Mölders prophezeit 1860 viel Freude mit Volland und Niederlechner – Glöckner stolz über Comeback

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1860 München hat zum Auftakt dank Florian Niederlechern einen Punkt in Essen geholt. Vielleicht ein kleiner Dämpfer zur richtigen Zeit für die Löwen.

München – Die ersten beiden Spiele gehören noch zur Vorbereitung. Einer der legendären Sätze von Werner Lorant, der an Ostern viel zu früh verstarb. Legende Lorant, als Profi für Essen aktiv und als Trainer bei 1860 München gefeiert – er hätte sich am Freitagabend bestätigt gefühlt. Was 47:1 Tore in neun lockeren Sommerkicks wert sind, hat man beim Drittligastart an der Hafenstraße besichtigen können, nämlich nichts.

Der prominent verstärkte Vorbereitungsmeister aus München-Giesing geriet bereits nach sechs Minuten in Rückstand, hatte sichtlich daran zu knabbern und konnte sich glücklich schätzen, dass Florian Niederlechner Mitte der zweiten Halbzeit ganz viel Gefühl in einen Lupfer legte. 1:1 hieß es nach intensiven 90+7 Minuten. Beide Teams können damit leben, die Löwen vielleicht noch einen Tick besser. „Am Anfang ist jedes Team eine Wundertüte“, sagte Trainer Patrick Glöckner: „Ich bin stolz, wie sich meine Mannschaft aufgebäumt hat, wie sie zurückgekommen ist. Am Ende, denke ich, geht das Unentschieden in Ordnung.“

Rot-Weiss Essen trifft mit erster Chance zur Führung gegen 1860 München

Eine unliebsame Erfahrung war für viele Fans bereits die Anreise zum Spiel. Zugausfälle und Umleitungen infolge eines Vandalismusschadens. Zum Anpfiff im RWE-Hexenkessel war der Auswärtsblock trotzdem voll – und entsprechend hoch die Erwartungshaltung.

Eine kalte Dusche – nach einem monsunartigen Starkregen vor dem Anpfiff – gab es aus 1860-Sicht beim ersten ernsthaften Angriff der Gastgeber. Nach einem weiten Einwurf konnte Hiller-Erbe Dähne den Ball nur abklatschen, auf Umwegen gelangte die Kugel erneut in die Mitte, von Pfeifer leicht abgefälscht. RWE-Recke Rios Alonso hatte am vorderen Pfosten gelauert und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie.

 „Ich glaube, dass 1860 noch viel Freude an den beiden haben wird.“

Nicht nur in dieser Szene zeigte sich, dass die neue Dreierkette der Glöckner-Elf noch nicht mit den Härten des Wettbewerbs vertraut ist. Überhaupt die Gäste: Sie taten sich schwer gegen den überfallartigen Essener Umschaltfußball. Nach einem weiten Pass von Mizuta hatte Safi freie Schussbahn, an Verlaat und Dähne war er bereits vorbei, doch ein Luftloch, in das der RWE-Pfeil trat, verhinderte Schlimmeres. Verlaat, der in dieser Szene schlecht aussah, hatte dann die erste Großchance für 1860 auf dem Kopf bzw. der Schulter, doch Golz-Ersatz Wienand rettete Essen die Führung.

Von den hochgelobten Neuzugängen der Löwen war in der ersten Halbzeit noch wenig zu sehen, insbesondere vom Star-Doppelpack Volland/Niederlechner. „Sie müssen viel mehr in Szene gesetzt werden“, urteilte Sascha Mölders im Pausentalk, auch der Ex-Stürmer ist ja eine RWE- und 1860-Legende. Sein Ausblick: „Ich glaube, dass 1860 noch viel Freude an den beiden haben wird.“

Florian Niederlechner trifft eiskalt per Lupfer zum Ausgleich gegen Rot-Weiss Essen

Das war ein geradezu prophetisches Urteil, denn zunächst sorgte Volland für frisches Adrenalin, indem er energisch Richtung Strafraum drängte und dort vom gelbverwarnten Kraulich abgeräumt wurde. Die Rote Karte, die der 1860-Anhang forderte, blieb aber in der Gesäßtasche von Felix Weller stecken (51.). Eine Viertelstunde später dann der große Auftritt von Niederlechner. Weiter Pass von Dulic, Essen reklamierte Abseits, doch der Neuzugang von Hertha BSC blieb cool – und lupfte die Kugel über Wienand hinweg ins Netz. Niederlechners Reaktion: Kuntz-Säge, ein Streichler über das Löwen-Logo auf seiner Brust. Und von Kumpel Volland gab‘s dafür sogar noch einen flüchtigen Knutscher.

Auftakt gerettet: Danhof und der eingewechselte Philipp tätscheln 1:1-Schütze Niederlechner.
Auftakt gerettet: Danhof und der eingewechselte Philipp tätscheln 1:1-Schütze Niederlechner. © IMAGO/Revierfoto

Das Spiel blieb intensiv, doch die ganz großen Chancen ergaben sich nicht mehr, auf keiner Seite. Sieben Minuten Nachspielzeit waren ein kleiner Schock für die mitgereisten 1860-Fans. Nicht wegen eines abfahrbereiten ICE, sondern weil dieses 1:1 nicht mehr in Gefahr geraten sollte. Bezeichnend: Siemen Voet feierte eine späte Abwehraktion wie einen Torerfolg. Dann war‘s vorbei. 1:1 zum Start. Als kleiner Dämpfer vielleicht gar nicht so schlecht, denn auch die neuen Filigran-Löwen werden in dieser 3. Liga um jeden Punkt kämpfen müssen. (Uli Kellner)

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