Seit drei Jahren kämpfen die Bacherner, allen voran Gemeinderätin Marita Seefelder, für einen weiteren Bushalt an der Wallerstraße. Zuletzt segnete der Gemeinderat Inning eine Kostenübernahme für den Ausbau ab. Der MVV aber macht den Inningern einen dicken Strich durch die Rechnung.
Inning – Schon vor zwei Jahren hatte sich der Gemeinderat Inning dafür ausgesprochen, an der Einmündung zur Wallerstraße in Bachern, von der Staatsstraße aus gesehen, einen weiteren Bushalt einzurichten. Der Gemeinderat war bereit, dafür eine sechsstellige Summe in die Hand zu nehmen. Die Ausführung sollte übergangsweise mit Kies erfolgen, um Geld zu sparen. Allerdings wurde die Absicht formuliert, einen barrierefreien Ausbau nachzuholen. Die Genehmigung wurde sogleich beantragt. Das Landratsamt empfahl nach einer Ortsbegehung, erst mal den Bedarf zu ermitteln. Bislang sind geschätzte Zahlen im Umlauf. Grünen-Gemeinderätin Marita Seefelder sprach in der jüngsten Gemeinderatssitzung davon, dass ab kommenden Schuljahr sieben Kinder aus Bachern das Gymnasium in St. Ottilien besuchen würden. Das Problem betreffe aber auch Kinder, die in Gilching oder Herrsching zur Schule gingen.
Unabhängig von einer baurechtlichen Genehmigung liegt der Gemeinde aber nun auch eine Stellungnahme des MVV vor. Und der lehnt eine Busbucht grundsätzlich ab, in Kiesausführung sowieso. „Mit einer provisorischen Kies-Aufstellfläche können wir uns nicht anfreunden“, heißt es in einer Stellungnahme, die Geschäftsleiter Jürgen Hafner vorlegte.
Bachern ist vom MVV schlecht bedient.
Marita Seefelder (Grüne) machte dies regelrecht zornig. „Die Bürger schäumen“, sagte sie und sie tat es auch. Bachern wird aktuell fast stündlich von der MVV-Linie 820 angefahren. Ältere Schulkinder, die Nachmittagsunterricht hätten, erwischten diesen Bus selten und stiegen deshalb in den Bus ein, der an Bachern vorbeifährt, aber am Oberndorfer Badegelände hält. „Im Sommer ist der Weg von dort durch den Wald nicht so schlimm, aber lang“, sagt Marita Seefelder. Im Winter und Herbst allerdings sei nicht nur der Wegezustand schlecht, sondern der Weg durch den Wald auch unheimlich. Sie spreche deshalb für die Bacherner Eltern, aber auch für erwachsene MVV-Nutzer, die für einen weiteren Halt an der Abzweigung Wallerstraße dankbar wären. Der Weg sei immer noch weit, aber nicht so weit wie vom Oberndorfer Badegelände aus. Und außerdem sei er befestigt, so Marita Seefelder. Sie hatte gehofft, mit dem Gemeinderat an ihrer Seite würde sie ans Ziel kommen.
Die Stellungnahme des MVV nannte sie „extremst ungut“. Mit einer Zustimmung hätte der MVV ihrer Meinung nach „wenigstens“ ein gewisses Entgegenkommen bewiesen, denn die Linie 820 hielt zuletzt nicht, was der Fahrplan versprach. Ausgerechnet die frühen Fahrten, die die Schulkinder nutzten, fielen in der dunklen Jahreszeit oft aus. „Bachern ist vom MVV schlecht bedient. Dafür könnte man den Bachernen zumindest einen zusätzlichen Halt gönnen“, findet sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.
Der MVV-Planer gesteht in dem Schreiben, dass mit der Übernahme der Kosten für einen Bushalt plus Warteplatz zwar vorherige Sicherheitsbedenken aus dem Weg geräumt seien. Die Kies-Aufstellfläche gefalle ihm dafür umso weniger. Zudem verwies er auf einen eng getakteten Fahrplan, der einen zusätzlichen Bushalt kaum ermögliche. „In Summe“, heißt es in dem Schreiben, „sieht der MVV – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen finanzpolitischen Lage – die Errichtung einer Busbucht mit Gesamtkosten von circa 250 000 Euro äußerst kritisch und spricht sich gegen eine weitere Haltestelle aus.“ Bachern sei mit dem Stundentakt hinreichend angebunden.
Marita Seefelder kochte vor Wut. Bürgermeister Walter Bleimaier lenkte ein: „Vielleicht ändert es sich, wenn wir dort das neue Baugebiet haben.“ Wie berichtet, plant die Gemeinde am westlichen Ortsrand Bacherns neue Wohnflächen, ist aber erst am Anfang.