Obdachloser Alexandre (18) berichtet von großen Schwierigkeiten bei der Suche nach Hilfe

Der 18-jährige Alexandre Bertin aus Ham-sur-Sambre in Belgien steht im Mittelpunkt einer existenziellen Krise: Er ist derzeit obdachlos und lebt in äußerst prekären Verhältnissen. Laut dem belgischen Magazin "Sudinfo" verbrachte er seine gesamte Kindheit und Jugend in Pflegeeinrichtungen und Internaten.

Nach Auszug aus Pfelgeeinrichtung: Sozialwohnung verloren und Polizei greift ein

Nach dem Verlassen einer Pflegeeinrichtung erklärte sich ein Verwandter bereit, Alexandre in einer Sozialwohnung in Auvelais aufzunehmen. Doch nur zwei Wochen später leitete diese Person ein Verfahren ein, um ihn aus der Wohnung zu werfen. Kürzlich griff schließlich die Polizei ein, um Alexandre zum Verlassen der Unterkunft zu zwingen. Seitdem hat er kein Zuhause mehr.

Keine Unterkunft verfügbar: CPAS ohne kurzfristige Lösung

Aktuell schläft Alexandre bei Freunden. Eine Lösung, die er als nicht nachhaltig beschreibt. Er wandte sich an das Jugendamt und informierte das CPAS (ein öffentliches Zentrum, das soziale Dienstleistungen und Unterstützung für Menschen in prekären Situationen oder Notlagen anbietet). Zudem stellte er einen Antrag auf eine Transitunterkunft. Die Antwort lautete: Keine Unterkunft verfügbar.

Nach der Jugendhilfe obdachlos – dieser Fall zeigt ein großes Problem
Nach der Jugendhilfe obdachlos – dieser Fall zeigt ein großes Problem Friso Gentsch/dpa

Junge Erwachsene nach Institutionen oft in der Sackgasse

Ohne Unterkunft und mit nur wenigen persönlichen Gegenständen steckt Alexandre Bertin in einer Sackgasse. Eigentlich sollte er ein soziales Einkommen erhalten. Mit seiner Geschichte will er laut "Sudinfo" niemanden anklagen, sondern auf die Realität vieler junger Erwachsener nach einer institutionellen Laufbahn aufmerksam machen.

Obdachlosigkeit bei jungen Erwachsenen in Deutschland 

Laut "Jugendsozialarbeit.News" ist Wohnungslosigkeit auch in Deutschland bei jungen Menschen ein wachsendes soziales Problem: Zum Stichtag 31. Januar 2025 waren von etwa 474.700 wohnungslosen Personen rund 41 Prozent jünger als 25 Jahre, also etwa 194.600 junge Menschen betroffen.

Die Ursachen hierfür sind häufig:

  • strukturelle Armut
  • fehlender bezahlbarer Wohnraum
  • sowie familiäre und finanzielle Probleme. Diese machen junge Erwachsene besonders verletzlich.