Der Landsberger Sommer-Bergbus startet bald wieder durch

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landsberg

Kommentare

Auch an der Wieskirche bei Steingaden legt der BergBus 996 einen Stopp ein. © Ruth Riedle

Noch bevor der Landkreis Landsberg im Januar Teil des MVV wurde, startete schon die erste Buslinie des Verkehrsverbunds: In den Sommermonaten fuhr erstmals der MVV-BergBus, die Linie 996, an den Wochenenden von München nach Pfronten mit Stopp in Landsberg. Das Pilotprojekt wird heuer fortgesetzt.

Landkreis Landsberg – Die MVV-Linie entstammt einer Idee der großen Münchener Alpenvereins-Sektionen, die sich seit Jahren für ein besseres ÖPNV-Angebot aus der Landeshauptstadt Richtung Berge engagieren. Entsprechend aufmerksam hat der Landsberger Alpenverein die Initiative bereits im Vorfeld verfolgt. „Für unsere mehr als 8.500 Mitglieder haben wir uns frühzeitig stark gemacht, damit der Bus einen Zwischenstopp in Landsberg bekommt“, sagt Sektionsvorsitzender Jörg Riedle. „Der Halt an unserem Zentralen Busbahnhof ist übrigens der einzige zwischen München und den Bergen.“

Von Mitte Mai bis Ende Oktober 2024 fuhr der Bus jeweils samstags und sonntags zweimal Richtung Pfronten und zurück. Erster Halt nach Landsberg war nach 50 Minuten Steingaden, danach wurden Trauchgau, Halblech, Buching, die Tegel­bergbahn in Schwangau, Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau und Pfronten angefahren.

Einige Wanderleiter des DAV Landsberg hätten mit dem Bus in der vergangenen Saison Touren angeboten, berichtet Jörg Riedle. „Alles hat gut funktioniert, der Bus war pünktlich und es war problemlos möglich, mit einer kleinen Gruppe einen Platz zu finden.“ Einen besonderen Vorteil sieht der Alpenverein in der Möglichkeit, mit dem ÖPNV-Angebot Überschreitungstouren zu machen, also an einer anderen Haltestelle die Rückfahrt anzutreten als gestartet wurde.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wird der MVV-BergBus auch in diesem Jahr ins Tourenprogramm eingebaut. Er ergänzt den von der AV-Sektion organisierten Bus, der an drei Sommersonntagen von Landsberg Richtung Berge fährt. Riedle: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, immer öfter auch öffentlich, das heißt umweltfreundlich und mit weniger Verkehrsbelastung am Zielort, zu Touren zu fahren – und da passen die beiden Angebote perfekt.“

Bedenken, dass die BergBus-Linie 996 nicht ausreichend ausgelastet sei, hätten sich nicht erfüllt. Aus der MVV-Zentrale kamen im vergangenen Herbst beruhigende Signale: Die Auslastung 2024 sei zwar stark vom Wetter abhängig gewesen, insgesamt jedoch hoch genug, um den Bus auch weiterhin anzubieten. Das Programm wird heuer sogar ausgebaut, nun fährt der Bus zwischen dem Pfingstwochenende und Allerheiligen auch an Feiertagen. Landsberg als Zwischenstopp bleibe schon deswegen erhalten, weil auf der langen Fahrt von München im Linienbus eine kurze Toilettenpause angeboten werden müsse. Bei gutem Wanderwetter, so berichtet der MVV, wurden zwischen 25 und 40 Personen transportiert, an Spitzentagen mehr als 60 Fahrgäste. Dabei wurde die Linie 996 neben Wanderern auch von Besuchern der Königsschlösser rege genutzt, häufiges Ziel waren auch die Tegelbergbahn und Pfronten-Steinach. Um die Auslastung in diesem Jahr noch zu steigern, plant der MVV eine kleine Werbekampagne, die das Angebot bekannter machen soll.

Zwar ist der BergBus 996 mit den geplanten Alpenbuslinien Ost und West direkt am Alpenrand nicht vergleichbar. Beim Landsberger Bus handelt es sich um ein Wochenend- und Feiertagsangebot für Ausflüge. Die für Ende dieses Jahres geplanten Querverbindungen werden hingegen reguläre Linienangebote sein, die daher auch deutlich häufiger fahren. Alle drei Linien, so hofft Landsbers AV-Sektionsvorsitzender Riedle, werden aber dazu beitragen, den ÖPNV am Alpenrand attraktiver zu machen und dadurch Individualfahrten zu verringern.

Die BergBus-Linie

Der BergBus ist ein Linienangebot und in den MVV integriert. Es gelten der MVV-Tarif sowie das Deutschlandticket. Aktuelle Fahrgastinformationen sind über die Seiten des MVV abrufbar. Sitzplätze können vorab reserviert werden, sodass man sicher sein kann, auch mitgenommen zu werden. Die BergBusse fahren über die Autobahn, weshalb zusätzlich zu den Sitzplätzen keine Stehplätze angeboten werden dürfen. In den Bussen kann man die Tagestour fertig planen, denn es gibt dort kostenloses WLAN.

Auch interessant

Kommentare