Was hinter dem Phänomen der Tag-und-Nacht-Gleiche steckt

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Die Stufenpyramide des Kukulcán in Chichén Itzá, Mexiko. Während der Tag-und-Nacht-Gleichen beleuchtet das Sonnenlicht die Treppenstufen auf der Nordseite, die angrenzenden Bereiche bleiben im Schatten. (Archivbild) © Imago

Zweimal jährlich erleben wir das Äquinoktium, den Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht fast gleich lang sind. Was steckt hinter dem Phänomen der Tag-und-Nacht-Gleiche?

München – Die Tag-und-Nacht-Gleiche, auch bekannt als Äquinoktium, ist ein faszinierendes astronomisches Ereignis, das an nur zwei Tagen im Jahr auftritt. An diesen Tagen sind Tag und Nacht nahezu gleich lang, was an der Position der Sonne am Himmelsäquator liegt. Die Erde dreht sich um die Sonne in einer leicht geneigten Achse, was die Jahreszeiten verursacht. An den Äquinoktien steht die Sonne genau über dem Äquator, wodurch sie weltweit fast genau im Osten aufgeht und im Westen untergeht.

Wenn die Sonne ihren Herbstpunkt kreuzt, „kommt es zur Tag-und-Nacht-Gleiche, auch Äquinoktium genannt, bei der wir jeweils zwölf helle und zwölf dunkle Stunden zählen“, weiß Björn Voss, der Direktor des Planetariums Hamburg. „Die einzige Ausnahme bilden die Pole. Denn hier steht die Sonne zu dieser Zeit direkt auf dem Horizont, was zu einem andauernden Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang führt.“ Nach der Tag-und-Nacht-Gleiche werden die Nächte auf der Nordhalbkugel wieder länger, im Süden werden die Tage länger und der Frühling beginnt.

Tag-und-Nacht-Gleiche ist am 22. September 2024

Die Erdachse ist um etwa 23,5 Grad geneigt, was bedeutet, dass sie während ihres Umlaufs um die Sonne nicht senkrecht zur Bahnebene steht. Diese Neigung führt dazu, dass die Sonne am Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche den Himmelsäquator kreuzt. Im Herbst 2024 wird die Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. September um 14:43 (MESZ) erreicht – es ist der kalendarische und astronomische Beginn des Herbstes. Rund um diese Zeit steht die Erde so, dass sie anfälliger für Polarlichter ist.

Die Tag-und-Nacht-Gleichen haben in vielen Kulturen eine bedeutende Rolle gespielt. Sie wurden oft als Zeiten des Gleichgewichts und der Erneuerung gefeiert. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Stufenpyramide des Kukulcán in Chichén Itzá, Mexiko. Die Maya entwarfen diese Struktur so, dass das Sonnenlicht an den Äquinoktien die Treppenstufen der Nordseite beleuchtet, während die angrenzenden Bereiche im Schatten bleiben. Dieses spektakuläre Schauspiel symbolisiert die Rückkehr der gefiederten Schlange, eines wichtigen mythologischen Wesens der Maya.

Das Äquinoktium gibt es auch auf anderen Planeten

Tag-und-Nacht-Gleichen sind nicht nur ein irdisches Phänomen. Sie treten auch auf anderen Planeten auf, was die universelle Natur dieser Ereignisse unterstreicht. Ein Beispiel ist der Saturn, dessen Achsenneigung von 26,7 Grad bedeutet, dass ein Äquinoktium dort etwa alle 15 Erdenjahre auftritt. Diese planetaren Tag-und-Nacht-Gleichen sind ein Beweis dafür, dass die grundlegenden Prinzipien der Astronomie überall im Sonnensystem gelten.

Die Tag-und-Nacht-Gleiche ist ein beeindruckendes Beispiel für die Harmonie und Präzision, mit der unser Sonnensystem funktioniert. Durch das Verständnis dieses Phänomens gewinnen wir nicht nur Einblicke in die Mechanismen der Erde, sondern auch in die der anderen Planeten, was die Erforschung des Weltraums noch faszinierender macht. (tab)

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