Bei der BBV-Almbegehung war der Landschaftsschutz ein zentrales Thema. Landwirte fühlen sich nicht ausreichend gehört und fordern mehr Mitspracherecht ein.
Landkreis – Mit rund 150 Teilnehmern, darunter Landrat Olaf von Löwis, zahlreiche Bürgermeister, BBV-Bezirkspräsident Ralph Huber und Bezirksbäuerin Irmgard Posch, fand kürzlich die Almbegehung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) statt. Kreisobmann Josef Huber, Kreisbäuerin Brigitta Regauer und eine Vielzahl von Alm- und Landwirten aus der Region brachten die Gruppe dabei vom Hennererparkplatz in Schliersee zunächst mit Traktorgespannen zur Oberen Krainsbergeralm (1131 Meter).
Von dort ging es über die Baumgartenschneid und die Baumgartenalm (1368 Meter) zur Kreuzbergalm (1223 Meter), bevor die Gruppe über die Gindlalm (1242 Meter) zurück zum Hennererhof wanderte. Die rund sechsstündige Tour nutzten die Teilnehmer, wie üblich, für den Austausch mit den Vertretern der Politik. „Die Zeit war knapp, weil die Leute nachmittags wieder in den Stall mussten“, berichtet Kreis㈠obmann Huber. Der Fokus sei deshalb fast ausschließlich auf den Landschaftsschutzgebieten gelegen, die auch die Gespräche unter den Teilnehmern während der Wanderung bestimmt hatten.
Kreisobmann fordert Reaktion der Politik
„Wir haben darum gebeten, dass die Landwirtschaft mehr wahrgenommen wird“, sagt Huber. Die Bauern seien zwar beteiligt worden, hätten im ersten Auslegungszeitraum aber nicht alle Interessen so deutlich machen können, wie es aus Sicht der Landwirte nötig gewesen wäre. Besonders kritisch sehen die Bauern laut Huber die Entwicklung, dass Gemeinden die benötigten Flächen zur Bebauung und zur Gewerbeansiedlung aus den Schutzgebieten herausnehmen dürften, während die Höfe und landwirtschaftlichen Flächen allesamt drinblieben.
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Offen sei für Landwirte bisher auch die Frage geblieben, welche Vorteile Landschaftsschutzgebiete bieten und wer die Verlierer dabei sind. „Am Ende entscheidet das Landratsamt und wir müssen das aushalten“, moniert Huber. Die Bitte, sich diesen Bedenken anzunehmen, habe die Gruppe an Löwis weitergegeben. Huber fürchtet andernfalls auch politische Auswirkungen: „Wenn sich die Bürger nicht gehört fühlen, driften sie ab und wählen etwas anderes.“ Starre Positionen hingegen würden nur der AfD helfen, warnt Huber. „Die Politik muss hier viel besser reagieren.“ Insgesamt stehe dem Landkreis mit den Landschaftsschutzgebieten „noch eine Aufgabe bevor“, resümiert Huber. Zumindest der Austausch darüber glückte bei der Almbegehung aus Sicht des BBV offenbar gut. Der Verband berichtet von einer eindrucksvollen und abwechslungsreichen Tour. nap