Der Technologiepark Lechrain im Süden Landsbergs hat erneut den Stadtrat beschäftigt. Diesmal ging es um die Abwägung der Stellungnahmen im Bebauungsplanverfahren. Und die besagen, dass an etlichen Stellen nachgearbeitet werden muss.
Landsberg - Bereits 2013 hatte der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gelände der ehemaligen Lechrain-Kaserne beschlossen. Die dort angesiedelte 3C-Carbon-Group möchte einen repräsentativen Firmensitz, ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude, eine Kindertagesstäte, Sportanlagen, Versorgungseinrichtungen inklusive Gastronomie sowie Wohnungen errichten.
„Ich habe noch nie so oft gelesen, dass man neue Gutachten braucht“, kommentierte Stefan Meiser (ÖDP) jetzt den Inhalt der behördlichen Stellungnahmen. Demnach müssen ein Vegetations- und ein Verkehrsgutachten neu erstellt, das Immissionsschutzgutachten aktualisiert und das Altlastengutachten nochmals geprüft werden. Rechtsanwalt Gerhard Spieß, der das Verfahren im Auftrag der Stadt begleitet, sprach von einer „sehr untypischen Abwägung“. Da das Verfahren bereits lange laufe, hätten die ursprünglichen Gutachten inzwischen keine Wertigkeit mehr.
Durch die Lage des Geländes sind Landschafts- und Naturschutzaspekte verstärkt zu beachten. Ulrike Gömmer (Grüne) kritisierte ein geplantes 40 Meter hohes Gebäude „in auffallenden Farben“. Dies vertrage sich nicht mit dem Landschaftsschutz. Zudem sehen die Pläne des Unternehmens auch einen Hubschrauberlandeplatz vor. Stefan Meisers Frage nach Immissionsschutz und Flugrouten beantwortete Spieß mit dem Hinweis, hierzu gebe es ein eigenes Genehmigungsverfahren.
Autarkes Areal?
Die geplanten 60 Wohnungen auf dem Gelände stießen im Stadtrat auf ein geteiltes Echo. Während Oberbürgermeister Doris Baumgartl (UBV) den Wunsch des Unternehmens nach Betriebswohnungen nachvollziehbar fand, kritisierte Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte/LM) die Entstehung eines „autarken Areals vor den Toren unserer Stadt und ohne Verbindung zur Stadt“.
Stefan Meiser verwies auf mögliche Folgekosten für die Stadt. „Wenn Familien dort wohnen, ist ein Schulbusverkehr erforderlich.“ Stadtbaumeisterin Annegret Michler erwiderte, Infrastrukturkosten würden in einem städtebaulichen Vertrag berücksichtigt. Einen solchen mit dem Unternehmen abzuschließen, ist eine ausdrückliche Empfehlung von Rechtsanwalt Spieß.
Margit Däubler (SPD) pochte darauf, unternehmerische Freiheit nicht zu stark einzuschränken. Die Konversion des ehemaligen Militärgeländes sei schließlich „im Großen und Ganzen“ gelungen. „Wir müssen froh sein.“
Mit jeweils 18:10 Stimmen beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, die Ergebnisse der ersten Auslegung in die Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanänderung einzuarbeiten. Anschließend sollen noch einmal Behörden, Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit beteiligt werden.