Adrian Sutil sitzt wegen Betrugsvorwürfen in Haft. Wenig später wird der Ex-Formel-1-Star bedroht und seine Autos geklaut. Klingt wie ein Hollywood-Film, ist aber Realität.
Monaco/Sindelfingen – Seit Ende November 2025 sitzt der ehemalige Formel-1-Pilot Adrian Sutil inzwischen in Untersuchungshaft im Stammheimer Gefängnis. Dem 42-Jährigen wird „gemeinschaftlicher Betrug im besonders schweren Fall“ vorgeworfen. Sutil selbst beteuert weiterhin seine Unschuld. Nun nimmt der Fall eine weitere irre Wendung.
Wie sein Rechtsanwalt Dirk Schmitz der Bild verriet, sollen Sutil und seine Familie selbst Opfer einer Erpressung geworden sein, bei der zahlreiche Luxusautos im Wert von 17 Millionen Euro aus der Garage des Anwesens in Monaco verschwunden sind. Darunter befand sich auch ein Mercedes 600 von Elvis Presley.
Wagner-Söldner erpresst und bedroht Ex-Formel-1-Star Sutil
Bereits im Rahmen der Razzia im November hatten die Ermittler 20 Luxuskarossen beschlagnahmt, doch laut Rechtsanwalt Schmitz verblieben neun Fahrzeuge in der Garage des ehemaligen deutschen Formel-1-Piloten. Etwa eine Woche nach der Festnahme soll es dann zu einer Erpressung von Sutil gekommen sein.
„Ein Anrufer hat sich am Telefon als ‚Vladimir‘ vorgestellt und behauptet, er sei Russe und gehöre zur Wagner-Gruppe – mit der Drohbotschaft, ihn halte in Monaco niemand auf, wenn sich seine Truppe die Fahrzeuge ‚hole‘“, erklärt dessen Rechtsanwalt im Gespräch mit der Bild. Ob es sich wirklich um einen Wagner-Söldner handelt, müsse nun die Polizei prüfen.
Kurz nach dem Anruf, sollen dann mehrere Männer an Sutils Adresse in Monaco aufgetaucht sein und die Autos „unter massivem Druck“ abtransportiert haben. Die Familie des Ex-Rennfahrers erklärte laut Bild, es sei „kein normaler Autodiebstahl“ gewesen. Vielmehr habe es massive Einschüchterungen und sogar Todesdrohungen gegeben. „Die klare Botschaft der Täter war: ,Autos raus – oder es passiert was Tödliches‘“, wird Rechtsanwalt Schmitz deutlich.
Zu den verschwundenen Fahrzeugen zählen nach Angaben von Schmitz unter anderem zwei Koenigsegg, ein Rolls-Royce Phantom, ein Ferrari California, ein Lamborghini und mehrere Porsche. „Die Täter hätten zudem verlangt, keine Polizei einzuschalten. Auch nach dem Abtransport habe es weitere Warnungen und Kontaktversuche über unbekannte Nummern gegeben“, so Sutils Anwalt.
Ex-Formel-1-Pilot Sutil stellt trotz Drohungen Anzeige und hofft auf Rückkehr seiner Autos
Am 31. Dezember erfolgte aber dennoch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. „Wir können bestätigen, dass bei uns eine Strafanzeige wegen des unklaren Verbleibs mehrerer weiterer Fahrzeuge eingegangen ist“, sagte LKA-Sprecherin Lisa Schröder der Bild. Sutil kooperiert laut seinem Rechtsanwalt „vollständig mit Ermittlungsbehörden und hofft, dass die Fahrzeuge gefunden werden“. (smo)