Paris Saint-Germain avanciert erstmals zum Champions-League-Sieger. Das auch dank eines Spielers, der der künftige Weltfußballer sein könnte.
München – Knapp zwei Jahre ist es her, da machte Paris Saint-Germain von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und verpflichtete Ousmane Dembélé für 50 Millionen Euro vom FC Barcelona. „Ich bin enttäuscht. Ich habe es nicht erwartet“, sagte der damalige Barça-Trainer Xavi Hernández.
Warum sich Dembélé für den Wechsel von Barcelona nach Paris entschied? „Wir haben ihn gefragt, warum, und er wusste nicht, wie er antworten sollte. Ich vermute, es ist etwas Persönliches“, so Xavi.
Dembélé führt PSG zum Champions-League-Titel
Knapp zwei Jahre später kann sich sagen lassen: Dembélé wechselte von Barça zu PSG, um die Champions League zu gewinnen. Dabei avancierte der 28-Jährige sogar zum besten Spieler der Königsklassen-Saison.
Dembélé hatte mit acht Toren und sechs Vorlagen (zwei davon im Champions-League-Finale gegen Inter) entscheidenden Anteil daran, dass PSG sich zum ersten Mal überhaupt mit dem Henkelpott krönte.
In der Saison 2024/25 hat Dembélé mit wettbewerbsübergreifend 33 Toren und 15 Assists in 49 Pflichtspielen die mit Abstand beste Spielzeit seiner gesamten Karriere hingelegt, wobei die Klub-Weltmeisterschaft noch aussteht.
Die bemerkenswerte Entwicklung des Ousmane Dembélé
Das ist nicht zuletzt auch PSG-Trainer Luis Enrique zu verdanken, der den Flügelspieler Dembélé zum Mittelstürmer Dembélé transformierte. Jean-Louis Gasset, Trainer von Paris‘ Ligue-1-Konkurrent HSC Montpellier, lobte bereits vor mehreren Wochen: „Unglaublich, Dembélé als Nummer 9 ist die Idee des Jahrhunderts, und das ist alles eine Frage des Trainers. Paris scheint heute unschlagbar zu sein, sie sind allen anderen überlegen.“
Aber nicht nur die positionelle Entwicklung von Dembélé ist bemerkenswert, sondern auch seine menschliche. Der französische Nationalspieler und Weltmeister von 2018 galt lange Zeit als Problemfall. Bereits im Zuge des 135-Millionen-Euro-Wechsels im Sommer 2017 von Borussia Dortmund zum FC Barcelona sorgte er für Aufsehen, da er sich den Transfer erstreikte.
Das einstige Sorgenkind, das jetzt Top-Favorit auf den Ballon d‘Or ist
In Barcelona fiel Dembélé anschließend immer wieder aufgrund von undiszipliniertem Verhalten auf, konnte sein großes Potenzial nur selten konstant zu Geltung bringen. Auch zu Beginn dieser Saison machte er negativ auf sich aufmerksam, als ihn Luis Enrique aufgrund der aus seiner Sicht falschen Einstellung zu seinem Beruf für das Champions-League-Spiel beim FC Arsenal ausbootete. Eskapaden wie diese gehören inzwischen der Vergangenheit an.
Unmittelbar nach dem gewonnenen Champions-League-Titel gab sich Luis Enrique derart überzeugt, dass er forderte: „Ich würde Herrn Ousmane Dembélé den Ballon d’Or geben.“ Die Begründung lieferte der Pariser Erfolgscoach gleich mit: „Die Art und Weise, wie er heute verteidigt hat – das alleine ist den Ballon d‘Or wert. So führt man ein Team an.“
Am 22. September wird der Ballon d‘Or im Pariser Théâtre du Châtelet verliehen. Es ist gut möglich, dass ihn Dembélé dann stolz entgegennehmen wird und damit seine ultimative Krönung erhält. Kein Spieler war 2025 produktiver – weder individuell noch kollektiv.