Medaillenregen: Die Athleten des SC Partenkirchen räumen auf Rollski-WM ab

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Medaillengewinner in der Staffel (von links): Luisa Dahlke und Sarah Hofmann (Deutschland; Silber), Mira Göransson und Johanna Holmberg (Schweden; Gold), Anna Maria Ghiddi und Anna Morandini (Italien; Bronze). © Titus Fischer

Was für ein riesiger Erfolg für die Athleten des SC Partenkirchen. Sie sahnten voll ab und holten eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille bei den Titelkämpfen der Rollski-WM.

GAP - „Es war viel, viel mehr rausgekommen als wir uns erwartet hatten“, berichtet ein glücklicher Andreas Dillemuth vom SC Partenkirchen. Der Trainer war als Co-Teamcaptain des Deutschen Rollskiteams mit den Athleten bei den Rollski-Weltmeisterschaften mit dabei. Drei SCP-Cracks nahmen an den Wettkämpfen in Ziano di Fiemme teil: Tilman Hartlieb, Luisa Dahlke sowie Max Olex.

Die Reise nach Italien hat sich mehr als gelohnt. Hartlieb holte Gold und Bronze, Dahlke Silber und Olex wurde bei den Erwachsenen 16. „Im Vorfeld hatten wir gesagt, wenn es zwei Medaillen werden würden, wären wir extrem happy“, berichtet Dillemuth. „Nun mit dreimal Edelmetall, darunter eine Goldmedaille waren es sensationelle Wettbewerbe für uns.“

Alles andere als sensationell präsentierte sich das Wetter. „Am ersten Tag hat es nur geregnet und es hatte sechs Grad“, berichtet Dillemuth. „Wir als Trainer und Betreuer waren pitschnass. An den anderen drei Wettkampftagen war es zumindest trocken, wenn auch kalt.“ Hartlieb machte das Wetter überhaupt nichts aus. Bei den Junioren über die 10 Kilometer lief er ein beherztes Rennen und lief ganz lange ganz vorne mit. Erst auf den letzten Metern musste er sich Jonatan Lindberg aus Schweden und dem Ukrainer Denys Muhotinov geschlagen geben.

Ihm fehlten 6,5 Sekunden zum Sieg und 3,2 Sekunden zur Silbermedaille. Doch mit Bronze war er mehr als zufrieden. „Jeder Sportler hat Einheitsskiroller, die von der FIS gestellt wurden“, berichtet der Coach. „Die werden ausgelost und können 15 Minuten vor dem Start ausprobiert werden. Wenn ein Ski nicht passt, kann man ihn einmal tauschen.“ Damit ist es ganz anders als auf dem Schnee: Es gibt auf den Rollern keinen Materialvorteil oder Wachsvorteil wie im Winter.

Dahlke wurde über zehn Kilometer in der freien Technik Vierte. Bis zum Schluss befand sich die Garmisch-Partenkirchnerin in der Spitzengruppe der Juniorenklasse, bei der sie mitlief, da es keine U18-WM gibt. Im Zielsprint landete die 17-Jährige mit nur einer Sekunde Rückstand hinter dem Bronzerang, zu Gold fehlten ihr vier Sekunden. Der Titel ging an die Italienerin Anna Maria Ghiddi vor Johanna Holmberg aus Schweden und Lia-Emilie Ruud aus Norwegen.

Olex holte bei den Erwachsenen Rang 19 über 15 Kilometer in der Freien Technik. „Da waren richtige Cracks dabei“, sagt Dillemuth. Ganz vorne landeten Athleten aus dem Skilanglauf-Weltcup, wie der Lette Raimo Vigants und der Norweger Amund Korsaeth.

Beim Teamsprint holte Dahlke dann ihre Medaille, die sie im Einzel so hauchdünn verpasst hatte. Sie vertrat zusammen mit Sarah Hofmann vom SC Oberstaufen, der Gewinnerin der Team-Goldmedaille bei den Olympischen Jugendspielen in Südkorea 2024, die deutschen Farben.

Am Ende fehlten im Duell gegen die Schwedinnen Mira Göransson und Johanns Holmberg nur 1,5 Sekunden auf die Goldmedaille. Bronze ging an das Duo aus Italien Anna Maria Ghiddi und Anna Morandini. „Unsere beiden Mädels haben tolle Leistungen gezeigt“, lobte Dillemuth das Deutsche Duo.

Auch Olex lief in der Herrenstaffel auf. Zusammen mit Franz Daubitz wurde er Neunter. Es gewannen das Duo aus Lettland vor den Italienern und Schweden in einem Sprintfinale innerhalb von einer Sekunde.

Am letzten Tag beim Rollskiberglauf, bei dem es galt 475 Höhenmeter zu meistern, wurde der 35-Jährige 16.

Konkurrenz abgehängt

Hartlieb, der am Vortag pausiert hatte, um sich auf den Abschlusswettbewerb zu fokussieren, holte hier sensationell Gold. „Es war ein Wahnsinnsrennen“, freute er sich. Bis eingangs der Bergstrecke, bei einer Länge von 3,2 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 11,2 Prozent, hielt er sich teilweise führend in der Spitzengruppe auf.

„Dann ging es in den Berg hinein und nach 500 Metern habe ich die Konkurrenten hinter mir nicht mehr gesehen“, berichtet der 19-Jährige. 500 Meter vor dem Ziel rief ihm Dillemuth zu, der an diesem Posten stand, dass er so weiterlaufen solle und keine Verfolger in Sicht seien.

Im Ziel hatte der SCP-Athleth einen Vorsprung von 1:18 Minuten auf den Italiener Carlo Cantaloni und zwei Minuten auf den Schweden Jonatan Lindberg.

Bei den Juniorinnen bestimmte die Führungsgruppe mit den Athletinnen aus Schweden, Italien, Norwegen und der Ukraine das Rennen, die das Tempo verschärften, sodass Sarah Hofmann und Luisa Dahlke sich um die Plätze zehn einreihen mussten. Beim Anstieg zur „Alpe Cermis“ hatten beide noch genügend Reserven und arbeiteten sich gemeinsam bis zu den Rängen fünf und sechs vor.

Am Ende war die Schwedin Mira Göransson nicht zu schlagen. Sie gewann deutlich mit 1:35 Minuten Vorsprung vor ihrer Mannschaftskollegin Johanna Holmberg die sich Silber holte. Dahlke hatte einen Rückstand von 18,3 Sekunden auf die Bronzemedaille und war 1,9 Sekunden hinter Hofmann im Ziel.

„Solche Wettkämpfe bringen die jungen Sportler sehr weiter. Sie lernen sich im direkten Duell bei Druck durchzusetzen und auch mit Siegern oder Niederlagen umzugehen“, betont Dillemuth. „Und wenn es am Ende so genial läuft, ist es natürlich noch besser.“

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