Seit zwei Jahren gibt es die Tauschhütte „Hin und weg“ an der Echinger Hauptstraße. Gedacht als ein Ort, an dem Nachhaltigkeit und Nachbarschaft aufeinandertreffen, an dem das Füreinander-da-sein sowie das Bringen und Nehmen gelebt werden sollen, sorgt die Hütte allerdings zunehmend für Ärger. Denn immer mehr verkommt die Hütte zu einer Müllhalde.
Eching – Vhs-Geschäftsführerin Daniela Kirschstein hatte sich deshalb schon öffentlich an die Bürger gewendet und an das Miteinander, an Respekt und Verantwortungsbewusstsein appelliert. Ihre Überzeugung: „Was wir brauchen, ist nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Miteinander.“
Für Irena Hirschmann sind solche Appelle nutzlos. Die ehrenamtlich Tätigen, „die den unsäglichen Unrat seit langem so gut wie täglich aufräumen, geben entsetzt auf und die anderen, die noch auf Ordnung hoffen, sind am Verzweifeln, weil es immer wieder genauso übel weiter geht“, schreibt Hirschmann. „Kundinnen und Kunden“ würden mit einem Taxi vorfahren und mit einem Fahrzeug mit einem polnischen Autokennzeichen anreisen, mitnehmen, was noch verwertbar sei beziehungsweise zu Geld gemacht werden könne.
Wie geht es mit der Tauschhütte weiter?
Und weiter: „Die Mitarbeiter des Bauhofs, die den Unrat auf einem Pritschenwagen genauso oft auf Gemeindekosten abholen und auch auf Gemeindekosten sortieren und entsorgen, bezahlen wir, die Steuerzahler. Die Öko-Bilanz ist sicher nicht ausgeglichen, von Nachhaltigkeit kann man nicht mehr sprechen. Wer Gegenstände oder Kleidung, die er nicht braucht, weitergeben möchte, hat die Möglichkeit, auf den Flohmärkten in Eching und Umgebung, in der Waagstraße im Trödelladen – da geht es ordentlich zu, es gibt Kleidercontainer und eine Kleiderkammer der katholischen Kirche und ein Sozialkaufhaus. Aber wer glaubt, dass mit abgedroschenen Sprüchen und ohne Aufsicht und Regeln auf Dauer eine Besserung eintritt, hat selber wohl nicht in den Dreck gelangt. Das sollten diese Personen aber so lange machen, bis er/sie es verstanden hat, dass es so nicht weiter gehen kann.“ Hirschmanns Folgerung ist klar: „Wenn ein gut gemeintes Projekt scheitert, muss man Konsequenzen ziehen. So schnell wie möglich!“
Diese Position vertrete auch der Bürgermeister, mit dem sie vor Wochen schriftlich und mit Fotos dieses Problem erörtert habe. Mitnichten, so Sebastian Thalers eindeutiger Kommentar dazu. Er halte an dem grundsätzlich positiven Projekt fest. Er wisse freilich um das Problem, sehe am Morgen, wie vor allem nachts wieder Müll abgelagert wurde. Da seien sogar schon Autoreifen dabei gewesen. Und er wisse auch darum, dass sich manche Personen stundenlang um die Hütte herum aufhielten, um noch nutzbare Dinge einzusammeln und dann auf einem Flohmarkt zu Geld zu machen. Eine Tafel mit den Verhaltensregeln habe da nichts geholfen, so Thaler: „Wen wundert’s?“ Eine Kamera, die er gerne am Rathaus oder am Maibaum hätte anbringen lassen wollen, sei aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. „Wir werden es jetzt nochmal versuchen“, so der Rathauschef. Sollte sich die Situation nicht verbessern, überlege man, die Hütte ab Herbst an einem anderen Standort aufzustellen. Thaler hat da auch schon eine Fläche im Blick, die nicht so leicht mit dem Auto erreichbar wäre.
zz
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