Dem Vernehmen nach will der FC Bayern den Unterhachinger Stadionkomplex kaufen, um dort unter anderem sein Frauen-Bundesligateam spielen zu lassen. Gemeinde und SpVgg halten sich über den möglichen Verkauf bedeckt.
Seit 2018 versucht die SpVgg Unterhaching, der Gemeinde den Sportpark mit Fußballstadion plus Nebenplätze abzukaufen. Bis dato kam der Kaufvertrag nie zustande – jetzt liegt plötzlich eine neue Option auf dem Tisch: Dem Vernehmen nach will der FC Bayern den Unterhachinger Stadionkomplex kaufen, um dort unter anderem sein Frauen-Bundesligateam spielen zu lassen, weil die Zuschauer-Kapazität auf dem Bayern-Campus mit 2500 Fans zu gering sei. Überdies ist der Sportpark für etwaige Olympische Spiele als Hockeystadion im Gespräch.
Verantwortliche haben Verschwiegenheitserklärung unterschrieben
„Ich kann und werde zu dem Thema nichts sagen“, beantwortet Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) eine Anfrage des Münchner Merkur, ähnlich schweigsam ist SpVgg-Vizepräsident Peter Wagstyl: „Von unserer Seite gibt es zum Thema Stadion keinen Kommentar.“ Dass das Thema brandheiß ist, bestätigen aber mehrere Mitglieder der kommunalen Stadionkommission. „Doch wir mussten alle eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben“, heißt es unisono. Grundsätzlich sei nur der Gemeinderat, der erst am 19. November wieder tagt, zu einer Entscheidung über den Stadionverkauf befugt.
Bürgermeister Panzer verweis auf den status quo: Vor ziemlich genau einem Jahr, am 24. Oktober 2024, hatte die Gemeinde ein Gutachten veröffentlicht, demzufolge der Sportpark mitsamt Nebenanlagen einen Gesamtwert von 7,56 Millionen Euro netto habe. Der SpVgg Unterhaching war bis zum 30. Juni 2025 ein Vorkaufsrecht eingeräumt worden – diese Frist hat der Fußballverein ungenutzt verstreichen lassen.
Sodass jetzt der FC Bayern zum Zug kommen könnte. Die Idee, so heißt es: Die SpVgg Unterhaching und auch die American Footballer der Munich Ravens blieben Untermieter, die Bayern hätten einen neuen Heimspielstandort für ihr Frauenteam und könnten diesem eine angemessene Kulisse bieten. Zwischen der SpVgg Unterhaching und dem FC Bayern besteht seit 2024 ein Vertrag über eine „strategische Kooperation“, die Stadion-Eigentumsverhältnisse könnten Teil dieses Deals werden. Strittig beim aktuellen Kaufpreis ist offenbar noch, inwieweit die Sanierungsbedürftigkeit der Osttribüne berücksichtigt wird.
Charakter des Sportparks soll erhalten bleiben
Rathaussprecher Simon Hötzl formuliert die offizielle Position am Montag so: „Der Gemeinderat Unterhaching hat seinen Willen zum Verkauf des Sportparks mehrfach und einstimmig bekundet. Auch der durch zwei Wertgutachten ermittelte Kaufpreis von Stadion und Trainingsplätzen wurde kommuniziert. Aufgrund dieses klaren Mandates und auf Basis des transparenten Verfahrens führt die Verwaltungsspitze vertrauliche Gespräche mit Kaufinteressenten. Eindeutiger Wille der Gemeinde Unterhaching ist es, dass der Charakter der Liegenschaft als Sportgelände erhalten bleibt. Die große Aufgabe besteht nun darin, die berechtigten Interessen aller Nutzer von Stadion und Trainingsplätzen im Blick zu behalten und ausgewogene Lösungen zusammen mit möglichen Käufern zu finden.“