Forscher der Universität Cambridge haben einen 4000 Jahre alten Handabdruck auf einem antiken ägyptischen "Seelenhaus" entdeckt. Diese seltene Entdeckung wurde laut BBC während der Vorbereitung einer Ausstellung im Fitzwilliam Museum gemacht.
Seltener Abdruck auf uraltem Seelenhaus
Helen Strudwick, die leitende Ägyptologin des Museums, beschreibt den Fund als „sehr selten und aufregend“ und betont die Bedeutung des Abdrucks: „Er wurde vom Hersteller hinterlassen, der das Modell berührt hat, bevor der Ton getrocknet war.“
Das Seelenhaus, ein Tonmodell in Form eines Gebäudes, stammt aus der Zeit zwischen 2055 und 1650 v. Chr. Es wird Teil der Ausstellung „Made in Ancient Egypt“ sein, die am 3. Oktober eröffnet wird. Diese Art von Modell fand typischerweise in Grabstätten Verwendung und diente möglicherweise als Opfergabe oder als symbolischer Wohnort für die Seele des Verstorbenen.
Forscher entdecken erstmals einen vollständigen Handabdruck auf einem ägyptischen Objekt
Das Seelenhaus, auf dem der Handabdruck gefunden wurde, ist ein zweistöckiges Gebäude aus Ton, mit Säulen und einer offenen Vorderseite. In dieser waren Lebensmittel wie Brote, ein Salatkopf und ein Ochsenkopf ausgestellt.
Die Analyse ergab, dass der Töpfer ein Gerüst aus Holzstäben baute und es mit Ton überzog. Während des Brennvorgangs verbrannte das Holzgerüst und hinterließ leere Stellen.
Laut der BBC möchten die Kuratoren mit der Ausstellung „Made in Ancient Egypt“ zeigen, wer diese Handwerker waren und wie sie sich selbst sahen. Helen Strudwick erklärt: „Wir haben noch nie zuvor einen so vollständigen Handabdruck auf einem ägyptischen Objekt gesehen.“
Archäologen knacken 4500 Jahre alte DNA und lüften Geheimnisse der Ägypter
Immer wieder werden archäologische Funde aus dem Alten Ägypten gemacht. So haben Forscher nun die vollständige DNA eines vor rund 4500 Jahren lebenden Ägypters entschlüsselt. Dieser Durchbruch ermöglicht neue Erkenntnisse über die Abstammung der alten Ägypter. Rund 80 Prozent des Genoms stammen von jungsteinzeitlichen Bewohnern Nordafrikas, die restlichen 20 Prozent weisen auf Mesopotamien und den „Fruchtbaren Halbmond“ hin.
Der Mann war nicht mumifiziert und in einem keramischen Gefäß bestattet, wodurch die DNA erhalten blieb. Das Skelett des zwischen 2855 und 2570 v. Chr. verstorbenen Mannes weist auf ein Leben als Töpfer hin. Abnutzungen an seinen rechten Zehen legen nahe, dass er häufig an der Töpferscheibe arbeitete.
Das Mittlere Reich: Eine Epoche der Umbrüche und Zentralisierung in Ägypten
- Das Mittlere Reich Ägyptens dauerte von 2055 bis 1650 v. Chr. und umfasste die 11., 12. und Teile der 13. Dynastie.
- Es wird als die feudale Periode der ägyptischen Geschichte betrachtet.
- In dieser Zeit regierten lokale Fürsten in verschiedenen Provinzen, die dem König loyal waren, wobei sie erhebliche Ressourcen in der Provinz behielten.
- Während das frühe Mittlere Reich bis zu Sesostris II. stark dezentralisiert war, begann mit Sesostris III. eine Phase der starken Zentralisierung.
- Ein Kennzeichen dieser Epoche war die Einführung der Koregentschaft: Dabei setzten Herrscher zu Lebzeiten ihren Sohn auf den Thron, um Thronstreitigkeiten zu vermeiden.
- Unter Sesostris III. und Amenemhet III. wurden die Grenzen Ägyptens erweitert und das Fayyum landwirtschaftlich nutzbar gemacht.
- Nach dem Ende der 12. Dynastie fiel das Reich während der 13. Dynastie, die durch eine Vielzahl kurz regierender Herrscher gekennzeichnet war.
- Trotz kultureller und administrativer Kontinuität deuten die vielen schnell aufeinanderfolgenden Könige auf Thronstreitigkeiten hin.
- In dieser unruhigen Zeit erlangten schließlich asiatische Einwanderer im Delta die Macht, was zur Destabilisierung des Reiches beitrug.