Die Wählergruppe „Freie Lokalpolitik Penzberg“, kurz FLP, hat ihre Auflösung beschlossen. Sie ist seit 2020 mit Jack Eberl und Ferdinand Disl im Penzberger Stadtrat vertreten. Trotz FLP-Auflösung kann sich Disl gut vorstellen wieder für den Stadtrat zu kandidieren. Eberl überlegt noch.
Die parteifreie Wählergruppe FLP hat am Dienstag ihre Auflösung bekannt gegeben. Dies sei bei einer Mitgliederversammlung am 15. Mai einstimmig beschlossen worden, teilte die FLP mit, die mit Jack Eberl und Ferdinand Disl im aktuellen Stadtrat vertreten ist. Beide werden dem Gremium bis zum Ende der Amtsperiode im nächsten Jahr angehören. Denkbar ist, dass sie bei der Kommunalwahl 2026 auf anderen Listen kandidieren.
Disl kann sich Kandidatur gut vorstellen
Ferdinand Disl sagte auf Nachfrage, er könne sich gut vorstellen, bei der Kommunalwahl 2026 zu kandidieren, „weil‘s mir Spaß macht und weil man für die Stadt etwas bewegen kann“. Zur Frage, auf welcher Liste das sein könnte, wollte er sich am Dienstag aber nicht äußern. Jack Eberl will nach eigenen Worten erst nach der Sommerpause entscheiden, ob er auf einer anderen Liste kandidiert. „Weil ich es einfach noch nicht weiß“, sagte er. Die Arbeitsbelastung im Stadtrat sei sehr hoch, in einer anderen Fraktion wäre es zwar leichter, wenn sich die Arbeit auf mehr Schultern verteilt. Dennoch wolle er bis nach der Sommerpause abwarten.
FLP entstand vor acht Jahren aus Zerwürfnis
Die parteifreie Wählergruppe FLP war vor acht Jahren aus einem Zerwürfnis hervorgegangen. Im Sommer 2017 verließen die drei Stadtratsmitglieder André Anderl, Jack Eberl und Michael Kühberger im Streit die CSU. Wenige Monate später gründeten sie die FLP, die sich erst „Freie Liste Penzberg“ und dann „Freie Lokalpolitik Penzberg“ nannte. 2020 trat die neue Wählergruppe erstmals zur Kommunalwahl an, mit dem mittlerweile verstorbenen Michael Kühberger sogar als Bürgermeisterkandidat. Kühberger und Jack Eberl wurden damals in den Stadtrat gewählt. Den FLP-Stadtratssitz des bald schwer erkrankten Kühbergers nahm zuerst André Anderl ein. Als dieser das Mandat zurückgab, zog Ferdinand Disl im September 2020 in den Stadtrat ein.
Zur Auflösung erklärt die FLP, die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, besonders, weil es ein sehr großer Aufwand für alle damaligen Mitglieder gewesen sei, mit einer Vielzahl gesammelter Unterschrift die Zulassung als Stadtratsfraktion zu erreichen. Das Ende begründet die Wählergruppe damit, dass in den vergangenen Monaten die Anforderungen und Aufgaben im Stadtrat stark gestiegen seien angesichts der Vielzahl laufender Projekte und der angespannten Haushaltslage. So seien es im vergangenen Jahr knapp 100 Sitzungen und Treffen gewesen, die es auf lediglich zwei Schultern zu verteilen galt. Gleichzeitig, so heißt es weiter, habe sich Mitgliederzahl weiter verringert. Man wolle sich von Herzen bei allen Menschen bedanken, „die uns in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt und uns ihre Stimme gegeben haben“, so die FLP. Dies sei „für uns Antrieb und Verpflichtung“ gewesen. Die FLP teilte zudem mit, ihr Vereinsvermögen der Penzberger Feuerwehr zu spenden.