Der Wolf ist da: Im Juli dieses Jahres wurde eine verdächtige Losung im Großen Wald bei Wertach gefunden. Nun wurde bestätigt, dass es sich um die Hinterlassenschaften eines Wolfes handelt.
Wertach – Wird die Region von Raubtieren heimgesucht? Ganz so dramatisch ist es wohl nicht, allerdings wurde nun bestätigt, dass im Sommer ein Wolf im Großen Wald bei Wertach unterwegs war. Und auch eine mutmaßliche Bärensichtung bei Halblech sorgt derzeit für Aufruhr im südlichen Ostallgäu.
Im Juli dieses Jahres wurde im Großen Wald bei Wertach eine verdächtige Losung gefunden. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat nun bestätigt, dass es sich um die Hinterlassenschaften eines Wolfes handelt. Es wurde ein männlicher Wolf identifiziert, der im Jahr 2023 im Altmühltal geboren und registriert wurde. Ob sich der Wolf noch in der Gegend aufhält oder bereits weitergezogen ist, ist unklar.
Durchziehende Wölfe sind keine Seltenheit
Wie Uwe Friedel vom Bund Naturschutz Allgäu erklärt, seien durchziehende Wölfe im Allgäu keine Seltenheit. Die Tiere leben bevorzugt in Rudeln, die als Familienverband aus Elterntieren und deren Nachwuchs bestehen. Im Alter von 10 bis 22 Monaten verlassen Jungwölfe das Territorium ihrer Eltern auf der Suche nach einem Geschlechtspartner und einem eigenen Revier. Registrierte, standorttreue Wölfe gibt es laut Uwe Friedel derzeit in der Region nicht.
Wölfe seien für den Menschen in der Regel ungefährlich, so Friedel. Wenn man einen Wolf sieht, solle man Ruhe bewahren und sich dem Tier nicht nähern. Ein respektvoller Umgang mit dem Wolf sei wichtig. Wenn Menschen mit ihren Hunden unterwegs sind, sollten sie jedoch vorsichtig sein. Hunde können von Wölfen als Revierkonkurrenten angesehen werden, kleine Hunde sogar als Nahrung. Das LfU empfiehlt daher, Hunde anzuleinen und bei sich zu führen. Außerdem solle man vor Wölfen weder weglaufen noch ihnen nachjagen und sie auf keinen Fall füttern. Kommt der Wolf zu nahe, solle man sich durch Rufen und Klatschen bemerkbar machen.
In Deutschland ist der Wolf geschützt. Verschiedene Seiten wollen ihn allerdings ins Jagdrecht aufnehmen. Damit würde er vom Status „streng geschützt“ in den Status „geschützt“ zurückgestuft, was eine Bejagung ermöglichen würde. Der Bund Naturschutz lehnt eine Bejagung ab, befürwortet aber den Abschuss von Wölfen, die gefährlich werden könnten.
In anderen Bundesländern gibt es laut Friedel flächendeckend Wölfe, in Bayern nicht. Der Wolf wird sich seiner Meinung nach hier auch nicht ausbreiten.
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