Noch nicht geeicht: „Smiley“ in Fischbachau irritierte Autofahrer – sofort behoben

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Klare Beschilderung: Im unteren Bereich der Birkensteinstraße in Fischbachau gilt Tempo 30 (Symbolbild). © Yannick Thedens

Wann dem Smiley das Lachen vergeht, ist Einstellungssache. Das musste kürzlich auch die Gemeinde Fischbachau erkennen, als sie eine digitale Geschwindigkeitsanzeigetafel aufstellen ließ.

Fischbachau – Denn obwohl im unteren Bereich der Birkensteinstraße bis zur Einmündung in die Staatsstraße 2077 Tempo 30 gilt, grinste das Strichmännchen-Gesicht auch bei 50 km/h noch fröhlich in Grün vor sich hin. Ein Anwohner fand das jedoch alles andere als lustig: „Die Gemeinde leitet damit Verkehrsteilnehmer zum rechtswidrigen Verhalten an“, schrieb der erboste Bürger nicht nur unserer Zeitung, sondern auch dem Fischbachauer Rathaus.

Darüber wiederum konnte Geschäftsleiter Felix Stahl ganz und gar nicht lachen. So stelle besagte Anzeigetafel keine Verkehrsgeschwindigkeitsmessung im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung dar oder ersetze diese. Es handle sich also um eine „vorsorgliche Maßnahme“, die folglich selbst bei nicht korrekter Einstellung „aus rechtlicher und verkehrstechnischer Sicht unschädlich“ sei. Tatsächlich sei die in Birkenstein angebrachte Anlage zum Zeitpunkt des fehlerhafterweise bis Tempo 50 angezeigten grünen Smileys noch nicht abgenommen und damit auch nicht geeicht gewesen.

Fehler noch am selben Tag behoben

Dies ist laut Stahl wohlgemerkt nicht nur besagtem Anwohner aufgefallen, sondern noch zwei weiteren Autofahrern, die sich ebenfalls bei der Gemeinde gemeldet hätten. Noch am selben Tag habe das Bauamt die Reparatur der Programmierung in die Wege geleitet. Seither ändere sich die Miene des Smileys ab Tempo 30 in den gewünschten grimmig-roten Gesichtsausdruck.

Unabhängig davon beobachtet der Anwohner aber weiterhin, dass viele Verkehrsteilnehmer – darunter auch Anwohner in Birkenstein – keine Notwendigkeit sehen würden, sich an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit zu halten. Trotz des in diesem Bereich befindlichen Kindergartens sowie der Engstelle ohne durchgehenden Bürgersteig könne er bei vielen Autofahrern keine Vorsicht und Rücksicht erkennen. „Regelmäßige und massive Geschwindigkeitsüberschreitungen“ seien nicht nur tagsüber, sondern auch nachts zu beobachten – was sich auch auf die Lärmbelastung der Anwohner negativ auswirke.

Entscheidend ist immer die Beschilderung

Auch das will der Geschäftsleiter so nicht stehenlassen. Fakt sei, dass die Anzeigetafeln präventiv wirken und so „wesentlich zur Vermeidung von Geschwindigkeitsüberschreitungen“ beitragen würden. „Sobald der Autofahrer sieht, dass er die Geschwindigkeit überschritten hat, reduziert er sein Tempo um durchschnittlich 25 Prozent.“ Sie würden also einen rücksichtsvollen Fahrstil fördern und verkehrsberuhigend wirken. Damit nicht genug: Die Anlage messe durchaus die Geschwindigkeit, um Daten für neue Rückschlüsse zum Verkehrsaufkommen zu liefern.

Rechtlich bindend sei für die Autofahrer aber einzig und allein die Beschilderung. Und die erlaube in diesem Bereich der Birkensteinstraße Tempo 30 – völlig unabhängig von der Laune und Farbe des Smileys auf der digitalen Anzeigetafel.

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