Die Alte Bergehalde soll bekanntlich zu einem Sport- und Freizeitgelände ausgebaut werden – mit vielen Aktionsmöglichkeiten wie den bereits bestehenden Pumptrack oder die neue BMX-Bahn des Motorsportclubs. Ein Event- und Kulturzentrum könnte eine wunderbare Ergänzung dazu sein und die Ortsmitte weiter aufwerten.
Peißenberg – „Am liebsten würde ich sofort anfangen. Wir haben richtig Bock drauf.“ Wenn Simon Stögbauer über die Pläne für das „Kulturzentrum Bergheim“ spricht, dann funkeln seine Augen, dann ist pure Lust und Begeisterung zu spüren. Zusammen mit Stefan Haller und zwei weiteren Bekannten will der 32-Jährige Schwung in die Peißenberger Bar-, Club- und Veranstaltungsszene bringen. Alle drei Jahre mal ein Faschingsumzug sowie der „Griechen-Sound“ und Konzerte im „Sowieso-Wiud“ – „recht viel mehr passiert in Peißenberg nicht“, bedauert Stögbauer: „Es gibt fast nix mehr, wo man hingehen kann.“
Ein „Bergheim“ in Peißenberg - Kooperationen geplant
Aber das soll sich ändern. Bereits seit vier Jahren feilen Stögbauer und seine Freunde an dem Konzept für ein Kultur- und Veranstaltungszentrum. Einer davon, nämlich Stefan Haller, ist seit 2021 immer wieder durch Peißenberg geradelt, um nach geeigneten Locations zu suchen. Zudem hat man eine WhatsApp-Gruppe mit dem Namen „Einlassstopp“ eingerichtet: „Seitdem schreiben wir uns am Tag mehrmals hin und her und sammeln Ideen“, erzählt Stögbauer.
Das Quartett hat das Projekt zeichnerisch und visuell bereits grob zu Papier gebracht, nachdem von der Gemeinde diverse Flächen auf der Alten Bergehalde unverbindlich als potentielle Standorte genannt wurden. Auch organisatorisch gibt es von Seiten Stögbauers und seinen Freunden bereits konkrete Vorstellungen: Das Kulturzentrum soll von einer Unternehmergesellschaft (UG) getragen werden, „um eine nachhaltige und rechtlich abgesicherte Plattform für kulturelle Veranstaltungen in der Region zu schaffen“, wie es im Konzeptpapier heißt. Der Betrieb soll durch Teilzeitkräfte, Minijobber und ehrenamtliche Helfer gestemmt werden. Zudem sind Kooperationen mit lokalen Foodtrucks, dem Ammerwave-Kollektiv, Komod-Kultur und dem Peißenberger Kulturverein angedacht – um laut der Konzeptionsbeschreibung „ein abwechslungsreiches Angebot zu schaffen und die lokale Wirtschaft zu unterstützen“. Soll heißen: Es sollen keine Konkurrenzsituationen zu bestehenden Einrichtungen wie das Künstlerhaus im alten Juze oder die Tiefstollenhalle geschaffen, sondern Synergien entwickelt werden.
Das Kulturzentrum soll das ganze Jahr über betrieben werden. Als mögliche Öffnungszeiten werden in den Konzeptunterlagen Donnerstag bis Sonntag in der Kernzeit von mittags bis mindestens 22 Uhr genannt – mit der Option von verlängerten Öffnungen unter anderem bei Konzerten und Veranstaltungen. Die Palette an Ideen ist breitgefächert: Sie reicht vom normalen Biergartenbetrieb über Faschingspartys, Freilufttheater, Watt- oder Schafkopfturniere und Konzerten bis hin zu Kasperltheater für Kinder, Glühweinausschank im Winter und Vereinsfeiern. Die Planer haben dabei vor allem Sportvereine im Visier. Stögbauer ist selbst Fußball-Coach beim TSV Peißenberg. Er weiß um die Problematik im Ort, wenn Erwachsene nach dem Training noch irgendwo ein Bierchen trinken wollen. Auch nach Eishockeyspielen, sagt Stögbauer, gebe es kaum Einkehrlocations.
Ganz wichtig: Geld von der Gemeinde wollen die Planer ausdrücklich keines. Sie würden sogar eine Pacht an die Kommune für die mögliche Überlassung eines Grundstücks bezahlen. „Die Alte Bergehalde wäre für uns die Premiumlösung. Das wäre ein Jackpot, der absolute Hammer“, schwärmt Stögbauer von Peißenbergs Ortsmitte. Und wie ist die Gruppe auf den Namen „Bergheim“ gekommen? „Ganz einfach“, sagt Stögbauer: „Die Alte Bergehalde ist ein kleiner Berg und Peißenberg unsere Heimat.“ Und ihrer „Heimat“ wollen Stögbauer und seine Freunde wieder Leben einhauchen – zumindest was das Kultur- und Nachtleben betrifft.
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