Der Bauernprotest im Landkreis Landsberg

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Staus und Behinderungen aufgrund der Protestaktionen gab es auch im Bereich des Kreisels Landsberg-West. © FB/Plath

Landkreis - Der Protest der Landwirte am Montag hat auch im Landkreis Landsberg Zeichen gesetzt. Auf Bundes- und Kreisstraßen stockte der Verkehr. Am Montagmorgen wurden vor allem die Kreisel bei den Autobahnzufahrten blockiert.

Die Teilnehmer der Groß-Demo in München hatten sich auf der Nebenstrecke zur A96 ab Ortsausgang Landsberg-Ost gesammelt und waren von dort parallel zur Autobahn von der Polizei Landsberg nach München geleitet worden. Kreisobmann des Bauernverbands (BBV) Johann Drexl, der auch in München war, lobte die gute Organisation und bedankte sich für die Begleitung des Zugs durch die Polizei. Was im Landkreis geschehe, könne er momentan nicht beurteilen, sagte er am Montagvormittag. „Diese Aktionen gehen nicht vom Bauernverband aus.“

Andere Aktionen als die vom BBV mitorganisierte und von Landwirtin Stefanie Egger aus Langerringen angemeldete Fahrt betrafen vor allem die Kreisverkehre Landsberg-Ost und -West, die die Protestierenden blockierten und so auch für Staus auf den Autobahnen sorgten. In Lindau wurden laut BR Landwirte wegen Nötigung angezeigt, die einen Kreisverkehr blockiert hatten.

Auch die B17 war von Staus und Stockungen durch Protestierende betroffen. Ein Autofahrer berichtete der Redaktion, dass auf einem zweispurigen Teilstück der B17 Richtung Landsberg zwei Lkw-Fahrer langsam nebeneinander fuhren und so die Straße blockierten. „Ich bin dann trotz durchgezogener Linie auf die Gegenfahrbahn zum Überholen“ – woraufhin der Lkw versucht habe, in seine Richtung auszuscheren.

In Landsberg fuhren Traktoren über die Neue Bergstraße, den Hauptplatz, die Karolinenbrücke und wieder zurück. Am Abend versammelten sich knapp 80 Personen am Hauptplatz. Auf ihren Schildern waren Parolen wie „Ja zu Nordstream 2 – sofort reparieren“ oder auch „Rundfunkgebühren abschaffen“. Dazu kamen drei Traktorfahrer, die, gefolgt von den Fußgängern, im Schritttempo auf der Fahrbahn der Neuen Bergstraße bergauf und bergab fuhren. Einige Pkw schlossen sich hupend an.

Spaziergänger in Landsberg beim Bauernprotest
In Landsberg trafen sich am Abend rund 80 Personen zum Protest und liefen hinter drei Traktoren die Neue Bergstraße auf der Fahrbahn hoch und runter. © Greiner

Laut dem Landsberger BRK-Rettungsdienstleiter Christian Haberkorn kam es zu keinen Störungen bei Noteinsätzen: „Sobald die ein Blaulicht gesehen haben, wurden wir durchgelassen.“ Allerdings seien am Morgen zahlreiche Rettungsdienstler zu spät gekommen. Auch Mitarbeitende im Seniorenheim Vilgertshofen konnten laut Informationen der Redaktion teils ihren Dienst erst mit einstündiger Verspätung antreten.

Die Landwirte hatten zu dem Protest aufgrund der ursprünglich geplanten Streichung der Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie der Begünstigungen beim Agar-Diesel aufgerufen. Die Regierung hat inzwischen beschlossen, die Steuerbefreiung beizubehalten und die Diesel-Zuschüsse über einen Zeitraum von drei Jahren auslaufen zu lassen. Viele Landwirte sahen die geplanten Streichungen nur als ‚Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht‘ habe. Es gehe vielmehr um eine höhere Wertschätzung der Landwirte durch Gesellschaft und Politik.

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