Euro lag. In Städten und beliebten Urlaubsregionen kostet eine Kugel jedoch oft mehr als zwei Euro. Immerhin seien die Preise im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen, so die Uniteis-Sprecherin. „Wir wollten einen angemessenen Preis beibehalten“, betont Carnio. Dies stehe im Einklang mit der allgemeinen Abflachung der Teuerung der Lebensmittelpreise.
Trotzdem führen die Preise dazu, dass viele Verbraucher ihr Kaufverhalten anpassen. Zwar möchten die meisten nicht auf ihre Kugel Eis verzichten, doch in einer YouGov-Umfrage gaben sechs von zehn Befragten an, „immer“ oder „gelegentlich“ weniger Kugeln zu bestellen als noch vor fünf Jahren. (sp/dpa)