Raser auf A95: So geht die Polizei vor

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Die Polizei will wegen der hohen Zahl an Verstößen auf der A 95 verstärkt kontrollieren. © /dpaDaniel Karmann

389 gemessene schwere Tempoverstöße im Bußgeldbereich an einem Wochenende und zwei Tage später ein schwerer Unfall an derselben Stelle: Das letzte Stück der Autobahn A 95 zwischen dem Dreieck Starnberg und München ist eine Problemzone. Die Polizei will hier auch weiterhin Raser ins Visier nehmen.

Starnberg/München – Die Autobahn A 95 ist einzigartig, zumindest in Bayern. Nirgendwo sonst gibt es so lange Strecken ohne jedes Tempolimit bei oftmals sehr wenig Verkehrsaufkommen. Das verleitet viele Autofahrer zum schnellen Fahren. Und anscheinend fällt es dann oft schwer, die Geschwindigkeit wieder zu drosseln, wenn es in Bereiche geht, in denen es Tempolimits gibt. Immer wieder hat das dramatische Folgen.

Zuletzt ereignete sich am vergangenen Dienstag ein Unfall mit mehreren Verletzten, dessen Ursache wohl in überhöhter Geschwindigkeit lag (wir berichteten). In Fahrtrichtung München, zwischen dem Starnberger Dreieck und der Anschlussstelle Fürstenried, wo die erlaubte Geschwindigkeit schrittweise auf 80 Stundenkilometer sinkt, war ein Autofahrer nach ersten Erkenntnissen der Polizei zu schnell unterwegs gewesen und an die linke Leitplanke geraten, hatte dann die Kontrolle verloren und zwei weiter Autos touchiert. Alle drei Fahrer wurden verletzt. Die Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Weilheim, die für die A 95 zuständig ist, will den Kampf gegen zu schnelles Fahren deshalb weiter fortsetzen.

In dem Bereich der Autobahn, in dem sich der Unfall vom Dienstag ereignet hatte, waren erst wenige Tage zuvor Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden – mit Ergebnissen, die Dominik Wagner, zuständiger Polizeihauptkommissar bei der VPI, erschreckend nennt. Bei zwei mehrstündigen Kontrollen in Fahrtrichtung München, am vergangenen Freitag tagsüber und in der Nacht von Samstag auf Sonntag, verzeichnete die VPI in der 80-er-Zone kurz vor Fürstenried und in der 60-er-Zone am Autobahnende insgesamt 389 Tempoverstöße im Bußgeldbereich. Alle Messtoleranzen berücksichtigt, waren die Fahrer also jeweils mindestens 17 Stundenkilometer zu schnell.

Polizei hat mehrere Möglichkeiten

In 45 Fällen wurden Überschreitungen von 41 oder mehr Stundenkilometern gemessen. Ein Audi war mit 156 Stundenkilometern unterwegs, bei erlaubten 80. Ein Mercedes wurde mit 134 Stundenkilometern erwischt, bei erlaubten 60. Die VPI werde angesichts solcher Zahlen „auch in Zukunft regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen auf der Autobahn durchführen, da erhöhte Geschwindigkeit zu den häufigsten Unfallursachen auf Autobahnen zählt“. Um Temposünder zu ertappen, stehen der VPI mehrere Mittel zur Verfügung. Sie kann aus stehenden Fahrzeugen heraus messen. Sie verfügt auch über einen Blitzer-Anhänger. Zudem gibt es bei der VPI ein ziviles Polizeiauto und ein Motorrad, die während der Fahrt das Tempo vorausfahrender Fahrzeuge messen und dokumentieren können.

In den Bereichen mit Tempolimits, zwischen Starnberger Dreieck und Fürstenried, ereignen sich öfter Unfälle, sagt Wagner, besonders im Bereich bei Oberdill, wo Tempo 80 bei Nässe gilt. Aber nicht immer passieren Unfälle da, wo auch ein Tempolimit besteht. Ob irgendwo ein Tempolimit oder eine andere sinnvoll wäre, entscheide nicht die Polizei, sondern die zuständige Unfallkommission, erklärt Sebsatian Straif, stellvertretender Dienstellenleiter der VPI Weilheim. „Wenn wir irgendwo eine Gefahrenstelle sehen, besprechen wir das in vertrauensvoller Zusammenarbeit und geben eine Empfehlung ab.“ Beschränkungen bei Nässe im Bereich Oberdill oder ein Spurwechselverbot in der langen Kurve bei der Anschlussstelle Penzberg seien Beispiele. Dass auf Autobahnen erstmal kein allgemeines Tempolimit gelte, sei eine politische Entscheidung, in die die möglichen Folgen von Fehlverhalten oder Selbstüberschätzung einzelner Verkehrsteilnehmer mit eingepreist seien.

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