Happy End auf Umwegen: Wie Sondengänger Alexander Benke geholfen hat, einen verlorenen Ehering zu finden

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Schatzsucher Alexander Benke (l.) konnte den gesuchten Ring auf Umwegen an seine Eigentümerin zurückgeben. Die freute sich mit ihrer Tochter sehr darüber (M.). Die Arbeiter Woife (r., r.) und Robert haben den Ring gefunden. © Privat

Wie Sondengänger Alexander Benke geholfen hat, einen verlorenen Ehering zu finden

Oberneuching – Wer am Schneechaos-Wochenende Anfang Dezember einen Ring auf einem Rastplatz an der Autobahn bei München verloren hat, kann sich kaum Hoffnung machen, diesen jemals wiederzufinden. Dass es für die betroffene Dame noch zu einem Happy-End kam, ist mehreren guten Geistern zu verdanken, vor allem aber Alexander Benke aus Oberneuching.

Benke ist seit Jahren als Sondengänger im Landkreis unterwegs, um mit seinem Metalldetektor die unterschiedlichsten Teile auf Wiesen und Äckern zu suchen. Gefunden hat er jede Menge Schrott, aber auch alte Münzen, Musketenkugeln oder eine amerikanische Erkennungsmarke aus dem 2. Weltkrieg (wir berichteten). Manchmal übernimmt der 39-Jährige auch eine Auftragssuche, wenn jemand ein Schmuckstück im Garten oder auf dem Feld verloren hat.

Dazu kann man sich einer professionellen Website zur Auftragssuche bedienen. Dort wird die Suche eingestellt mit Angabe von Finderlohn bei Erfolg, aber auch einer Aufwandsentschädigung, wenn die Suche erfolglos bleibt. Sondler können dort eine Auftragssuche übernehmen, bei Erfolg gibt’s den vereinbarten Finderlohn.

Eine solche Auftragssuche erschien Anfang Dezember auf der Such-Website. Gesucht wurde ein Ehering, den eine Dame aus Hessen am Wochenende des großen Schneechaos’ Anfang Dezember 2023 am Rastplatz Fürholzen an der A9 verloren hatte. Der Verlust traf die Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte, schwer, war es doch der Ehering, den sie von ihrem verstorbenen Mann Wolfgang erhalten hatte.

Um die traurige Mama zu trösten, entschied sich ihre Tochter, ihr Weihnachtsgeld in die Suche mit einem Profi zu investieren – und stellte den Auftrag ins Internet. Die Aufgabe schien nicht schwer, denn die Mutter konnte genau angeben, wo sie den Ring höchstwahrscheinlich verloren hat. Benke erhielt eine Skizze des Rastplatzes mit exakter Beschreibung der Stelle, an der sich die Mutter den Schnee vom Mantel geklopft hat und ihr dabei wohl der Ring von den kalten Fingern in den Schnee gefallen ist. Trotz intensiver Suche konnte die Frau das Schmuckstück im tiefen Schnee nicht finden und bestieg schweren Herzens den Bus zurück nach Hessen. Mehr Erfolg versprach man sich deshalb von einem professionellen Sondengänger wie Benke, der sich kurz darauf mit seinem Metalldetektor nach Fürholzen begab.

Doch auch der Profi musste schnell feststellen, dass das nichts wird. „Die Betonplatten auf dem Rastplatz waren wohl mit Stahl bewehrt, deshalb hat der Detektor pausenlos gepiepst, da war nichts zu machen“, erklärt Benke. Seine Sondler-Tätigkeit blieb auf dem Rastplatz nicht unbemerkt, und so kam er ins Gespräch mit zwei Männern, die den Bereich in Ordnung halten. Benke erzählte den beiden Arbeitern von der Suche, zeigte ein Bild des gesuchten Rings, und man tauschte Telefonnummern aus, „für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Ring nach Abschmelzen des Schnees doch noch auftaucht“.

Der Auftraggeberin musste er von dem Misserfolg berichten, und nach Erhalt des Ausfallhonorars war für ihn der Fall beinahe erledigt. „Ich hatte schon noch eine ganz kleine Hoffnung, dass vielleicht der Woife und der Robert auf der Raststätte den Ring noch finden“, berichtet der Hobby-Schatzsucher. Auch die Auftraggeberin hoffte auf ein kleines Wunder und sah in der Namensgleichheit vom verstorbenen Vater und dem Rastplatz-Mitarbeiter – Wolfgang – einen kleinen Wink des Schicksals. Und tatsächlich meldete sich zehn Tage später der Woife vom Rastplatz beim Sondler Benke per WhatsApp.

„Der Robert hat da was gefunden“, schrieb er und schickte ein Foto des Fundstücks mit. „Das war der Hammer, es war tatsächlich der gesuchte Ring“, schildert der Oberneuchinger den Moment der großen Freude. Schnell war ein Termin zur Übergabe an der Raststätte vereinbart, wo Benke den Ring abholte, um ihn sogleich an die Auftraggeberin zu versenden. Für die Witwe war es wohl ein sehr emotionaler Moment, als sie kurz vor Weihnachten tatsächlich ihren schmerzlich vermissten Ehering wieder in den Händen halten konnte.

„Sie hat mich angerufen und sich von Herzen bedankt“, erzählt Benke. Ihm ist zwar der große Finderlohn aus dem Auftrag entgangen, da er den Ring ja nicht gefunden hat, doch die Auftraggeberin bedankte sich bei ihm und den Helfern vom Rastplatz mit einem finanziellen Geschenk. Benke ist in jedem Fall froh über den glücklichen Ausgang der Suche: „Mir geht es da nicht ums Geld. Mir ist wichtig, dass der Eigentümer sein verloren gegangenes Stück wiederbekommt.“ Um die ganze Sondlergemeinde an dem Happy End teilhaben zu lassen, ist die Geschichte auch auf Benkes Youtube-Kanal („TreasurErdinger“) zu sehen.

Infos zur Auftragssuche:
www.detectorist.eu
www.ringfinder.eu
www.wirfindendeinenring.de

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