Gigafactory in Grünheide - Brandanschlag legt Tesla-Werk und Kleinstadt lahm - Bombensucher rücken an

Das berichten „Bild“ und die „MAZ“. Der Brand sei am frühen Dienstagmorgen im Umspannwerk Steinfurt nahe des Werks ausgebrochen, wie die Leitstelle Oderland mitteilte. „Mithilfe eines Hubschraubers konnten wir den Brandort ermitteln“, zitiert die „MAZ“ einen Polizeisprecher dazu. Eine Anzeige wegen Brandstiftung sei aufgenommen worden.

„Bild“ berichtet, dass Klima-Aktivisten, die sich im Wald östlich des Tesla-Werks protestieren, hinter dem Anschlag stecken sollen. Die Polizei äußerte sich bisher nicht zu diesen Meldungen.

„Drei freiwillige Feuerwehren, Mitarbeiter des Stromversorgers und die Polizei sind im Einsatz“, erklärte die Leitstelle. Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, mussten sie sich den Berichten zufolge aber abrupt wieder zurückziehen. Der Grund: Laut „MAZ“ wurde nahe des brennendes Mastes ein Zelt der Demonstranten entdeckt, versehen mit einem Schild, auf dem vor verbuddelten „Kampfmitteln“ gewarnt wird. Der Kampfmittelräumdienst wurde angefordert und ist derzeit vor Ort. Erst nach dem Einsatz der Bombensucher können Polizei und Feuerwehr mit ihrem Einsatz fortfahren.

Klima-Aktivisten unterstützen Protest der Anwohner gegen Ausbau von Tesla-Werk

Seit einigen Tagen unterstützen Klima-Aktivisten den Widerstand der Anwohner. Die Bevölkerung der 9000-Einwohner-Gemeinde Grünheide sprach sich vor kurzem bei einer Befragung mehrheitlich gegen die Erweiterungspläne von Tesla aus. Die Politik müsse diesem Votum folgen, forderten die Umweltgruppen.

Damit wächst für das Unternehmen und sein einziges europäisches Autowerk der Ärger. Zudem tobt ein Streit über Tesla-Abwasser und Grenzwert-Überschreitungen. Eine rasche Lösung für einen noch ausstehenden Bebauungsplan ist nicht in Sicht.

Tesla will sein Gelände, das teils im Wasserschutzgebiet liegt, erweitern und einen Güterbahnhof sowie Logistik- und Lagerhallen errichten. Es geht um ein etwa 120 Hektar großes Areal, das dafür gerodet werden soll. Die Erweiterungspläne sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass der Autobauer die Produktion steigern und die geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln will. Zuletzt waren es hochgerechnet 300 000 Autos im Jahr. Tesla argumentiert, dass mit dem Güterbahnhof Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert würde.

Baumhäuser und besetze Wälder gehörten zum Programm der Umweltbewegung, die in der Vergangenheit gegen Autobahnen und vor allem den Kohleabbau protestierte, etwa in Nordrhein-Westfalen. In Erinnerung sind auch Bilder von Räumungen mit einem großen Polizeiaufgebot. Es kam auch zu Rangeleien zwischen Aktivisten und den Sicherheitskräften.