Trainer Vincent Kompany eilt mit dem FC Bayern von Sieg zu Sieg. Wird der 39 Jahre alte Belgier nun für andere Top-Klubs interessant?
München – Der FC Bayern tat sich im Sommer 2024 schwer, einen neuen Trainer zu finden. Höchstwahrscheinlich war Vincent Kompany nur Trainer-Kandidat Nummer sieben beim deutschen Rekordmeister. In Buchstaben ausgedrückt: Der Belgier galt nicht als B- oder C-Lösung, er war wohl die G-Lösung der Münchner.
Mit einer guten Saison 2024/25 und der Rückeroberung der Meisterschale rechtfertigte Kompany das spät gewonnene Vertrauen der Verantwortlichen. Besser noch: In der aktuellen Spielzeit hat Kompany mit dem FC Bayern einen Traumstart hingelegt. Die Mannschaft hat sich deutlich entwickelt. Auch die Klub-WM war ein Turbo-Boost, den Kompany zu nutzen wusste.
Liefert der FC Bayern auch in der Crunch-Time ab?
Der FC-Bayern-Kosmos schwärmt von der Arbeit des 39 Jahre alten Belgiers, während Experten einwenden, das Frühjahr 2026 noch abzuwarten: Kann die Mannschaft in der Crunch-Time abliefern, wenn es in den Pokal-Wettbewerben um den Titel geht? Subtil konnte man bislang den Eindruck gewinnen, Kompany könne als Trainer-Neuling auf Top-Niveau froh sein, den Job beim FC Bayern erhalten zu haben.
Doch in der Fußball-Welt kann es schnell neue Wendungen geben. Das zeigt die Debatte von Sky 90 am Sonntag. Die Talk-Teilnehmer, darunter DFB-Sportdirektor Rudi Völler und 1996-Europameister Markus Babbel, diskutierten intensiv darüber, ob Vincent Kompany womöglich bald neue Job-Optionen erhalten könnte.
Konkret wurde Valentina Maceri, Moderatorin bei der Bild-Zeitung. Die Ex-Fußballerin führte zwei Gedankenstränge aus. Erstens: Der einstige Weltklasse Spieler Xabi Alonso habe sich als Trainer zunächst seine Sporen bei Bayer 04 Leverkusen verdient. Als der Platz bei seinem Ex-Klub und Traumverein Real Madrid frei wurde, wechselte Alonso zurück nach Spanien.
Auch Vincent Kompany habe offensichtlich einen Herzensverein, nämlich Manchester City. Kompany spielte von 2008 bis 2019 bei den Citizens, war zwischenzeitlich auch Kapitän der Mannschaft. Zweitens: Bei den Skyblues befinde sich Pep Guardiola in einer schwierigen Phase – wenn dieses Formtief anhalte, könne der Star-Trainer womöglich vorzeitig sein Engagement beenden.
Wer käme dann als Nachfolger infrage? Vincent Kompany? Diese Option, so Maceri, könne für den FC Bayern jedenfalls eine „große Gefahr“ darstellen. Sie betonte: „Je erfolgreicher Kompany jetzt mit den Bayern ist, desto größer wird das Interesse an seiner Person.“ Kompany habe in München gezeigt, „was er imstande ist, zu leisten.“
Der FC Bayern könnte somit Opfer seines eigenen Erfolges werden. Weil Kompany überraschend gut performt, könnte es ihn in naher Zukunft aus München wegziehen. Noch ist aber der FC Bayern auf der sicheren Seite: Kompany hat einen Vertrag bis 2027 in München – und Pep Guardiola ist ebenfalls bis 2027 an Manchester City gebunden.