Die Haushaltslage in Jetzendorf ist prekär. Der Bürgermeister greift daher zu einer harten Maßnahme.
Jetzendorf – Der Gemeinde Jetzendorf geht es finanziell nicht gut, wie schon die Haushaltsberatungen für 2025 gezeigt haben. Dass nun das Gemeindebudget mit weiteren, strengen Auflagen vom Landratsamt genehmigt wurde, sorgte einerseits für Aufatmen im Gemeinderat, freuen konnte sich dennoch keiner.
Grund zur Sorge geben das geforderte Konsolidierungskonzept und die Forderung nach weiteren Steuererhöhungen. Wie sich erst jetzt herausgestellt hat, werden auch noch die Steuereinnahmen und Zuweisungen 2025 um 750 000 Euro niedriger ausfallen, als bei der Haushaltsaufstellung angenommen. Das alles veranlasste nun Bürgermeister Tobias Endres, eine Haushaltssperre zu veranlassen. Jede Ausgabe über 100 Euro muss ab sofort über den Tisch des Bürgermeisters gehen.
Der Bürgermeister hat sogar seinen Urlaub abgebrochen
Darüber ist Endres, der erst seit einem Jahr Gemeindeoberhaupt ist, natürlich überhaupt nicht glücklich, „denn wir machen nichts anderes als sparen und konsolidieren. Aber die vielen getroffenen Maßnahmen und unangenehmen Entscheidungen reichen noch nicht aus, ja wir müssen sogar noch weitere Maßnahmen ergreifen“. Aufgrund des unvorhergesehenen Einnahmenrückgangs in Höhe von 750 000 Euro hat Endres sogar seinen Urlaub abgebrochen.
Worin der Einnahmenrückgang genau begründet ist, wollte Endres nicht öffentlich bekanntgeben. Sicher aber sei: „Wir haben somit insgesamt 1 Million Euro weniger an Steuereinnahmen als im Jahr 2024. Ein Ausgleich des Haushalts 2025 sowie die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde sind deshalb aktuell stark gefährdet, weshalb ich diese Haushaltssperre verhängen musste.“
Ausgenommen seien hierfür nur Lohn- und Gehaltszahlungen und die Betankung der gemeindlichen Fahrzeuge. Die Mitarbeiter hat Endres von dieser Entscheidung am Mittwoch informiert. „Im Prinzip bin ich momentan mehr Insolvenzverwalter als Bürgermeister, aber den Kopf in den Sand stecken bringt uns nicht weiter. Die nächsten fünf Jahre werden hart bleiben, aber diese Zeit werden wir brauchen, um wieder in normale Verhältnisse zu kommen“, so Gemeindeoberhaupt Endres.