Das Team „De 3 bläden 4re von Goaßa“ rasten in 1:32,51 Minuten ins Ziel. Gegen 79 andere Teams setzten sie sich durch und holten den Pokal.
Gaißach – Zum zweiten Mal in Folge hat das Gaißacher Team „De 3 bläden 4re von Goaßa“ beim traditionellen Hornschlittenrennen am Dreikönigstag in Garmisch-Partenkirchen den ersten Platz eingeheimst. Georg Fischhaber (27), Hans Willibald (27), Franz Oswald (26) und Franz Simon (26) sausten als schnellstes Quartett in nur 1:32,51 Minuten mit ihrem Schlitten über die Ziellinie.
Zum sechsten Mal am Rennen teilgenommen
„Zwei Mal in Folge zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes“, freut sich Franz Simon. Immerhin: „Alle, die an den Start gehen, haben das gleiche Ziel: Jeder will Erster werden. Das ist schon ein absolutes Highlight, wenn man das dann schafft.“ Der 26-Jährige ist mit seinen drei Gaißacher Freunden schon zum sechsten Mal beim Hornschlittenrennen mit von der Partie. „Wir kennen uns von klein auf und sind auch schon im Schnabler Verein immer zusammen gewesen“, sagt er. Die Liebe zum Schlittenfahren haben alle seit ihrer Kindheit im Blut. „Das gehört bei uns in Gaißach einfach dazu“, sagt Franz Oswald. Bereits ihre Eltern und Großeltern seien im Schnablerverein aktiv und auch schon in den Kurven beim Garmischer Rennen auf dem Viererschlitten gelegen.
Hornschlitten selbstgebaut
„Vor knapp zehn Jahren haben wir vier uns dann zusammengetan, als wir alt genug waren, um auch beim Hornschlittenrennen mitzumachen.“ Der Schlitten ist übrigens selbst- und handgefertigt. „Von der Metallarbeit an den Kufen bis zur Holzarbeit“, unterstreicht Hans Willibald. Freilich müsse man dabei auch genau Maße und Regularien einhalten. „Jeder Schlitten wird, bevor man an den Start geht, geprüft“, so Fischhaber.
Guter Start ist das A und O
Trainiert hat das Siegerteam vor dem großen Renntag zwei Mal am Blomberg. „Wir haben mit allen Gaißacher Teilnehmern gemeinsam zwischen Weihnachten und Dreikönig geübt.“ Extrem wichtig sei ein gelungener Start. „Wenn man da nicht gleich loskommt, verliert man sofort zu Beginn wertvolle Zeit“, erklärt Fischhaber weiter. Auch die Abstimmung während der Fahrt innerhalb des Teams ist laut Franz Simon essenziell. „Man muss schon schauen, dass man sich vor allem in den Kurven gut abstimmt und es gehört auch sehr viel Gefühl mit dazu, im richtigen Moment den Schlitten zu lenken.“ Ansonsten laute ihr Erfolgsrezept: „Einfach brutal Vollgas geben“, wie Hans Willibald lachend sagt.
Mit Vollgas konnten die vier Männer so auch den Wanderpokal, den jedes Jahr die erstplatzierte Gruppe mitnehmen darf, gegen 79 andere Teams verteidigen. „Es ist jedes Mal eine große Gaudi, auch die anderen zu treffen“, sagt Simon. Über die Jahre lerne man sich kennen und fiebere bei jedem mit, dass er sicher und ohne schlimmere Unfälle ins Ziel kommt. „Das Rennen hat schon auch ein großes Verletzungspotenzial“, weiß er. Ein Schlittenfahrer der Gaißacher Schnabler musste beispielsweise mit einer Sprunggelenksverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.
Strecke heuer eine Herausforderung
Die Strecke sei dieses Mal besonders anspruchsvoll gewesen. „Das ist immer witterungsbedingt abhängig – und diesmal war es wirklich sehr eisig“, sagt Simon.
Mit einem Bayerischen Löwen und vier Medaillen wurden die vier Männer für ihre sportliche Leistung ausgezeichnet. Den Sieg feierten die Gaißacher nach dem Rennen gebührend und feucht-fröhlich, wie sie selbst sagen. Und auch am Tag drauf lässt das Dorf sie nochmal hochleben. Schließlich haben es auch noch vier weitere Teams aus der Isarwinkel-Gemeinde in die Rangliste der besten Zehn beim Traditions-Rennen geschafft. 48 Fahrer aus Gaißach gingen insgesamt an den Start.
Auch wenn der erneute Sieg erst einige Stunden alt ist, steht für Georg Fischhaber, Franz Simon, Franz Oswald und Hans Willibald schon jetzt eins fest: Beim nächsten Hornschlittenrennen werden die „De 3 bläden 4re von Goaßa“ wieder an den Start gehen und mit „Vollgas“ alles dafür geben, dass der Wanderpokal auch noch ein weiteres Jahr in Gaißach bleibt.