Matthew Richardson, ein gefeierter Olympionike aus Australien, wurde nun auf Dauer gesperrt. Der Grund dafür ist durchaus seltsam.
München – Der australische Radfahrer Matthew Richardson, der bei den Olympischen Spielen in Paris zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille errang, ist in seinem Heimatland in die Kritik geraten. Nachdem er kurz nach seinen sportlichen Triumphen bekannt gab, dass er in Zukunft für sein Geburtsland Großbritannien antreten würde. Wegen dieser Entscheidung, die er während der Spiele geheim hielt, löste einen großen Aufruhr aus und wurde vom australischen Radsportverband AusCycling lebenslang gesperrt.
Lebenslange Sperre für olympischen Medaillengewinner
AusCycling reagierte heftig auf Richardsons Aktionen. In einer offiziellen Erklärung stellte der Verband fest, dass Richardsons Verhalten den Werten des Verbandes, des australischen Nationalteams und der gesamten Radsportgemeinschaft zuwiderlaufe.
Der Verband betrachtete die Geheimhaltung seiner Pläne als schweren Vertrauensbruch. Besonders pikant: Richardson soll versucht haben, ein maßgeschneidertes Fahrrad und einen olympischen Rennanzug nach Großbritannien zu schmuggeln. AusCycling sah dies als unzumutbares Risiko für ihr geistiges Eigentum an.
Die Untersuchung von AusCycling hatte drastische Folgen: Richardson darf nie wieder für Australien antreten, keine Teamressourcen in Anspruch nehmen und wird von allen Auszeichnungen ausgeschlossen. Eine ursprünglich vom Verband geforderte zweijährige Wettkampfsperre wurde jedoch abgelehnt, sodass Richardson seit September für Großbritannien an den Start geht.
Olympia-Held bleibt von den strengen Maßnahmen unberührt
Richardson, der 1999 in England geboren wurde und im Alter von neun Jahren mit seiner Familie nach Australien auswanderte, startete seine Karriere als Radfahrer dort sehr erfolgreich. Sein Entschluss, die Nationalität zu wechseln, kam für viele überraschend, insbesondere nach seinen jüngsten Erfolgen bei den Olympischen Spielen.
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Trotz der strengen Maßnahmen bleibt Richardson unbeeindruckt. Er betont, dass er sich keiner Schuld bewusst ist und weiterhin gut schlafen kann. „Ich habe AusCycling immer respektvoll behandelt und war sehr dankbar für alles, was sie über die Jahre für mich getan haben. Und ich habe wirklich geglaubt, dass ich es ihnen mit Ergebnissen zurückgezahlt habe. Leider wurde Lärm verursacht. Aber ich kann nachts gut schlafen, weil ich weiß, dass dieser Lärm nicht von mir selbst kam“, äußerte er sich zu den Vorwürfen. (smr)