Der spanische Weltstar Julio Iglesias sieht sich mit erschütternden Vorwürfen konfrontiert. Eine dreijährige Recherche bringt Aussagen ans Licht, die den 82-Jährigen schwer belasten.
Madrid – Julio Iglesias (82) gehört zu den erfolgreichsten Sängern der Musikgeschichte. Millionen verkaufte Platten, ein Name, der seit den 1960er-Jahren in Spanien und weit darüber hinaus für romantische Balladen steht. Doch nun werfen Enthüllungen einen dunklen Schatten auf den Künstler.
Drei Jahre lang recherchierten das spanische Nachrichtenportal „elDiario.es“ und der Fernsehsender „Univision Noticias“ gemeinsam. Das Ergebnis ihrer Arbeit: Zwei ehemalige Angestellte erheben schwere Anschuldigungen gegen den Sänger. Sie berichten von sexuellen Übergriffen, Demütigungen und einem Klima der Angst.
Was die Frauen Julio Iglesias konkret vorwerfen
Eine der Betroffenen, eine Haushaltshilfe, die unter dem Pseudonym „Rebecca“ spricht, arbeitete in Iglesias‘ Villa in Punta Cana in der Dominikanischen Republik. Sie war 22 Jahre alt, als die geschilderten Vorfälle im Jahr 2021 stattgefunden haben sollen. Ihren Aussagen zufolge habe der Sänger sie fast jede Nacht in sein Zimmer gerufen und dort ohne ihre Zustimmung sexuell missbraucht. „Ich fühlte mich wie ein Objekt, wie eine Sklavin“, beschreibt sie ihre damalige Situation.
Die zweite Frau, eine venezolanische Physiotherapeutin mit dem Decknamen „Laura“, berichtet von wiederholten ungewollten Berührungen an den Brüsten und Küssen gegen ihren Willen – am Strand sowie am Pool des Anwesens. Beide Frauen sprechen von einer Atmosphäre, in der der Missbrauch „normalisiert“ worden sei. Sie haben mittlerweile formelle Anzeige bei der Audiencia Nacional erstattet, dem nationalen Gerichtshof Spaniens. Die Vorwürfe lauten auf Menschenhandel und sexuellen Übergriff.
Die Recherchen stützen sich auf Interviews mit insgesamt 15 ehemaligen Angestellten, die zwischen den späten 1990er-Jahren und 2023 für den Sänger tätig waren. WhatsApp-Nachrichten, Anruflisten, Fotos und medizinische Berichte sollen die Aussagen untermauern. Julio Iglesias selbst und seine Anwälte haben auf Anfragen der Journalisten bisher nicht reagiert. Die konservative Regionalpräsidentin von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, hingegen stellte sich öffentlich hinter den Sänger und kritisierte die Berichterstattung auf X scharf. Dieser Schauspieler wurde im vergangenen Jahr wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen. Verwendete Quellen: elDiario.es/Univision, BBC.com, X/IdiazAyuso