Das Hotel Waltershof an der Seestraße wird im Bestand saniert und nicht abgerissen. Der Ortsplanungausschuss stimmte nach einer Präsentation zu.
Rottach-Egern – Dass das Hotel Waltershof an der Seestraße in Rottach-Egern im Bestand saniert, erweitert und nicht abgerissen wird, hatte sich heuer abgezeichnet und war im August mit einer Anfrage im Ortsplanungsausschuss bereits konkret geworden. Reihum wurde diese Entscheidung begrüßt, weil sich die Gemeinde damit eine schnellere Abwicklung der Baustelle an so prominenter Stelle verspricht. Das Gegenteil, einen komplizierten und schon jetzt langwierigen Hotelbau, erlebt Rottach-Egern nämlich seit geraumer Zeit mit dem geplanten Gebäudekomplex Severin‘s am anderen Ende der Seestraße.
Auch jetzt, als der konkrete Antrag auf Sanierung und Erweiterung des Hotels von 36 auf 57 Gästezimmer mit Gastronomiefläche und Tiefgarage sowie Nutzungsänderung des Multifunktionsraums in ein Schwimmbad auf der Tagesordnung im Ortsplanungsausschuss stand, klang die Erleichterung durch.
Bürgermeister Christian Köck (CSU) berichtete, dass man sich gemeinsam mit dem Bauwerber im Landratsamt getroffen habe, wo Kreisbaumeister Christian Boiger beratend tätig gewesen sei. Es sei darum gegangen, die Fassade kleinteiliger zu gestalten, damit der Bau keine „Riegelwirkung“ habe. Dies sei in den Bauantrag eingeflossen. Anhand einer Präsentation, die einen gefälligen Hotelbau im ortsüblichen Stil zeigte, konnten sich die Mitglieder überzeugen.
Köck berichtete auch, dass sich das Gebäude in einem Bebauungsplangebiet befinde. Inzwischen, so Bauamtsleiterin Tanja Zink, sei der Vorbescheid genehmigt. Bereits bei der Abstimmung darüber hatten die Ausschuss-Mitglieder die nötigen Ausnahmen von der Gestaltungssatzung befürwortet. So soll das Dach um 97 Zentimeter angehoben werden, auch wird das Hotel mit einem Kreuzgiebel erweitert, der anstelle der jetzigen Gastronomie hochgezogen wird. Auch dafür bekamen die Bauherrn bereits eine Ausnahmegenehmigung. Die nötige Anzahl an Stellplätzen werde nach der neu gültigen Garagen-Stellplatz-Verordnung nachgewiesen, so Butz.
Florian Baier (CSU) griff die Parkplatz-Thematik auf und erneuerte seine Kritik. Er sah angesichts von 46 Stellplätzen ein „Verkehrschaos“ vorprogrammiert. Es sei nicht in Ordnung, wenn mangels eigener Plätze die gemeindliche Tiefgarage von Hotel-Mitarbeitern und Gästen in Beschlag genommen werde, meinte Baier. Die Bauamtsleiterin sah die Anforderung „je sechs Betten ein Stellplatz“ aber rechtlich erfüllt.
Thomas Tomaschek (Grüne) fand es gut, wenn weniger Stellplätze gebaut werden. „Dann kommen vielleicht doch weniger Autos, und mehr Leute fahren mit dem Bus.“ Schade sei in diesem Zusammenhang, dass das Wirtshaus Mesner Gütl eine Wiese zugunsten von Parkplätzen „plattgemacht“ habe. Hermann Ulbricht (FWG) war anderer Meinung: Er glaube nicht, dass weniger Gäste mit dem Auto kommen, weil weniger Stellplätze zur Verfügung stehen, so Ulbricht. Froh äußerte sich Tomaschek, dass das Hotel saniert werde und man damit „keine ewige Baustelle“ habe.
Damit war alles gesagt. Einstimmig wurde der Bauantrag befürwortet. Entstehen wird, wie bereits angekündigt, ein Hotel mit Zimmern im „leistbaren Bereich unter der 5-Sterne-Kategorie“.