Gewerbeverein gerät erneut in Strudel

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Die Taskforce soll es richten (v.l.): Christian Rank, Robert Stic, Johann Ritzer, Ines Hoffmann, Lukas Welzmüller, Gerhard Spitz, Michael Meindl, Sonja Wilhelm, Petra Wilhelm, Jürgen Hatz und Bürgermeister Walter Bleimaier. © Photographer: Andrea Jaksch

Dem Inninger Gewerbeverein Blickpunkt droht zum dritten Mal die Auflösung. Am Mittwoch ließ sich erneut niemand für den Vorstand finden. Eine Taskforce mit bekannten und jungen Gesichtern aus Inning will sich nun um den Fortbestand kümmern und zuletzt abtrünnige Mitglieder möglichst zurückgewinnen.

Inning – Vor ziemlich genau elf Jahren stand der Gewerbeverein Blickpunkt Inning das erste Mal an diesem Punkt: Im Jahr 2013 fand sich zunächst kein Vorstandsteam, der Vereinigung der Inninger Gewerbetreibenden drohte die Auflösung. Zwar konnte dieses Szenario verhindert werden, beim nächsten Vorstandswechsel drohte es aber erneut. Nachdem der komplette Vorstand nun am Mittwoch bei den Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung stand, ziehen erneut dunkle Wolken auf. Während sich vor elf Jahren nach vier Wochen Kandidaten fanden und auch beim folgenden Wechsel jemand einsprang, soll sich diesmal eine „Taskforce“ um den Fortbestand des Gewerbevereins kümmern – und vor allem darum, abgesprungene Mitglieder zurückzugewinnen. Allein im vergangenen Jahr seien zehn Mitglieder aus dem Verein ausgetreten, sagt Bürgermeister Walter Bleimaier.

Mit an Bord in der Taskforce ist mit Jürgen Hatz ein bekanntes Gesicht, das schon im Jahr 2019 beim SV Inning Wunder bewirken konnte. Damals war er noch Vereinsreferent im Gemeinderat. Weil seine Nachfolgerin in dem Amt, Katrin Nicolodi, nun keine Zeit hatte, sagte er in diesem besonderen Fall zu, für sie die Vermittlerrolle zu übernehmen. „Wir brauchen einen Gewerbeverband im Ort“, hatte 2013 schon Bürgermeister Werner Röslmair ausgerufen. Hatz sieht das genau so, der aktuelle Bürgermeister Bleimaier auch.

Der Vorstand im Gewerbeverein Blickpunkt besteht normalerweise aus fünf Mitgliedern, laut Satzung sind auch nur drei Mitglieder möglich. So war es auch zuletzt: Walter Lang als Vorsitzender, Daniel Rank als Schriftführer und Daniel Nusser als Schatzmeister waren die letzten Amtsträger in dem 50 Mitglieder zählenden Verein, von denen zwölf am Mittwoch anwesend waren.

Der Taskforce gehören neben Bleimaier und Hatz auch Gemeinderat Johann Ritzer und junge Gewerbetreibende wie Lukas Welzmüller an. Das Vorstandstrio bleibt als Interimsvorstand bestehen, um die Geschäfte fortzuführen, bis sich eine Lösung abzeichnet. „Die Alternative wäre gewesen, den Verein aufzulösen“, sagt Jürgen Hatz im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Das habe niemand gewollt.

Große Vergangenheit,ungewisse Zukunft

Der Gewerbeverein Blickpunkt kann auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Die Gemeinschaft der Inninger Gewerbetreibenden hatte sich 2002 gegründet. Ein Markenzeichen des Vereins waren die Marktsonntage, die mit ihrem besonderen Flair zu Besuchermagneten wurden, die seinerzeit vergleichbare Veranstaltungen im Landkreis mit ihren Besucherzahlen in den Schatten stellte. Das erste Mal war die Leistungsschau allerdings durch eine Privatinitiative ins Leben gerufen worden. Blickpunkt setzte die Geschichte unter dem Vorsitz von Rainer Wittenberger erfolgreich fort. Erfolgreich auch deshalb, weil das Wetter bei den Inninger Marktsonntagen meist mitspielte.

Die Sonne lachte damit auch dem Verein, der es über viele Jahre zur Tradition werden ließ, zum Dank dafür im Herbst mit einer Kerze nach Andechs zu pilgern. „Irgendwann hörte das aber auch auf“, erinnert sich Wittenberger. Als er Vorsitzender gewesen sei, habe der Gewerbeverein 80 bis 100 Mitglieder gehabt. „Allein in Inning. Den Gewerbepark gab es damals noch nicht“, betont er. Darunter seien seinerzeit auch viele Handwerker gewesen. „Gewerbe draußen und hier drinnen, das sind aber zwei Paar Schuhe“, sagt Wittenberger. Im Vorstand müsste es seiner Meinung nach jemanden geben, der für den Gewerbepark zuständig sei, und jemanden für die Gewerbetreibenden mit dem Schwerpunkt im Ort, weil zwischenzeitlich viele Betriebe geschlossen worden seien.

„Im Februar haben wir das nächste Treffen vereinbart“, sagt Bürgermeister Bleimaier. Er ist zuversichtlich, dass sich wieder ein Vorstand findet. Ansprechpartner der Taskforce seien Ines Hoffmann und Gerhard Spitz. Der Marktsonntag sei für den Ort sehr wichtig, so Bleimaier. Es sei die regelmäßige Veranstaltung schlechthin im Jahr in Inning gewesen. Wenn ihn der Gewerbeverein nicht mehr ausrichte, sei das ein Problem. „Die Gemeinde kann so etwas nicht organisieren“, sagt er. „Es muss ja vielleicht auch nicht jedes Jahr ein Marktsonntag stattfinden, vielleicht im Wechsel mit einem Tag der offenen Tür im Gewerbepark.“ Mit einem guten Konzept glaubt er, dass dies machbar sei.

Ziel der Taskforce sei es nun, Gewerbetreibende im Ort, vor allem die, die in jüngster Zeit abgesprungen sind, wieder für den Verein und eine Mitarbeit darin zu begeistern und neue Mitglieder dazuzugewinnen. Sobald wie möglich soll dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen stattfinden.

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