Alle 14 Tage lädt der Spieletreff Vierkirchen zum gemeinsamen Spielen ein – seit 25 Jahren! Die Gruppe will dies nun feiern und hofft, dadurch auch neue Mitspieler zu finden.
Vierkirchen – Verspielte jüngere und ältere Bürger haben in Vierkirchen seit einem Vierteljahrhundert ein wertvolles Angebot: den örtlichen Spieletreff. Jeden ersten und dritten Montag im Monat werden im Pfarrsaal um 20 Uhr die Spiele ausgepackt. Die Teilnehmer bringen diese selbst mit. Jede und jeder kann kommen, es braucht keine An- oder Anmeldung und es kostet auch nichts. Der Treff ist kein Verein und es gibt damit auch keinen Vorstand oder sonstige Funktionen.
„Ich war schon immer ein leidenschaftlicher Spieler“, erzählt Initiator Michael Gewalt. Nachdem er von Hamburg nach Vierkirchen gezogen war, hielt er es noch ein paar Jahre aus. Aber dann musste es sein. „Ich wollte unbedingt wieder einen Spielekreis“, erinnert sich Gewalt. Auf Anraten seiner Ehefrau setzte er die Idee in die Tat um. Er fragte Anfang des Jahres 2000 beim „Dachauer Forum“ an und erhielt sofort positive Resonanz und Unterstützung. Ein Plakat wurde veröffentlicht und weitere Werbung gemacht. Im März desselben Jahres startete dann im alten Pfarrsaal die erste Runde des offenen Spielekreises. In der Anfangszeit kamen monatlich zwischen acht und zwölf Spielerinnen und Spieler zusammen. An zwei, drei Tischen wurden die Bretter ausgepackt und los ging‘s. „Um das Jahr 2005 erlebten wir dann einen Boom. Das lag vor allem daran, dass nun auch zunehmend die Kinder der Teilnehmer mitkamen“, so der 55-Jährige. 2012 zog der Kreis in den neugebauten Pfarrsaal um. „Der Raum ist super. Das Licht ist gut am Abend. Beim Spielen ist das wichtig. Und schön warm ist es auch hier“, schwärmt Nicole Kalenda. Sie stieß einige Jahre nach der Gründung zu dem Kreis.
In den besten Zeiten kamen etwa 20 Spielverrückte alle 14 Tage im Pfarrsaal zusammen. Dann wurden es weniger Teilnehmer, da die älteren Kinder aus dem Haus gingen. „Und natürlich hat uns auch die Corona-Zeit gebeutelt“, ergänzt Kalenda. „Danach lag das Ganze ziemlich danieder“, resümiert Gewalt.
Jetzt läuft es aber wieder. „Vierkirchen verspielt“ wird die regelmäßige Zusammenkunft inzwischen genannt. Zu dem Treff kommen Menschen im Alter zwischen 23 und fast 60 Jahren. „Mehr Männer als Frauen“, bemerkt Kalenda. „Aber das ist wohl eher Zufall“, fügt die 54-Jährige hinzu. Jeder Spiele-Abend biete die Chance, Neues auszuprobieren oder auch Bewährtes zu spielen. Es kämen einerseits Leute, die zu Hause keinen interessierten Spielpartner haben. Oder auch Menschen, die eben gerne auch einmal in einer größeren Gemeinschaft spielen wollten. „Und genau dieses Zusammenspielen ist es ja auch, was so einen Treff ausmacht“, ist sich Gewalt sicher. Neben dem Spielen werde eben auch kommuniziert und man lerne andere Menschen kennen.
Etwa 20 Spiele stehen durchschnittlich am Treff-Abend zur Auswahl. Es wird kurz diskutiert, dann finden sich die Gruppen für das jeweils gewählte Spiel zusammen. Um 22.30 Uhr ist Schluss.
Zu den Höhepunkten in den vergangenen 25 Jahren gehören: Die mehrfache Teilnahme an den regionalen Vorausscheidungen zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel. Und die Veranstaltung „Stadt, Land, Spiel“, bei der 2014 über 50 Interessierte den Weg an die Spieltische nach Vierkirchen fanden. Markus Wittenzellner