Letztes Jahr schwang JD Vance bei der Siko Anti-Europa-Reden – und traf sich mit AfD-Chefin Weidel. Diesmal bleibt der US-Vize dem Treffen fern.
Vergangenes Jahr prägte US-Vizepräsident JD Vance mit einer geharnischten Anti-Europa-Rede die Münchner Sicherheitskonferenz – diesmal bleibt er dem hochrangigen Treffen fern. Das bestätigten die Veranstalter dem Spiegel. Stattdessen solle US-Außenminister Marco Rubio die US-Delegation anführen.
Vances Auftritt vor einem Jahr war der erste offene Bruch der Trump-Regierung mit den europäischen Partnern. Statt über die Gefahren aus Moskau und Peking zu sprechen, kritisierte der US-Vize eine angeblich abnehmende Meinungsfreiheit in Europa. Außerdem forderte er indirekt ein Ende der Brandmauer zur AfD. Am Rand der Konferenz traf er sich mit AfD-Chefin Alice Weidel.
Berlin hatte mit Vance gerechnet: Rubio ist deutlich Europa-verbundener und diplomatischer
Eigentlich war man in Berlin davon ausgegangen, dass Vance auch in diesem Jahr kommt. Zu besprechen gäbe es vieles: vom Streit über Grönland und den Ukraine-Krieg bis zum US-europäischen Verhältnis. Eine offizielle Begründung für die Absage steht aus. Rubio zu schicken, könnte auch ein Signal sein. Der Außenminister ist weitaus europaverbundener und diplomatischer als Vance.
Der US-Vize gilt als ideologischer Kopf hinter Trumps Weltneuordnung und als möglicher Nachfolger des jetzigen US-Präsidenten. Nach dem Grönland-Gipfel in Washington in dieser Woche äußerten sich Teilnehmer frustriert über ihn. Vance könne nicht als Verbündeter betrachtet werden, zitierte „Politico“ einen EU-Diplomaten. „Er hasst uns.“
Harris, Pence und Biden kamen regelmäßig: Merz erstmals als Kanzler bei Siko dabei
In den vergangenen Jahren kamen US-Vizepräsidenten regelmäßig zur Siko, darunter Kamala Harris, Mike Pence und Joe Biden. Darüber, welche Staats- und Regierungschefs diesmal zu Gast sein werden, schweigt die Siko bisher. Bestätigt ist nur die Teilnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Es ist seine erste Siko als Kanzler.