Die gelungene Restaurierung des Heiligen Grabs in der Pfarrkirche St. Vitus in Iffeldorf ist vom Bezirk Oberbayern mit einer Auszeichnung gewürdigt worden. Die Rarität mit ihren tausenden Glassteinen, die einst als verschollen galt, ist ein Besuchermagnet.
Zum dritten Mal verlieh der Bezirk Oberbayern am Freitagabend im Freilichtmuseum in Amerang den oberbayerischen Denkmalpreis. Sechs Denkmäler wurden ausgezeichnet. Zugleich vergab er für die „vorbildliche“ Restaurierung zehn weiterer Denkmäler eine Anerkennung, darunter für das Heilige Grab in der Iffeldorfer Pfarrkirche.
Denkmäler wie das Heilige Grab erzählten nicht nur vom Leben früherer Generationen, sondern würden zugleich Brücken in die Zukunft schlagen, sagte Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger. „Mit großem Engagement, Durchhaltevermögen und Idealismus“ hätten die Verantwortlichen die Restaurierung durchgeführt und ein „herausragendes“ Ergebnis erzielt. Bei dem Grab handelt es sich laut einer eigens für den Festakt veröffentlichten Broschüre, in der alle gewürdigten Denkmäler beschrieben sind, um ein „seltenes, zweigeschossiges Szenenwerk aus dem Jahr 1894/95“ im frühen Jugendstil. Gefertigt in Mähren im heutigen Tschechien, bestehe es aus über 27.000 Glasmosaiksteinen.
Aufgebaut wird das Heilige Grab jedes Jahr in der Karwoche. In dieser Zeit ist es ein Besuchermagnet. Bis in die 1960er Jahre war die Rarität zur Karwoche in der Iffeldorfer Pfarrkirche aufgestellt. Danach galt das Heilige Grab als verschollen, bis es 2005 auf dem Speicher des alten Pfarrheims entdeckt wurde, das damals abgerissen werden sollte. Drei Jahre später war das in über 300 Arbeitsstunden gesäuberte und reparierte Heilige Grab erstmals wieder in der Kirche zu sehen. Recherchen der mittlerweile verstorbenen Iffeldorfer Historikerin Brigitte Roßbeck ergaben: Von rund 1000 in ähnlicher Weise hergestellten Exemplaren „existiert kein weiteres in dieser Größe und Vollständigkeit“.
Rarität und Besuchermagnet
In der Broschüre heißt es, die Tradition der Heiligen Gräber reiche bis ins Mittelalter zurück. Mitte des 20. Jahrhunderts geriet sie in Vergessenheit, erlebt aber heute in manchen Gemeinden eine Renaissance.
2023 wurde eine professionelle Restaurierung des Iffeldorfer Grabs in Auftrag gegeben. Es galt unter anderem, Spuren von Schimmel zu beseitigen, fehlende Teile an den Säulen zu ersetzen und goldfarbene Stellen zu erneuern, berichtete damals Kirchenpfleger Hans-Peter Gaugele der Heimatzeitung. Die Kosten betrugen etwa 28 000 Euro. Finanziert wurde das Vorhaben unter anderem durch Spenden, einen Zuschuss der Gemeinde und dem Eigenanteil der Pfarrei. Auch der Bezirk Oberbayern förderte die Restaurierung.
2024 konnte das Heilige Grab wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden als Zeugnis regionaler Frömmigkeit und Handwerkskunst. „Der Preis ist für uns vor allem eine Anerkennung für die Gemeinschaftsleistung, da steht ein ganzes Team dahinter. Es freut uns, dass unser Engagement vom Bezirk Oberbayern anerkannt wurde“, betonte Kirchenpfleger Gaugele, der die Urkunde am Freitag mit seinem Vorgänger Wolfgang Theveßen entgegennahm. Die Auswahl der ausgezeichneten Denkmäler hat eine Jury getroffen, der neben Mitgliedern des Bezirkstags und Bezirksheimatpflegerin Astrid Pellengahr auch Vertreter des Amts für Denkmalpflege und des Landesvereins für Heimatpflege angehörten.