Kuschelkurs statt Streitereien: Nur die Bosse können den TSV 1860 stoppen

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Die Stimmung nach dem traumhaften Heimspielauftakt des TSV 1860 ist glänzend – und doch leicht zu zerstören. Dessen muss sich die Vereinsführung bewusst sein.

München – Was für eine Atmosphäre am Giesinger Berg. Spätestens nach dem Führungstreffer von Kevin Volland verwandelte sich das Grünwalder Stadion in ein Tollhaus. Eine elektrisierende Stimmung, die Fans lagen sich in den Armen. Bis auf die Anti-Ismaik-Fahne in der Westkurve war nichts zu spüren von den üblichen Streitereien bei den Löwen. Stattdessen Kuschelkurs.

Vizepräsident Christian Dierl (l.) und Präsident Gernot Mang (r.) durften sich über eine gelungene Heimpremiere freuen.
Vizepräsident Christian Dierl (l.) und Präsident Gernot Mang (r.) durften sich über eine gelungene Heimpremiere freuen. © Ulrich Wagner/Imago

Sogar die Meisterlöwen, unter Ex-Präsident Robert Reisinger nur selten Gäste im Stadion, ließen sich vor dem Anpfiff feiern, posierten anschließend mit Neu-Präsi Gernot Mang für ein Foto. Die Message war klar: Das Geschehene wollen sie beim TSV 1860 alle hinter sich lassen, der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Euphorie beim treuen Anhang ist grenzenlos. Aus dem Umfeld des Clubs ist zu hören, dass man mehr als 30 000 Tickets für den Heim-Auftakt gegen Osnabrück hätte verkaufen können.

Die Mannschaft auf dem Platz liefert – Nun muss auch die Führungsebene liefern

Eine – von Christian Werner herausragend zusammengestellte – Mannschaft, die für den Verein brennt, danach hatten sich die Löwen lange gesehnt. Bei der Truppe von Coach Patrick Glöckner trifft Identifikation auf spielerische Klasse. Nach zwei Partien wird klar, warum so ziemlich alle Drittligavereine – außer natürlich die Sechzger selbst – 1860 als klaren Aufstiegsfavoriten sehen. Doch kennen wir alle die Mechanismen beim stets turbulenten Traditionsclub aus Giesing. Meistens ist der nächste Konflikt auf vereinspolitischer Ebene nicht weit.

Auch wenn es gerne dementiert wird: Kracht es in der Führungsebene, beschäftigt das auch die Mannschaft mit der Zeit zwangsweise. Daher der Appell an die Führungsetage: Keine öffentlichen Schuldzuweisungen, keine kryptischen Posts auf Social Media, keine passiv-aggressiven Statements. Der vor wenigen Wochen im tz-Interview geäußerte Wunsch Mangs, dass sämtliche Themen künftig ausschließlich intern besprochen werden, muss erfüllt werden. Das ist schlichtweg essenziell für den sportlichen Erfolg der Löwen – und die so arg gebeutelte Außendarstellung des Clubs.

Kracht es in der Führung, beschäftigt das auch die Mannschaft

Fußball-Deutschland redet wieder über 1860. Und zwar nicht, weil irgendein Funktionär von seinem Posten zurückgetreten ist oder in der Presse ausgepackt hat. Sondern, weil Sechzig endlich wieder sportlich überzeugt und die Rückkehrer Volland und Florian Niederlechner mit ihren Treffern beim Heimdebüt allen Fußballromantikern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Halten sich alle Funktionäre an die Spielregeln, kann es die erste von vielen Partys in Giesing gewesen sein.

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