Christkind zum Schlussakkord: Magischer Moment bei Klinik-Rundgang an Heiligabend

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Weihnachtlicher Besuch: Die Stadtkapelle schaute an Heiligabend mit Landrat Stefan Frey (Mitte) im Klinikum vorbei. Die Mitarbeiter (v.l.): Hannah Stümpfig, Jörg Marnitz und Irmi Lut freuten sich – genau wie Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken (neben Frey) und Pflegedirektor Martin Endres (r.). © Andrea Jaksch

Ein magischer Moment ereignete sich Heiligabend im Starnberger Klinikum. Beim weihnachtlichen Rundgang der Stadtkapelle kam ein Baby zur Welt. Der Landrat verteilte Geschenke, Patienten und Pflegekräfte waren entzückt.

Starnberg – Der traditionelle Weihnachtsrundgang im Klinikum Starnberg trägt stets eine besondere Note. Es ist immer wieder berührend, wenn die Stadtkapelle Starnberg in den verschiedenen Stationen musiziert – doch beinahe magisch war der Moment heuer, als ein neuer Erdenbürger zu den Weihnachtsklängen der Bläser das Licht der Welt erblickte.

Der leuchtende Weihnachtsbaum im Eingangsbereich des Klinikums bot die passende Kulisse für den Auftakt zu diesem außergewöhnlichen Weihnachtskonzert. Landrat Stefan Frey beschrieb es später auf Instagram als „ein frohmachendes Weihnachtsfest für Euch alle“. Als Dankeschön für das Pflegeteam, das am Heiligen Abend arbeitete, hatte er Mitbringsel dabei. „An Weihnachten wird es ruhiger im Klinikum“, sagte Pflegedirektor Martin Endres angesichts der Belegung. Wer Heiligabend arbeitet und wer nicht, regelten die Pflegekräfte friedlich unter sich. „Die Teams tauschen nach Bedürfnissen der Kollegen“, sagt er. Pfleger Jörg Marnitz schob in der Ambulanz Dienst. „Wie jedes Jahr“, sagte er. Und wie jedes Jahr würde er später in Starnberg als Nikolaus Kinder in Starnberg beglücken, bevor er sich um 21 Uhr mit Frau und Sohn „Zuhause an den gedeckten Tisch“ setzen werde.

Danach zogen die Musiker weiter in die Kinderabteilung, wo die eineinhalbjährige Lisanne mit Fieber lag. Die Eltern waren zuversichtlich, das Fest vor dem geschmückten Tannenbaum zu Hause verbringen zu können. „Wir klären lieber vor den Feiertagen ab, was mit ihr los ist“, sagten sie. Fasziniert beäugte die Kleine den Weihnachtsmann an der Querflöte einer Bläserin. Dirigent Bernd von Hösslin hatte sich unter die 20 Musiker gemischt, wo er auf der Klarinette die vierte Stimme übernahm. Den Taktstock schwang der Vorsitzende Johannes Kreißl. Während „O du fröhliche“ die Gänge erfüllte, Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken, ein Alphorn. Darauf spielen wolle er aber nicht, sagte er lachend, bevor es in der Geburtsstation weiterging.

Starnberger Pflegerin war selbst ein Weihnachtskind

„Ich entbinde gleich“, verkündete dort Hebamme Eva van Faassen, während ihr Blick zum nahegelegenen Kreissaal schweifte – und sichtlich ergriffen „Ihr Kinderlein kommet“ lauschte. Das Konzert vor der Geburtsstation wird für alle, die dabei waren, unvergesslich bleiben. Als hätte der Herrgott seine Finger im Spiel, kam mit dem letzten Ton ein neuer Erdenbürger zur Welt.

Auch Jezim Kas war einst ein Weihnachtskind. Um die Pflegerin auf der Palliativstation zu ehren, integrierte Kreißl „Happy Birthday“ in das vorgetragene Liedgut. Bewegt verfolgte eine Patientin das Konzert. „Phänomenal“ sei das, sagte sie. Dann erzählte sie, dass sie Weihnachten nicht in den eigenen vier Wänden verbringen würde. Dabei brach die Stimme der älteren Frau. Sie habe ja wohl nicht mehr viele Weihnachten vor sich.

Auch eine hochschwangere Journalistin aus München besuchte die Kapelle. „Wir holen Weihnachten zu dritt nach“, sagte die 43-Jährige. Der Dirigent wünschte schließlich allen „ein wunderschönes Weihnachten, viel Gesundheit und ein tolles 2024“.

Michèle Kirner

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