Die Gemeinde Kirchheim muss 80.000 Euro für neue Rauchmelder investieren, weil sich der Umzug der Grund- und Mittelschule ins alte Gymnasium und damit die Sanierung verzögern.
Zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebs einer Brandmeldeanlage ist ein regelmäßiger Austausch von automatischen Meldern, insbesondere Meldern mit optischer Messkammer notwendig. Dieser Tausch sollte alle acht Jahre erfolgen. Nun sind die Melder in der Grund- und Mittelschule in Kirchheim dran – aber auch nur, weil das neue Gymnasium noch nicht fertig ist. Denn eigentlich hätten die Grund- und Mittelschüler längst im alten Gymnasium unterkommen und ihre Schule komplett saniert werden sollen.
„Seit Monaten machen wir nichts mehr, außer Zuschüsse zu streichen und Gebühren zu erhöhen“, schimpfte SPD-Gemeinderat Marcel Prohaska (SPD) im Gemeinderat. „Jetzt geben wir fast 80 000 Euro aus für die Rauchmelder – nur, weil das neue Gymnasium nicht fertig ist. Das geht mir enorm gegen den Strich, da bekomme ich extremen Bluthochdruck.“ Petra Mayr (CSU) ergänzte, es gehe doch höchstens um zwei Jahre, „müssen wir da wirklich alle Melder im gesamten Gebäude tauschen?“
Der Tausch alle acht Jahre ist gesetzlich vorgeschrieben, sämtliche Melder der Grund- und Mittelschule sind noch in diesem Jahr fällig. Ein Test habe ergeben, dass alle noch voll funktionstüchtig seien, doch wenn man die achtjährige Frist überziehe und es gebe einen Brandfall, gebe es wohl große Probleme mit der Versicherung. Zudem handle es sich nicht um die in Privathaushalten üblichen Rauchmelder, sondern um High-Tech-Geräte mit eigener IP-Adresse für Brandmeldeanlagen, die kann laut Verwaltung nur eine Fachfirma tauschen, nicht aber der Gemeinde-Elektriker, wie von Christian Zenner (Grüne) angeregt. „Ich bin selber Elektromeister und habe eine Elektrofirma mit 15 Mitarbeitern, bei uns hat keiner die Ausbildung und Berechtigung, solche speziellen Rauchmelder zu tauschen“, erläuterte Florian Sift (CSU).
Franz Glasl und Luis Huber (beide JU) bemängelten zwar die Umstände, die zum Tausch führen und die Kosten, „aber das Risiko, dass etwas passiert, mit dem Haus oder den Kindern, ist einfach viel zu groß, wenn wir die Rauchmelder nicht auf dem neuesten Stand halten“, sagte Huber. Andrea Haas (CSU), selbst Lehrerin an der Schule, berichtete, dass regelmäßig der Feueralarm durch die Rauchmelder ausgelöst würde, „die müssen also unbedingt funktionieren“. Tanja Heidacher (SPD) hat ein komisches Gefühl, da sie wenige Minuten zuvor der Nachbarschaftshilfe 7600 Euro gestrichen habe, weil die Gemeinde sparen muss, und jetzt fast 80 000 Euro ausgegeben werden für so etwas. Dennoch genehmigte der Gemeinderat mit 16:4 Stimmen den Austausch.