Nach Pumpenausfall: Zweiter Brunnen für Wasserversorgung in Aurach geplant

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Miesbach
  4. Fischbachau

Kommentare

Bekommt Unterstützung: Die Wasserpumpe am Steckenbaum in Aurach soll mit einem zweiten Brunnen in der Nachbarschaft verstärkt werden, um die Versorgung auch bei einem Ausfall zu gewährleisten. © THOMAS PLETTENBERG

Nach einem Pumpenausfall im März wäre Fischbachau fast auf dem Trockenen gesessen. Jetzt will die Gemeinde für solche Fälle vorsorgen – mit einem zweiten Brunnen. Im ersten Schritt hat der Gemeinderat der Planung durch ein Ingenieurbüro zugestimmt.

Fischbachau – Um die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser zu gewährleisten, hat der Gemeinderat Fischbachau ein Ingenieurbüro damit beauftragt, unter anderem mit Grundwassermessstellen die spätere Bohrung einer zweiten Brunnenfassung vorzubereiten. Dass diese irgendwann nötig sein wird, war in der Gemeinde schon länger kein Geheimnis mehr – schon seit 2022 sind dafür Haushaltsmittel eingestellt, weil die Notversorgung aus Birkenstein bei einem Pumpenausfall nicht dauerhaft den vollen Wasserverbrauch abdecken kann. Schon ab zwei Tagen wäre die Versorgung nicht mehr gesichert. Auch Notverbunde mit Nachbargemeinden scheiden aus, weil die unterschiedlichen Wasserwerte nicht zusammenpassen.

Wie akut die Versorgungssicherheit gefährdet ist, hatte aber erst heuer ein Vorfall im März gezeigt: Die einzige Pumpe der Wasserversorgung am Steckenbaum in Aurach war ausgefallen. „Bis die alte Pumpe aus- und die neue eingebaut war, hat es sieben Tage gedauert“, berichtete Bürgermeister Stefan Deingruber (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nur dem feuchten Klima und dem zu dieser Zeit geringen Verbrauch sei es geschuldet gewesen, dass das Wasser gereicht habe. „Im Sommer bei Hitze und Trockenheit hätten die Reserven nicht gereicht“, fasste der Rathauschef zusammen. Bisher war die Gemeinde davon ausgegangen, dass ein Tausch der Pumpe deutlich schneller vonstattengeht. „Jetzt ist es höchste Zeit, dass wir was machen“, sagte Vize-Bürgermeister Martin Bacher (FWG).

Das sahen mit Ausnahme von Peter Rauffer (FaB), der erst eine Gegenüberstellung der Birkensteiner Versorgung mit dem Verbrauch forderte, auch die übrigen Gemeinderatsmitglieder so. Mit einer Gegenstimme entschied sich das Gremium dafür, die Ingenieurleistungen für ein sogenanntes Erkundungsprogramm rund um den bestehenden Brunnen zu vergeben. Konkret heißt das, dass die rund 30 Meter tiefe Bohrungen von zwei bis drei Messstellen vorbereitet werden. Wie Deingruber erklärte, wären diese ohnehin erforderlich geworden, weil die Gemeinde bis November 2025 eine Dokumentation zur Bewertung des Trinkwassereinzugsgebiets beim Landratsamt vorlegen muss.

Im Ergebnis rechnet die Gemeinde damit, dass der zweite Brunnen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im selben Wasserschutzgebiet möglich sein wird. Zunächst müssen aber noch die Grundwasserfließrichtung, das Gefälle und die Durchlässigkeit ermittelt werden. Ob eine Ausweitung der Schutzzone nötig sein wird, ist deshalb noch nicht absehbar und sei im wasserrechtlichen Verfahren zu klären, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Für die Ingenieurleistungen, die neben der Standortfrage der Messstellen und deren Auswertung auch die Festlegung des Brunnenstandorts sowie die Ausschreibung, Bauleitung und Auswertung des Pumpversuchs des Brunnens beinhalten, investiert die Gemeinde zunächst rund 48 000 Euro. Die Kosten für den tatsächlichen Bau und die technischen Installationen sind darin nicht enthalten.

Dass dieses Geld gut angelegt ist, darüber bestand im Gremium mehrheitlich kein Zweifel. „Die Wasserversorgung ist unser höchstes Gut und muss von uns geschützt werden“, betonte Bacher. Michael Gartmaier (CSU) ergänzte: „Der Druck auf dem Wasserkessel ist da.“ Nun gelte es, schnell zu handeln, um Druck abzulassen. Warum ein weiteres Abwarten keine Option ist, fasste letztlich Deingruber launig zusammen: „Die Grundwassermessstellen brauchen wir auf jeden Fall“, sagte der Bürgermeister. „Alles andere bräuchten wir nicht, wenn wir es nicht bräuchten.“

Wie schnell sich die zweite Brunnenbohrung umsetzen lässt, ist allerdings noch nicht absehbar, wie Geschäftsleiter Felix Stahl auf Anfrage sagt. Mit der Vergabe der Ingenieurleistungen laufe erst die Planung an. nap

Auch interessant

Kommentare