Für alle ohne Garten: Gemüse aus der „Ackerkiste“

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Der Erlebnisacker in Buchendorf nimmt derzeit Gestalt an. Dort stehen auch die Ackerkisten, das neuste Projekt des jungen Unternehmers. © Kiefl

Jakob Kiefl junior lässt derzeit gegenüber des Gartencenters seiner Familie in Buchendort einen Erlebnisacker anlegen. Dort stehen ab April auch die „Ackerkisten“, die Menschen ohne Garten und Balkon auf einfache Art den Gemüseanbau ermöglichen sollen.

Momentan laufen Erdarbeiten gegenüber dem Gartencenter Kiefl in Buchendorf. Auf einer früheren Ackerfläche entsteht ein Erlebnis-Acker, auf dem will Jakob Kiefl junior sein neuestes Projekt für Hobbygärtner umsetzen. Ab sofort können Einsteiger ohne Balkon oder Garten kleine „Ackerkisten“ von einem Quadratmeter erwerben und dort regionales Gemüse unter fachlicher Anleitung selbst anbauen, aber auch ernten.

Bei strahlender Märzsonne präsentierte Jakob Kiefl, studierter Betriebswirt, dieser Tage sein neues Projekt: Auf der zugekauften landwirtschaftlichen Fläche will er die Idee „Ackerkisten“ umsetzen. Weitere 50 000 Quadratmeter sind für große Blühstauden des Gartencenters reserviert.  Einsteiger im Gemüseanbau, die noch mitmachen wollen, müssen sich sputen: Die Hälfte der kleinen „Ackerkisten“ á 80 Euro inklusive Saatgut ohne Pestizide ist bereits vergeben. Es seien Kisten mit hochwertiger Erde, sagt Kiefl.

Ständig vor Ort: Jakob Kiefl (23, l.)
Ständig vor Ort: Jakob Kiefl (23, l.) © Kiefl

Aus dem Anbau von eigenen Tomaten fürs Gartencenter habe er die Idee „Ackerkisten“ entwickelt, erzählt Jakob Kiefl. Der 23-Jährige arbeitet mit seinem älteren Bruder Valentin, einem studierten Betriebswirt und IT-Ingenieur, bereits in fünfter Generation im Buchendorfer Familienbetrieb mit derzeit 150 Angestellten. Erst 2020 wurde das Gartencenter Kiefl mit Café und eigener Konditorei komplett umgebaut. Er erinnere sich noch, wie seine Oma, Gärtnerin Irma Kiefl (87), einst selbst Gemüse angebaut hat und mittags aus der Ernte für alle Mitarbeitenden gekocht hat, erzählt er. Deshalb wünsche er sich, „dass sich auch Leute aus meiner Generation“ wieder für den eigenen Gemüseanbau begeistern.

Mit den gemieteten „Ackerkisten“ hätten auch unerfahrene Kunden ohne eigenen Garten oder Balkon die Chance, Salate oder eigenes Gemüse zu ernten. Die Saison starte Anfang April mit schnell wachsenden Radieschen, erläutert Jakob Kiefl das Konzept – und „das Gießen übernehmen wir“. Während der gesamten Saison werden den Hobbygärtnern Fach-Beratung und monatliche Workshops angeboten. Die Einsteiger müssen in ihren Kisten nur aussäen und das Unkraut jäten.

Ein Wall als Windschutz, „um Gießwasser zu sparen“, aber auch der unbeheizte Folientunnel für Tomaten, Paprika und Gurken stehen bereits auf der wegen der hungrigen Wildtiere vom nahen Forst Kasten eingezäunten und im Münchner Umfeld „sehr teuer“  eingekauften Ackerfläche, erläutert Jakob Kiefl. Jedoch: „Wir glauben an den regionalen Obst- und Gemüseanbau.“

Wenn bis dahin zum Start nächsten Monat nicht alle Ackerkisten vergeben sind, übernehme er selbst welche, sagt der 23-Jährige. „In meiner Münchner Wohnung habe ich keinen Balkon.“

Christine Cless-Wesle

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